Abschied von Lauth: "Ein Stück Sechzig"

Benny Lauth geht – und die die Löwen verlieren ein Stück ihrer Geschichte. Der Rekord-Torjäger verabschiedet sich von seinem Verein. Vier Experten erinnern sich.
| Markus Merz
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Löwen-Urgestein Benny Lauth.
Rauchensteiner/AK Löwen-Urgestein Benny Lauth.

München - Jetzt ist es endgültig soweit: Benny Lauth wird nicht mehr länger für den TSV 1860 München auflaufen. Heute Nachmittag verabschieden sich die Spieler in den Urlaub – und der Rekord-Torjäger von 1860. In der AZ sprechen vier Männer über einen der besten Löwen-Stürmer aller Zeiten:

Fredi Heiß (Ex-Stürmer und Meisterlöwe): „Mit Benny Lauth verbinde ich einen der herausragendsten Fußballer der letzten Jahrzehnte bei den Löwen. Ich denke gerne an die Spiele mit Icke Häßler zurück. Er besitzt Talent, fußballerisch geniale Einfälle, dafür hat er ein bisschen zu wenig herausgeholt. Trotzdem: Vor einigen Jahren war er der Garant, dass wir die 2. Liga gehalten haben. Ich wünsche Benny alles Gute! Besonders gefreut hat mich sein letztes Tor gegen Bochum. Das war nochmal ein Highlight. Ohnehin hat er viele geniale Tore gemacht. Als er uns damals zum HSV verlassen musste, saß ich im Aufsichtsrat, sein Verkauf war überlebenswichtig für den Verein. Auch wenn es natürlich weh getan hat. Klar ist: Benny ist und bleibt ein echter Sechziger!

Karsten Wettberg (Ex-Löwen-Coach):„Benny ist ein äußerst sympathischer Spieler, immer zurückhaltend, fast schon ein bisschen zu bescheiden für sein großes Potential. Besonders gerne erinnere ich mich an einen Geburtstag von Hans Sitzberger, als ich mit Benny länger gesprochen habe. Da war Null Arroganz zu spüren. Gegen Bochum hat er neulich dann nochmal gezeigt, was er kann. Ich bin überzeugt davon, dass er es woanders nochmal schafft. Mich fasziniert, dass er als Stürmer alles hat. Ihm hat selten jemand etwas vorgemacht. Auch wie er das mit seinem Abschied zuletzt alleshingenommen hat, war beeindruckend. Da kam nie ein böses Wort.“

Olaf Bodden (Ex-Torjäger): „Benny Lauth hat 1860 in den letzten Jahren ein Gesicht gegeben. Er hat die meisten Tore für den Verein erzielt und einige gute Jahre bei den Löwen gehabt. Für seine Voraussetzungen hat er allerdings viel zu wenig erreicht. Manchmal hat ihm vielleicht der richtige Biss gefehlt bei seinem riesigen Talent. Er hätte locker über einen längeren Zeitraum Nationalspieler werden können. Dennoch: Er hat viele tolle Tore für 1860 geschossen. Es ist schade, dass seine Karriere bei 1860 jetzt vorbei ist.“

Franz Hell (Edelfan): „Benny ist ein großes Stück Sechzig, der uns allen abgehen wird. Man hätte mit ihm nochmal ein Gespräch führen sollen und schauen, ob nicht doch etwas möglich gewesen wäre. Ich hätte Benny einen anderen Abgang gewünscht. Mir tut es persönlich sehr leid, dass er den Verein verlassen muss. Wir brauchen Identifikationsfiguren. Benny ist so eine. Einer der besten Stürmer, den die Löwen hatten. Neben einem Rudi Brunnenmeier, Martin Max, Bernhard Winkler, Peter Pacult oder Rudi Völler. Nur dass kaum einer über einen so langen Zeitraum bei uns war wie Benny. Menschlich war er immer sehr korrekt, er verkörpert die Löwen von heute. Ich erinnere mich gerne an sein allererstes Tor in Hannover. Da ist er kurz vor Schluss reingekommen und hat mit einem Konter über den halben Platz das vorentscheidende 3:1 erzielt. Ich bedauere es wirklich sehr, dass Benny geht und werde ihm sicher die eine oder andere Träne nachweinen. Ich hoffe, er wird uns nicht zu arg fehlen.“

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