AZ-Check: Der TSV 1860 ist reif für die Winterpause

Noch ein Spiel bleibt für den TSV 1860 – dann können Daniel Bierofka und Co. endlich durchschnaufen. Die AZ zeigt, warum die Auszeit der 3. Liga für die Löwen höchst willkommen ist und woran gearbeitet werden muss.
| Matthias Eicher
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Enttäuschung, Frust, Resignation - der TSV 1860 ist reif für die Winterpause.
imago/foto2press Enttäuschung, Frust, Resignation - der TSV 1860 ist reif für die Winterpause.

München - Es lief die 81. Minute im klirrend kalten Grünwalder Stadion, als die Völkerwanderung begann. Carl Zeiss Jena hatte eben das 3:1 erzielt. Löwen-Pleite besiegelt. Da hielt es selbst viele der leidgeprüften Sechzger-Fans nicht mehr auf den Rängen.

Der dritte Gegentreffer des TSV 1860 gegen die Jenaer am vergangenen Sonntag im letzten Auftritt der Hinrunde sorgte dafür, dass sich auf Haupttribüne, Stehhalle und selbst in der Westkurve der treusten Löwen die Reihen lichteten. "Samma jetz scho bei de Bayern?", rief ein Sechzger unweit der Presseränge frustriert über die in Fan-Kreisen der Giesinger sonst gerne dem großen FC Bayern und seinem "Eventpublikum" zugeschriebene vorzeitige Stadion-Flucht. (Lesen Sie auch: Emotionale Geste von Daniel Bierofka in Richtung Haupttribüne)

Sechzig baute zuletzt immer weiter ab

Das, was der TSV auf dem Rasen zeigte, lud neben der Kälte auch nicht zum Verweilen ein. Biedere Bierofka-Löwen, die nicht nur zwei Negativ-Rekorde in der laufenden Spielzeit brachen, ließen viel von dem vermissen, was sie in der Hinrunde stark machte. Es scheint, als würden Kräfte wie Konzentration nachlassen, während wie so oft in der staden Zeit die Unruhe wuchs. Zeit wird es vielmehr für das weiß-blaue Wundenlecken. Die AZ zeigt, warum die Winterpause höchst willkommen ist.

Höchste Saison-Pleite: Das 1:3 ist gleichbedeutend mit der höchsten Niederlage in der laufenden Spielzeit. Torjäger Sascha Mölders und Quirin Moll erklärten nicht von ungefähr annähernd wortgleich, dass von Sechzig "zu wenig" gekommen sei.

Positiv: Gegen kein einziges Drittliga-Team setzte es für den Aufsteiger eine Klatsche. Der eingeplante Dreier gegen Jena ging aber ebenso flöten wie zuvor des Öfteren schon sicher geglaubte Punkte. Auch das Grünwalder Stadion ist bei vier Siegen und je drei Remis und Pleiten keine Festung mehr.

TSV 1860 gegen Jena: Pleite-Löwen in der Einzelkritik

Spielerische Armut: Klar ist: Das Spiel begann denkbar schlecht. "Wenn du nach so kurzer Spielzeit aus einem Einwurf in der gegnerischen Hälfte ein Tor kassierst, ist es schon mehr als unglücklich, wenn man es noch moderat ausdrücken will", erklärte Trainer Daniel Bierofka frustriert über das frühe 0:1 – es war der frühste Gegentreffer der Saison. Herbert Paul erwies seiner Elf mit dem Platzverweis einen zusätzlichen Bärendienst.

Doch klar ist auch: Sowohl gegen Jena als auch in den vergangenen Spielen war mit Ausnahme des 2:0-Sieges gegen Zwickau eine Stagnation der Sechzger erkennbar. Quirin Moll, selbst nach starkem Beginn bei 1860 nur ein Schatten seiner selbst, erkannte: "Wir haben es zu zehnt gar nicht so schlecht gespielt, aber wir müssen mit anderen Mitteln kommen." Nach zwei Wochen Urlaub kann ab dem Auftakt am 4. Januar und vor allem im Trainingslager (Oliva Nova/Spanien) daran gefeilt werden.

Auch die Löwen-Anhänger resignieren langsam

Nebenkriegsschauplätze: Investor Hasan Ismaik, zuletzt von Präsident Robert Reisinger harsch kritisiert, meldete sich nach der Jena-Pleite zu Wort – und fragt sich: "Warum halten wir Löwen nicht zusammen?" Es sei nun für den Jordanier "das Wichtigste, dass Fans, Mannschaft und Trainerteam zusammenhalten und die äußeren Einflüsse, die leider nach wie vor bei 1860 gegeben sind, ausblenden". Ismaik könne "selbst nicht verstehen, dass immer wieder Unruhe in den Verein hinein getragen wird. Vor allem, mit welchem Ziel?"

Stimmungstief: 1.500 mitgereiste Jena-Fans machten Stimmung und lieferten im Grünwalder eine blau-gelb-weiße Choreografie in den Vereinsfarben samt (verbotenen) Rauchtöpfen.

Und die Löwen? Marschierten nicht nur vorzeitig ab, sondern waren, wie in einigen Internet-Foren lebhaft diskutiert wird, auch längst nicht so stimmgewaltig wie an vergangenen Spieltagen. Und so gilt vor dem letzten Auftritt gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag: erst die Schadensbegrenzung – dann endlich die Auszeit.

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