Das Duell: Löwe gegen Geißbock

Zwei Maskottchen mit Kultfaktor, zwei Trainer mit Hang zur Folklore und zwei Vereine mit viel Tradition: Beim Duell zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Köln geht es um viel. Der AZ-Vergleich.
| Markus Merz
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Funkel schunkelt mit.
WDR/Thomas Brill Funkel schunkelt mit.

München - Mehr als 30.000 Zuschauer werden in der Allianz Arena erwartet (Liga-Rekord für die Löwen in dieser Saison!), dazu frühlingshafte Temperaturen und ein Gegner von Erstliga-Format. Wenn der TSV 1860 am Sonntag (13.30 Uhr) auf den Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln trifft, kommt es zum Vergleich zweier traditionsreicher Vereine, die zwar ihre besten Zeiten hinter sich haben, aber noch immer für viel Furore auf und neben dem Platz sorgen. „Es geht gegen den Tabellenführer, der ganz sicher in aufsteigen wird“, sagte Löwen-Trainer Funkel. Vor dem Gipfeltreffen macht die AZ den großen Vergleich: Wer hat mehr Folklore zu bieten, wer hat die sportlich besseren Voraussetzungen?

1. Die Maskottchen: Löwe gegen Geißbock, Raubtier gegen Bergziege. In der Wildnis an sich eine klare Sache. Der Löwe beißt den Geißbock. In Sachen Kultfaktor hat es die zottelige Raubkatze aber schwer gegen das Kulttier des Kölner. Während sich bei Heimspielen des TSV 1860 artig ein Mensch in das Löwen-Kostüm zwängt, tollt an der Seitenlinie der Kölner ein echter Geißbock umher. Erst am vergangenen Wochenende verzückte Hennes der Achte das Publikum, als er ausbüxte und für mehrere Minuten nicht mehr einzufangen war.
AZ-Wertung: Vorteil Köln

2. Die Trainer: Friedhelm Funkel gegen Peter Stöger. Zwei Trainer mit Kultfaktor. Auf der einen Seiten der jecke Funkel, der am liebsten bei jeder Gelegenheit zum Karneval gehen würde und mit seinen Freunden schon mal zum Karteln nach Mallorca fliegt. Auf der anderen Seite der launige Österreicher mit dem Wiener Schmäh, der mit seiner Frau ab und an im Theater auftritt.
AZ-Wertung: Remis

3. Der Sportdirektor: Der 1. FC Köln hat in Jörg Schmadtke einen der besten Sportchefs im deutschen Profifußball. Und die Löwen? Sind seit einem Monat auf dieser Position unbesetzt. Und das in der heißesten Phase der Planungen für die kommende Saison. Keine guten Voraussetzungen.
AZ-Wertung: Vorteil Köln

4. Das beste Fanlied: Kultfaktor hat bei den Löwen vor allem eine Hymne für Bobby Wood, in der sein Name besungen wird. Mit viel Inbrunst singen die Löwenfans auch Lieder über die Grünwalder Straße, und das Grünwalder Stadion. Auf der anderen Seite beweisen die Kölner Fans ihre Selbstironie mit einem Lied über das Auf und Ab der vergangenen Jahre: „Erst steigen wir ab, dann steigen wir wieder auf. Ja, das ist lustig. Weil wir bescheuert sind.“
AZ-Wertung: Remis

5. Feier-Potential der Städte: München gegen Köln. Wiesn gegen Karneval. Hier wie dort gibt es eine gesonderte Jahreszeit, wenn es ums Feiern geht. In beiden Städten herrscht während dieser Zeit Ausnahmezustand, letztlich ist beides Geschmackssache.
AZ-Wertung: Remis

6. Jugendarbeit: Lars und Sven Bender, Kevin Volland, Moritz Leitner oder aktuell Julian Weigl. Noch immer bringen die Löwen regelmäßig hochklassige Jugendspieler hervor. Zwar ist auch die Kölner Jugendarbeit vorbildlich, bisher aber noch nicht vergleichbar mit den Erfolgen an der Grünwalder Straße.
AZ-Wertung: Vorteil Löwen

7. Transfers: Der 1. FC Köln hat Patrick Helmes, die Löwen haben Yuya Osako. Bei beiden Teams gab es zuletzt spektakuläre Zugänge. Dabei stehen den Kölnern deutlich größere Finanzressourcen zur Verfügung. Allerdings ist der FC insgesamt auch besser besetzt.
AZ-Wertung: Remis

AZ-Fazit: Unseren Vergleich gewinnen die Kölner mit 2:1. Heißen muss das nichts. Funkel gibt die Marschroute vor: „Ich bin heiß darauf, gegen Köln zu gewinnen.“ Zumal der Geißbock auswärts gar nicht erst mitfährt.

 

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