Bierofka: "Wir stellen einen Fünfjahresplan auf"

Löwen-Trainer Daniel Bierofka sprach in einem Interview über die Löwen-Bilanz zur Winterpause, Sportchef-Kandidat Benny Lauth, seine Rolle inmitten des Löwen-Machtkampfes zwischen Vereinsbossen und Investor Ismaik und das Szenario eines Nicht-Aufstiegs.
| Matthias Eicher / Sport
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Daniel Bierofka: Seit der Saison 2017/18 Cheftrainer des TSV 1860 München.
imago/foto2press Daniel Bierofka: Seit der Saison 2017/18 Cheftrainer des TSV 1860 München.

München - Daniel Bierofka ist nicht zu beneiden, was Stress und Arbeitsumfang im langsam aber sicher zur Neige gehenden Jahr 2017 anbelangt. Der Trainer des TSV 1860 musste den Abstieg seines Herzensklubs mitansehen, halste sich die sportliche Verantwortung für einen Neuanfang auf - und führte seine Sechzger an der Tabellenspitze, wo die Löwen nun überwintern.

Dabei ist weiter völlig ungeklärt, wie sich angesichts der festgefahrenen Situation zwischen dem Präsidium um Robert Reisinger und Investor Hasan Ismaik die Perspektive der Giesinger darstellt. Im Interview mit dem Münchner Merkur sprach Bierofka über...

seine erfolgreiche Wiederbelebung der Sechzger: "Ob’s voll aufgegangen ist, wissen wir erst am Ende der Saison, aber bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Der Teamspirit ist herausragend, das betonen auch die Spieler immer wieder. Ein anderes Pfund ist, dass sich die ältere Riege um Timo Gebhart und Sascha Mölders gut im Verein auskennt. Die kann hier nichts mehr überraschen."

seine eigene Transferbilanz und professionelle Strukturen im Aufstiegsfall: "Da war natürlich auch Glück dabei. Irgendwann liege ich mit Sicherheit auch mal daneben - und wir wollen ja auch nicht ewig in der Regionalliga bleiben. Spätestens mit Blick auf die 3. Liga sollten wir uns in allen Bereichen verbessern und Stück für Stück wieder professionelle Strukturen aufbauen. Nach dem Doppelabstieg im Sommer war ja nichts mehr da. Ich bin aber auch überzeugt davon, dass das dann passieren wird.."

Sportchef-Kandidat Benny Lauth: "Grundsätzlich wären mir bei dieser Personalie drei Sachen wichtig: A) Er sollte ein gutes Netzwerk haben. B) Er sollte sich im Verein auskennen. C) Er sollte sehr teamfähig sein. Selbstdarsteller können wir nicht gebrauchen. Wenn es soweit ist, müssten wir uns intensiv mit den Kandidaten austauschen, und was Benny angeht: Bei ihm passen schon mal zwei der drei Punkte..."

den Abschied von Geschäftsführer Markus Fauser: "Noch ist es ja nicht offiziell, aber klar: Ich schätze ihn sehr, er schätzt mich. Als hier im Sommer alles den Bach runtergegangen ist, haben wir gemeinsam versucht, das Boot über Wasser zu halten – da wäre es natürlich schade, wenn das schon nach so kurzer Zeit auseinandergeht."

seine Rolle im Machtkampf zwischen Verein und Ismaik: "Zuerst möchte ich betonen, dass ich absolut neutral bin. Ich stehe weder der einen Seite nahe noch der anderen - mir geht’s ausschließlich um den Klub. Das war auch nicht als Hilferuf von mir gemeint, sondern als Appell, dass man sich noch mal zusammensetzt. Ich will, dass der Klub wieder vorwärts kommt."

die Machbarkeit der Dritten Liga: "Das Finanzielle müsste man Herrn Fauser fragen – oder gegebenenfalls seinen Nachfolger. Für mich als Trainer wäre es auf jeden Fall einfacher, weil du dann wieder im Profibereich bist und Spieler locken kannst, die jetzt noch illusorisch sind. Unser Image ist ja inzwischen auch wieder recht positiv. Und: Die 3. Liga hat eine klare Aufstiegs- und Abstiegsregelung."

das Szenario des verpassten Aufstiegs und die Frage, ob Akteure wie Timo Gebhart zu halten sind: "In finanzieller Hinsicht sehe ich da kein Problem, denn es ist ja nicht so, dass wir gesagt haben: Wir gehen all in, auf Gedeih und Verderb. Bei uns ist alles auf zwei Jahre ausgelegt. Und zur Frage nach der Motivation: Es ist die Entscheidung des Spielers, ob er sich ein weiteres Jahr 4. Liga vorstellen kann. Wir haben ein schmales Budget und können nicht mit so viel investieren wie ein FC Bayern. Was die für ihre zweite Mannschaft zahlen, werden wir nie zahlen können. Ich denke, Timo weiß, was er an 1860 hat. Er wohnt in Memmingen, wird bald Papa - und ich glaube, er fühlt sich auch recht wohl hier."

Sechzigs Perspektive: "Wir sind gerade dabei, das alles zu klären und einen Fünfjahresplan aufzustellen. Im Fußball hängt vieles am Finanziellen, deswegen verbietet es sich, irgendwelche Traumschlösser zu bauen. Es liegt an anderen Personen, das zu klären. Wir können nur versuchen, im sportlichen Bereich alles in die Waagschale zu werfen. Ich hab kürzlich mal eine Trainerliste gesehen – da gibt es kaum einen, der länger als zwei Jahre irgendwo ist. Wenn der Verein einen findet, der besser passt, dann ist das eben so. Ich nehme mich da selber nicht so wichtig."

Lesen Sie hier: Das war das Schicksalsjahr 2017 des TSV 1860 München

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