Die Löwen in der Krise: Ausgefunkelt!

Nach dem 1:3 gegen Dresden und dem Absturz auf Rang 14 droht mit Friedhelm Funkel schon wieder ein Trainer beim TSV 1860 München zu scheitern. „Wir sind mitten im Abstiegskampf“, sagt er.  
| Markus Merz
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Sichtbare Enttäuschung: 1860-Trainer Friedhelm Funkel hat die Löwen auf Platz sechs übernommen, jetzt stehen sie nur noch auf Rang 14.
firo/augenklick Sichtbare Enttäuschung: 1860-Trainer Friedhelm Funkel hat die Löwen auf Platz sechs übernommen, jetzt stehen sie nur noch auf Rang 14.

Nach dem 1:3 gegen Dresden und dem Absturz auf Rang 14 droht mit Friedhelm Funkel schon wieder ein Trainer beim TSV 1860 München zu scheitern. „Wir sind mitten im Abstiegskampf“, sagt er, „ich bin total enttäuscht“.

München - Wie die Mannschaft nach der Partie zu ihren Fans schlich, hatte schon bemitleidenswerten Charakter. Die Köpfe am Boden, die Körpersprache eindeutig. So sehen niedergeschlagene Fußballer aus, die derzeit überhaupt kein Rezept dafür haben, um erfolgreich zu spielen und nach dem 1:3 gegen Dresden am (vorläufigen?) Tiefpunkt angekommen sind. Kein Wunder, dass die Fans gnadenlos pfiffen.

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Die Löwen sind so schlecht wie seit 2009 nicht mehr, sind auf Platz 14 zurückgefallen, nur noch einen Punkt vor den Abstiegsplätzen. Nach sieben Spielen unter dem neuen Coach hat es sich ausgefunkelt. Der Job von Friedhelm Funkel scheint noch nicht in Gefahr, aber der erhoffte Effekt seiner Verpflichtung ist – sollte er jemals da gewesen sein – verpufft.

Sechs Punkte holten die Löwen unter Funkel, da lief es ja sogar unter Vorgänger Alexander Schmidt deutlich besser. Der holte aus den ersten sechs Saisonspielen neun Punkte, Und schlechter als derzeit spielten die Löwen auch unter Schmidt nicht.

Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer und Investoren-Verteter Noor Basha saßen noch lange nach Spielschluss zusammen. Äußern zur Misere wollte Mayrhofer sich aber (mal wieder) nicht, sagte nur: „Dazu gibt es nichts zu sagen.“ Gibt es aber doch: Nach der Pleite gegen Dresden sind die Löwen im Sinkflug . Am Samstag steht das Gastspiel beim Tabellen-16. Arminia Bielefeld an.

Als einer der wenigen scheint Funkel selbst den Ernst der Lage erkannt zu haben. „Wir sind mitten im Abstiegskampf und haben nur 15 Punkte auf unserem Konto. Wir müssen schauen, dass wir uns da schleunigst entfernen.“

Bleibt die Frage: Was kann Funkel mit dieser total verunsicherten Mannschaft überhaupt noch bewirken? Klar, Funkel kann Abstiegskampf. Aber war das der Anspruch, als er bei 1860 anfing? „Ich bin total enttäuscht. Wir liegen am Boden“, sagte er. Sein Vertrag läuft bis Saisonende, er verlängert sich nur, wenn die Löwen aufsteigen – oder zumindest ein Aufwärtstrend sichtbar ist.

Derzeit sieht es eher so aus, als ob Funkel nicht sehr lange in seiner eben erst angemieten Wohnung in Untersendling wohnen wird. „Ich werde einige Dinge in der täglichen Arbeit verändern“, kündigte Funkel am Sonntag an. Er selbst scheint noch nicht mit seinem Latein am Ende zu sein. Doch seine Maßnahmen müssen jetzt greifen, sonst droht den Löwen ein ganz düsterer Winter – und ein Untergangs-Frühling.

Sportchef Florian Hinterberger sprach dem Trainer das Vertrauen aus, sagte aber auch: „Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt.“ Viel mehr kritisiert Hinterberger das Team: „Wir dachten eigentlich, dass wir die Mannschaft stärker gemacht haben. Jeder Einzelne sollte sich jetzt schleunigst stabilsieren. Bei einigen Leuten gibt es Anlass zur Selbstkritik. Wir müssen den Trend stoppen.“

Die Fans haben die Entwicklung schon länger erkannt. Sie bleiben der Allianz Arena zuesehends fern. Gegen Dresden kamen zwar insgesamt 23.500 Zuschauer. Darunter aber mindestens 10.000 Gäste-Fans. Auch ein Aufruf von Mayrhofer, der über Facebook die Ultra-Gruppierungen um die Giasinga Buam und die Cosa Nostra gesondert angesprochen hatte („Das Stadion gehört euch“), verpuffte. Letztlich genau so wie alle bisherigen Versuche der verschiedenen Trainer, die Löwen in die Spur zu kriegen. Funkel ist nun gefordert. Mehr denn je.

 

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