Die Löwen und der Wiesn-Frust

Beim TSV 1860 ist die Wiesn-Lust trotz neu designter Löwen-Lederhosen überschaubar. Trainer Fröhling spricht ein Wiesn-Teilverbot aus, Sportchef Aygün erteilt ihm eine Jobgarantie.
| Matthias Eicher
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Durften die neue Tracht anprobieren (v.l.): die Löwen-Akteure Maxi Wittek, Michael Liendl, Gary Kagelmacher, Milos Degenek und Stefan Mugosa.
sampics/Augenklick Durften die neue Tracht anprobieren (v.l.): die Löwen-Akteure Maxi Wittek, Michael Liendl, Gary Kagelmacher, Milos Degenek und Stefan Mugosa.

München - Das Outfit passt schonmal beim TSV 1860. Gestern gab’s von Neu-Ausrüster Angermaier neue Lederhosen, Trachtenhemden und Westen. Vor allem die Krachledernen hatten es in sich. „Münchens große Liebe“ stand dort auf der Innenseite des Latzes der maßangefertigten Beinkleider, die in einer limitierten Edition auch für die Fans zu haben sind. Kostenpunkt: 386,60 Euro. „Die Tracht ist schön weiß-blau, mit einem Löwen auf der Hose, eine echte Sechzger-Tracht halt. Aber: Ein Sieg gegen Lautern ist viel, viel wichtiger“, sagte Torwart Vitus Eicher zur AZ.

So schneidig die Löwen auch daherkamen: Das, was drin steckte in der Tracht, war bisher eher „Münchens goße Enttäuschung“. Sechs Spiele, zwei Punkte, Vorletzter mit historisch schlechtem Start: Das ist bittere Realität. Die einzige Tracht, die Sechzig zuvor bekam? Eine Tracht Prügel beim 0:3 in Düsseldorf. Das könnte den Löwen, die beim immens wichtigen Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 13 Uhr) erstmals mit ihrem neuen Wiesn-Trikot auflaufen werden, nun auch die fünfte Jahreszeit vermiesen.

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„So, wie es sportlich läuft, habe ich eigentlich gar keine Lust auf die Wiesn“, gestand Eicher kleinlaut, „da bin ich nicht anfällig, aufs Oktoberfest zu gehen. Das ist nicht der Ort, wo man sich jetzt aufhalten sollte.“ Wiesn-Lust bei den Löwen? Eher Wiesn-Frust! Kapitän Christopher Schindler sah’s ähnlich und mahnte: „Es weiß jeder, dass es in der Englischen Woche allein von der Professionalität her nicht drin ist, auf die Wiesn zu gehen, vor den anstehenden Aufgaben. Danach können wir drüber reden, mal drüberzulaufen oder mit der Mannschaft im Zelt zu feiern, aber das müssen wir uns erst verdienen.“

Trainer Torsten Fröhling, der aus den drei Spielen in den kommenden acht Tagen (Kaiserslautern, Sandhausen, Leipzig) fünf bis sechs Punkte ausgegeben hatte, sagte: „Ich habe jetzt noch kein Verbot ausgesprochen, aber es ist doch selbstverständlich, dass, wenn wir am Samstag gegen Lautern und am Dienstag in Sandhausen spielen, dazwischen keiner zur Wiesn darf. “ Eine klare Ansage gegen ein Besuch, zumindest an den ersten Tagen. Der offizielle Termin der Mannschaft auf Einladung von Sponsor Hacker-Pschorr findet am 29. September im „Himmel der Bayern“, dem Hacker-Festzelt, statt.

Bis dahin sollten die Löwen das Punktekonto aufgebessert haben, ansonsten wird’s erst richtig ungemütlich. Noch ziehen die Verantwortlichen an einem Strang: Trotz der frühen Löwen-Krise bezeichnete Sportchef Necat Aygün Trainer Fröhling im Interview mit dem „Merkur“ als „unrauswerfbar“. „Unser Ziel ist, etwas aufzubauen. Die Mannschaft vertraut ihm, wir vertrauen ihm – das Verhältnis zum Trainer ist top intakt“, sagte der Sportchef und erklärte, wieviel man Fröhling zu verdanken habe: „Sein Anteil, dass wir die Klasse gehalten haben, war riesig. Er kam ja in einer Extremsituation und hat dann alle mit seiner ehrlichen, emotionalen Art überzeugt. Mit der Punkteausbeute sind wir natürlich alle nicht zufrieden, aber gemeinsam kommen wir da unten wieder raus.“ Und dann hätten die Löwen auch wieder ein bisschen mehr Wiesn-Lust.

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