Das würde ein Abstieg für den TSV 1860 München bedeuten

Ein Abstieg in die 3. Liga hätte für die Löwen weitreichende Konsequenzen. Von der Mannschaft über Sponsoren bis hin zum Investor, den Fans und TV-Geldern: Die AZ erklärt das Horror-Szenario.
| Patrick Mayer
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Spielen am Sonntag um mehr als drei Punkte: Die Löwen um Torhüter Stefan Ortega (M.).
Rauchensteiner/Augenklick Spielen am Sonntag um mehr als drei Punkte: Die Löwen um Torhüter Stefan Ortega (M.).

München - Der Löwe steht am Abgrund. Am Sonntag beim 1. FC Heidenheim (15:30 Uhr, Sky und AZ-Liveticker) oder spätestens am 26. und 30. Mai in der Relegation entscheidet sich, ob das Worst-Case-Szenario eintritt: der Abstieg in die 3. Liga.

Die Konsequenzen wären fatal. Millionenverluste, Ärger in der Stadionfrage, ein Bruch mit den Fans – die AZ erklärt, was den Sechzgern droht:

Die Mannschaft: Bei 13 Profis laufen die Verträge aus. Auch im Falle eines Ligaverbleibes ist ein personeller Umbruch zu erwarten. Doch bei einem Abstieg wäre dieser ungleich schwieriger. Spielern, die gehalten werden sollen, würde die Perspektive fehlen, Maximilian Wittek zum Beispiel. Auch Abdoulaye Ba, seit Wochen bester Löwe, ist vom FC Porto nur ausgeliehen. Profis wie Stefan Aigner, Victor Andrade oder Christian Gytkjaer, geholt oder ausgeliehen für teuer Geld, wären kaum zu halten. Die Verhandlungsbasis wäre auch bei Spielern ungleich schlechter, die abgegeben werden sollen, Jan Mauersberger etwa, Filip Stojkovic oder Fanol Perdedaj. Und der Trainer? Vitor Pereira erklärte nun zwar, davon überzeugt zu sein, diese Herausforderung zu meistern. Doch bei einem Abstieg wäre er den Fans wohl nicht mehr zu vermitteln. Eine hohe Abfindung für den Portugiesen samt XXL-Stab würde wohl fällig.

Der Investor: Hasan Ismaik sicherte bereits seine Unterstützung auch für die 3. Liga zu. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, wie wankelmütig der Jordanier ist. Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Brisanz bei den TV-Geldern

Die Sponsoren: Mit den Geldgebern müssten neue Verträge ausgehandelt werden oder es würden entsprechende Klauseln greifen – zu geringeren Bezügen versteht sich. Hauptsponsor "Die Bayerische" signalisierte bereits Bereitschaft, dem Löwen treu zu bleiben. Zwar würde der bestehende und bis 2019 datierende Vertrag bei einem Abstieg seine Gültigkeit verlieren. Laut Pressesprecher Wolfgang Zdral gab es aber bereits erste Verhandlungen mit Sechzig und Vermarkter Infront. "In der kurzen Zeit wäre es schließlich nicht leicht, einen anderen Hauptsponsor zu finden", sagte er. Nach AZ-Informationen lässt sich der Versicherer Trikot- und Bandenwerbung 1,2 Millionen Euro im Jahr kosten. In der 3. Liga würde das Angebot von "Die Bayerische" dem Vernehmen nach gerade so im sechstelligen Bereich liegen.

Die TV-Gelder: Dass der neue Rahmenvertrag der DFL just ab diesen Sommer greift, erhöht die Dramaturgie des Abstiegskampfes. Laut "Kicker" bekommen Absteiger aus der 2. Liga für die Saison 2017/18 nur noch eine halbe Million Euro. Wenn man vergleicht, dass Zweitligaaufsteiger MSV Duisburg 7,5 Millionen Euro erhalten soll, lässt sich die Brisanz erahnen.

Die Stadionfrage: Schon in der vergangenen Saison prüften die Sechzger die Option Grünwalder Stadion. Ein Umzug würde zwar viele Fans glücklich machen. Doch es gäbe wohl Ärger mit dem FC Bayern. Schließlich ist der TSV 1860 Mieter in der Arena in Fröttmaning – und muss Abmachungen nachkommen. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sprach von einer Grundmiete von 1,5 Millionen Euro. Das Catering und die Auslastung der Business Logen sollen darin nicht inbegriffen sein. Es werden pro Saison Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro geschätzt – außer, Bayern lässt 1860 aus dem Vertrag.

Die Fans: Seit Jahren leidet der Anhang. Reihenweise versprach der Verein die Rückkehr in die Bundesliga, jetzt könnte es eine Etage tiefer gehen. Die Glaubwürdigkeit des Klubs ist für viele am Nullpunkt, mancher Fan verfällt in Selbstironie. Es hilft nur eines: der Ligaverbleib. Am besten schon am Sonntag. Für Sechzig geht es um alles.

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