"Die kapieren das schon": Kayabunar vor 1860-Rückkehr in den Alltag entspannt

Nach dem Pokal-Highlight gegen Holstein Kiel kehrt der TSV 1860 in den Liga-Alltag zurück. Trainer Alper Kayabunar warnt vor Aufsteiger Landsberg und fordert maximale Ernsthaftigkeit, um den Regionalliga-Schwung zu sichern.
Ruben Stark
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Für Trainer Alper Kayabunar und den TSV 1860 geht es zurück in den Regionalliga-Alltag.
Für Trainer Alper Kayabunar und den TSV 1860 geht es zurück in den Regionalliga-Alltag. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Der größte Kontrast geht vom Gegner und der Spielklasse aus. Ansonsten wird am Sonntag beim TSV 1860 im Regionalligaduell mit dem TSV Landsberg (15 Uhr, im AZ-Liveticker) so einiges sein wie am vergangenen Samstag beim DFB-Pokal-Highlight gegen Holstein Kiel. Das Grünwalder Stadion wird erneut ausverkauft sein und die Fans werden in Giesing vor, um und im Stadion ratschen, feiern und eine gute Zeit haben.

Und nicht nur deshalb hat Trainer Alper Kayabunar keine Bedenken beim anspruchsvollen Spagat zwischen Highlight und Alltag. "Die Jungs wissen genau, was vor der Brust liegt, die kapieren das schon. Wir wollen unbedingt erfolgreich sein in der Regionalliga", sagte der Löwen-Coach am Freitagvormittag mit Überzeugung.

"Für die Umstände, die wir hatten, haben wir einen guten Start gehabt"

Denn bedenkt man die Turbulenzen der letzten Wochen, die Kaderzusammenstellung im Hauruck-Verfahren, die Ungewissheit, die insgesamt vielen Veränderungen, dann stehen Löwen sportlich sehr anständig da. Vier Ligaspiele sind durch, das fünfte steht bevor, zwei wurden gewonnen, zwei gingen mit einer Punktteilung aus, dazu kommt der couragierte Cupauftritt gegen den Zweitligisten, das ist eine achtbare Ausbeute. Findet Kayabunar auch.

"Für die Umstände, die wir hatten, haben wir einen guten Start gehabt", urteilte der 40-Jährige und verwies auf die gute Verfassung etwa von Memmingen, Augsburg II und Schweinfurt, die sich im oder im erweiterten Tabellen-Spitzenfeld befinden. Sechzig sammelte fünf Zähler in diesen drei Duellen. "Wir sind zufrieden", resümierte Kayabunar zum ersten Pflichtspielblock, "aber wissen auch, dass wir einiges noch besser machen wollen."

Ott als Ersatz für Erdogan? "Es ist nicht das Thema"

Dabei soll auch die Verpflichtung von Raphael Ott, der als offensive Allzweckwaffe aber keineswegs im Vorgriff auf einen möglichen Abgang von Emre Erdogan gekommen sei, helfen. "Es ist nicht das Thema, dass Ott deswegen geholt wurde", merkte der gebürtige Münchner mit türkischen Wurzeln an. Vielmehr geht Kayabunar "davon aus, dass jeder Spieler hierbleibt. Ich rechne damit." Was dem TSV natürlich entgegenkäme, denn Akteure wie Erdogan, Lasse Faßmann, Lance Fiedler haben beim Neuanfang bereits großen Wert nachgewiesen. Die Kaderplanung der Spielbetriebsgesellschaft ist nach AZ-Infos jedenfalls abgeschlossen.

Raphael Ott (vorne) bei seinem bis dato letzten Einsatz für 1860 am 17. Mai 2025 im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (hier gegen Erik Majetschak).
Raphael Ott (vorne) bei seinem bis dato letzten Einsatz für 1860 am 17. Mai 2025 im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (hier gegen Erik Majetschak). © IMAGO/Revierfoto

Ott, sagte Kayabunar über den Rückkehrer, "macht einen richtig guten Eindruck, er gibt uns Flexibilität in der Offensive." Auf eine bestimmte Position wollte sich der Coach deshalb gar nicht festlegen ("Er bringt viel Torgefahr mit, wir werden es ausprobieren."), kündigte aber an, dass der 20 Jahre alte Weilheimer gegen Landsberg im Kader stehen werde, was bei Felix Weber fraglich ist. "Er hat noch bisschen Probleme und wir werden im Training schauen, wie weit er ist", berichtete Kayabunar.

Kayabunar warnt vor Landsbergern, die er aus der Vorsaison noch kennt

Ansonsten will der Coach das Gute aus der Kiel-Partie, etwa die Intensität, die Courage, die Laufstärke, mitnehmen und hofft, die Defizite abstellen zu können, denn er räumte ein, dass es in der ersten Pokal-Halbzeit mehr als ein Gegentor hätte geben können. Für das mutige und aggressive Auftreten mit giftiger Manndeckung hatte Kayabunar eben auch Risiken einkalkuliert. Risiken, die es gegen Landsberg genauso geben kann, denn bloß, weil Sechzig nun zurück in der Favoritenrolle ist, wird es kein sonntäglicher Spaziergang zum erhofften dritten Ligadreier in Folge, dem ersten im Grünwalder.

"Ich kenne Landsberg gut, wir haben mit ihnen bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft gekämpft", blickte Kayabunar auf die vergangene Bayernliga-Saison mit der U21 zurück und warnte vor dem Team, für das einst auch die Ex-Löwen Sascha Mölders und Nico Karger aufliefen: "Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen und müssen das Spiel sehr, sehr ernst nehmen." Denn es soll in Giesing auch nach den 90 plus X Minuten etwas zu feiern geben. "Wir wollen den ersten Heimsieg holen, um den Weg fortzusetzen", machte Kayabunar deutlich.

Ein Weg, für den er die Richtung vorgibt. Und die stimmt derzeit.

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  • Lackl vor 34 Minuten / Bewertung:

    Mit einer Profimannschaft, die eigentlich um einen Aufstieg von Liga 3 in Liga 2 mitspielen könnte, dürfte, ohne denen nache treten zu wollen, Landsberg, wie alle Vereine in einer Amateurliga, kein Problem darstellen.
    Alles andere wie ein eindeutiger Sieg wäre eine riesen Überraschung.

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  • Löwenmandi gerade eben / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Lackl

    Von welcher Profimannschaft sprichst du?

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