2. Bundesliga, 30. Spieltag: Der TSV 1860 München verliert gegen FC Kaiserslautern

Ganz bittere Niederlage für den TSV 1860 München. Nach einem Eigentor von Christian Gytkjaer verlieren die Löwen gegen den 1. FC Kaiserslautern und verpassen einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf  
| Matthias Eicher
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Christan Gytkjaer trifft ins eigene Tor.
sampics/Augenklick Christan Gytkjaer trifft ins eigene Tor.

Die Löwen spielen stark auf dem Betze – und verlieren doch durch ein Eigentor. Trainer Pereira: "Das Ergebnis ist nicht gerecht".

München /Kaiserslautern - Das große Zittern ging nicht erst am Betzenberg los. "Schon seit Stunden kribbelt es in mir", schrieb Hasan Ismaik am Freitagnachmittag auf Facebook in nervöser Erwartung des Löwen-Spiels, "in Kaiserslautern können wir entscheidend die Weichen für eine positive Zukunft des TSV 1860 stellen, damit uns das große Zittern zum Saisonende erspart bleibt." Es scheint, als würde das Gegenteil eintreten, denn: Der Abend nahm ein teuflisches Ende.

Die Löwen verloren am 30. Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 (0:0), und das auch noch durch ein Eigentor von Christian Gytkjaer (73.) – welch Riesenpech für überlegene Sechzger, welch Drama im Kampf um den Klassenerhalt! Vor 27 906 Zuschauern bezog der TSV eine völlig überflüssige Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten, der somit an 1860 vorbeiziehen konnte.

Löwen drohen auf direkten Abstiegskampf zurückzufallen

Zudem könnte sogar passieren, was nicht passieren darf: Die Sechzger drohen noch an diesem Spieltag auf einen direkten Abstiegsrang zurückzufallen. "Der Sieg von Kaiserslautern ist der ungerechteste Sieg, den ich je erlebt habe. Das war ein schwerer Schlag für uns ", sagte ein fassungsloser Vitor Pereira nach Schlusspfiff. "Das Ergebnis ist nicht gerecht. Wir haben das ganze Spiel dominiert. Aber das ist Fußball."

Einzelkritik Kaiserslautern

Pereira wechselte im Vergleich zum 1:1 gegen den SV Sandhausen auf zwei Positionen: Felix Uduokhai kehrte nach überstandener Erkältung in die Dreierkette zurück, wo erneut Youngster Marin Pongracic auflaufen durfte, Kai Bülow saß nur auf der Bank. Im Sturm bekam Gytkjaer seine nächste Bewährungschance. "Zwei strategische Wechsel", erklärte der 48-Jährige, "mit denen wir so aufgestellt sind, um den Gegner schlagen zu können."

Nach minutenlangem Abtasten die erste Chance für die Hausherren: Ecke Kerk, Volleyabnahme Heubach aus zwölf Metern – Stefan Ortega entschärfte den Schuss mit beiden Fäusten (11.). Bei Sechzig ging trotz einem Plus an Ballbesitz in der Anfangsphase nichts – es musste ebenfalls ein Standard her: Kapitän Michael Liendl zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position in den Strafraum, der Ball wurde lang und länger – bis ihn Lautern-Torhüter Pollersbeck mit etwas Mühe schnappte (20.).

Es folgten 20 Minuten Leerlauf. Kein unbedingter Siegeswille, eher die Angst, den ersten Fehler zu begehen und in Rückstand zu geraten. "Ich habe keine Angst ein Tor zu machen, aber je weiter du unten bist, umso mehr Gedanken machst Du dir", gestand Urlöwe Stefan Aigner hinterher.

Olic-Ersatz Gytkjaer war es, der zunächst vor Lauterns Kasten für Gefahr sorgte: Nach Hereingabe von Amilton scheiterte er freistehend an Pollersbeck, Lumors Nachschuss flog weit vorbei (43.). Gytkjaer legte aus der zweiten Reihe nach und zielte nur knapp vorbei (44.).

Obwohl die Roten Teufel das Offensivspiel ankurbeln wollten – mit der Einwechslung von Ex-Löwe Daniel Halfar – blieb 60 in Halbzeit zwei gefährlicher: Ecke Liendl, Kopfball Aigner, knapp über das Kreuzeck (47.). Dann die Riesenchance für die Pfälzer: Querpass Mortiz auf Gaus, der völlig frei vor Ortega nicht den Abschluss, sondern den zu steilen Querpass auf Osawe wählte (53.). Auch der nächste Aigner-Kopfball saß nicht (63.), bevor das Schicksal zehn Minuten später – nach einem Freistoß Halfars – seinen Lauf nahm.

Völlig konsternierte Sechzger versuchten alles, doch mehr als ein knapp verpasster Kopfball von Joker Sascha Mölders sprang nicht mehr heraus. Aigner: "Wir haben eine gute Leistung gebracht, aber das hilft nix wenn wie keine Punkte holen". Nun bangt nicht nur Ismaik, sondern alle Löwen vor dem, was nach dem Betze-Debakel droht.   

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