Cassalette über Ismaik-Besuch: "Er ist voll motiviert"

Investor Hasan Ismaik besucht die Löwen – und muntert die Spieler nach dem 1:2 gegen Union auf. „Es ist gerade Friede, Freude, Eierkuchen zwischen Hasan und dem Verein“, sagt Präsident Cassalette. Für den geplanten Stadionneubau will Ismaik ein weiteres Grundstück erwerben
| Matthias Eicher
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Empfing den Hauptgesellschafter erst in der Arena und tags darauf am Trainingsgelände des TSV 1860: Präsident Peter Cassalette (l.) und Investor Hasan Ismaik.
Sampics/Augenklick Empfing den Hauptgesellschafter erst in der Arena und tags darauf am Trainingsgelände des TSV 1860: Präsident Peter Cassalette (l.) und Investor Hasan Ismaik.

München - Es sollte ein netter Trip zu „seinen“ Löwen werden. „Jetzt habe ich endlich die Gelegenheit, mir aus nächster Nähe ein Bild zu machen, dass in der letzten Zeit bei 1860 vieles in die richtige Richtung gegangen ist“, hatte Hasan Ismaik vor dem Heimspiel gegen Union Berlin auf Facebook geschrieben.

Auch am Freitag lief vieles richtig, vor allem in der Schlussphase praktizierten die Sechzger mit einem Mann mehr begeisternden Einbahnstraßenfußball. Dumm nur: Sie vergaßen unter den Augen des verspäteten Investors, der wegen eines Unwetters in London nur die letzte halbe Stunde live verfolgen konnte, das Toreschießen und verloren mit 1:2.

Cassalette: Wir hätten alle lieber einen Sieg gehabt. Auch Hasan"

„Eine bittere Niederlage, keine Frage. Wir hätten natürlich alle lieber einen Sieg gehabt. Auch Hasan“, sagte Präsident Peter Cassalette der AZ. An dessen Seite hatte er eine spannende Schlussphase verfolgt, in der Sechzig „gut gespielt hat, nur der Ball wollte nicht rein“. Dennoch sei man „voll im Soll. Wir haben einen Platz im Tabellen-Mittelfeld ausgegeben, und dort stehen wir.“ Nach einem Sieg wäre die Stimmung bei Ismaiks Zusammenkunft mit Trainer Kosta Runjaic und der Mannschaft hinterher „noch einen Tick besser“ gewesen, so Cassalette.

Sehen Sie auch: Bilder: 1860-Geldgeber Ismaik in der Arena und an der Grünwalder Straße

In den Katakomben der Arena hatte Ismaik die Hände sämtlicher Spieler geschüttelt, Cassalette und Sportchef Thomas Eichin hatten die Akteure einzeln vorgestellt. Für die gab es vom früher öfter grantelnden Geldgeber aber keine Predigt, sondern aufmunternde Worte: „Hasan hat sie aufgebaut. Kopf hoch, das wird schon, hat er gesagt – wir sollen nach vorne schauen.“

Auf Facebook äußerte er sich ähnlich: Er habe „eine bis zum Schluss leidenschaftlich kämpfende Mannschaft“ gesehen und weiß: „Wir dürfen uns durch diesen kleinen Rückschlag nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ich bin mir sicher, dass unsere Löwen in der Englische Woche mit den Spielen gegen St. Pauli und Hannover wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.“ Für Cassalette dabei entscheidend: „Es ist gerade Friede, Freude, Eierkuchen zwischen Hasan und dem Verein. Es ist ruhig und gibt keine Ansätze für Konflikte. Wir müssen keine Angst haben, dass er sein Engagement zurückfährt. Hasan ist weiter voll motiviert.“ Ein Indiz dafür, so der Oberlöwe, sei auch, dass Ismaik in München eine Bleibe suche.

Ismaik trifft Meisterlöwen Grosser, Reich, Rebele und Patzke

Zudem traf sich der Hauptgesellschafter auf eigenen Wunsch mit den Meisterlöwen. „Ein feiner Zug von ihm. Er hat mich und die ebenfalls anwesenden Hansi Reich, Hansi Rebele und Bernd Patzke begrüßt und per Übersetzer ein bisschen Smalltalk gehalten. Das war mal ein Anfang“, sagte Peter Grosser der AZ. Einst Ismaik-Gegner, beeindruckt auch den 77-Jährigen die neue Nähe des Finanziers.

Der stattete tags darauf auch noch der Grünwalder Straße einen Besuch ab, um den Fortschritt der von ihm mit rund 2,5 Millionen Euro finanzierten Umbauten am Vereinsgelände zu begutachten. „Zudem hatte er ein Treffen mit der ARGE mit rund 30 Personen“, erzählt Cassalette. Etwas Besonderes zu verkünden habe es dabei nicht gegeben. Vielmehr ein launiges Treffen.

Stadionneubau in Riem: Grundstück "zu schmal"

Wie die SZ berichtete, habe Ismaik den Mitgliedern des Fanklubdachverbandes erzählt, dass man am Messegelände in Riem, wo das neue Stadion entstehen soll, ein weiteres Grundstück dazu kaufen wolle.  "Das Grundstück ist zu schmal. Die Anfrage liegt jetzt bei der Stadt. Wir warten auf eine Antwort", so der Oberlöwe. Nach einem Abstecher des vielbeschäftigten Milliardärs nach London werde dieser eventuell sogar am Donnerstag ans Millerntor reisen. Vielleicht, um seinen fast gelungenen Trip auch aus sportlicher Sicht noch versöhnlich zu gestalten.
   

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