1860 und der Medien-Streit: Eine Chronologie in Bildern

Verschwörungen, Schikanen und Sperren. Der Streit mit den Medien eskaliert beim TSV 1860 immer weiter. Die Chronologie eines großen Missverständnisses.
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Eine gewöhnliche Trennung? Einen Tag nach dem 1:1 gegen den 1.FC Kaiserslautern war die Amtszeit von Kosta Runjaic beendet. Am Morgen des 22. Novembers bestätigten die Löwen die Trennung von Runjaic. Bierofka sollte übergangsweise übernehmen. Kurios wurde es erst wenig später.
dpa 15 Eine gewöhnliche Trennung? Einen Tag nach dem 1:1 gegen den 1.FC Kaiserslautern war die Amtszeit von Kosta Runjaic beendet. Am Morgen des 22. Novembers bestätigten die Löwen die Trennung von Runjaic. Bierofka sollte übergangsweise übernehmen. Kurios wurde es erst wenig später.
In einer denkwürdigen Pressekonferenz zur Entlassung von Runjaic demonstriert Ismaik am Mittag eindrucksvoll seine Machtposition. Er entmachtet den  Geschäftsführer Thomas Eichin, der sich zuvor hinter Runjaic gestellt hatte, stellte beiläufig den anwesenden Anthony Power als neuen starken Mann vor. Die SZ titelte am nächsten Tag: "Machtdemonstration mit Power"
dpa 15 In einer denkwürdigen Pressekonferenz zur Entlassung von Runjaic demonstriert Ismaik am Mittag eindrucksvoll seine Machtposition. Er entmachtet den Geschäftsführer Thomas Eichin, der sich zuvor hinter Runjaic gestellt hatte, stellte beiläufig den anwesenden Anthony Power als neuen starken Mann vor. Die SZ titelte am nächsten Tag: "Machtdemonstration mit Power"
Ismaik fühlt sich von der Presse  missverstanden: Wenig später veröffentlicht der Verein eine Pressemitteilung, indem klargestellt wird: "Der TSV 1860 München hat sich in Übereinstimmung aller Gremien dazu entschieden, den Trainer zu beurlauben", um klarzustellen, dass die 50+1 Regel gewahrt ist. Sie stellt sicher, dass der Verein weisungsbefugt ist, und nicht ein Anteilseigner.
dpa 15 Ismaik fühlt sich von der Presse missverstanden: Wenig später veröffentlicht der Verein eine Pressemitteilung, indem klargestellt wird: "Der TSV 1860 München hat sich in Übereinstimmung aller Gremien dazu entschieden, den Trainer zu beurlauben", um klarzustellen, dass die 50+1 Regel gewahrt ist. Sie stellt sicher, dass der Verein weisungsbefugt ist, und nicht ein Anteilseigner.
Auf Facebook legt Ismaik am 25.11 nochmal nach und spricht von einer "Lügenkampagne", die sich gegen ihn und den Klub richte. "Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden." Seine Konsequenz: "Ich werde diesen charakterlosen Menschen nie mehr ein Interview geben."
imago 15 Auf Facebook legt Ismaik am 25.11 nochmal nach und spricht von einer "Lügenkampagne", die sich gegen ihn und den Klub richte. "Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden." Seine Konsequenz: "Ich werde diesen charakterlosen Menschen nie mehr ein Interview geben."
Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) wendet sich daraufhin öffentlich an den Investor: "Wir appellieren an Hasan Ismaik, und die Verantwortlichen des TSV 1860 München, ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern."
dpa 15 Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) wendet sich daraufhin öffentlich an den Investor: "Wir appellieren an Hasan Ismaik, und die Verantwortlichen des TSV 1860 München, ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern."
Doch sachlicher wird's an diesem Tag nicht mehr: Noch am Abend verkündet der Verein einen Medienboykott: "Sämtliche Repräsentanten der Löwen sowie die 1860-Lizenzmannschaft stehen bis auf Weiteres nicht für Interviews und Gesprächsanfragen aller Medien zur Verfügung"
dpa 15 Doch sachlicher wird's an diesem Tag nicht mehr: Noch am Abend verkündet der Verein einen Medienboykott: "Sämtliche Repräsentanten der Löwen sowie die 1860-Lizenzmannschaft stehen bis auf Weiteres nicht für Interviews und Gesprächsanfragen aller Medien zur Verfügung"
Am Samstag, den 26.11 wird sogar Hausverbot erteilt: Den Medienvertretern sei "der Zugang zum Trainingsgelände nicht gestattet". Ordner sorgen dafür, dass keine Journalisten mehr Zugang zum Trainingsgelände an der Grünwalder Straße mehr haben.
me 15 Am Samstag, den 26.11 wird sogar Hausverbot erteilt: Den Medienvertretern sei "der Zugang zum Trainingsgelände nicht gestattet". Ordner sorgen dafür, dass keine Journalisten mehr Zugang zum Trainingsgelände an der Grünwalder Straße mehr haben.
Erneut schaltet sich der BJV ein und fordert: "Nehmen Sie die Restriktionen sofort zurück!"
firo 15 Erneut schaltet sich der BJV ein und fordert: "Nehmen Sie die Restriktionen sofort zurück!"
Drei Tage später, am 29.11, heben die Löwen das Hausverbot auf. Der Presseboykott bleibt aber vorläufig bestehen.
imago 15 Drei Tage später, am 29.11, heben die Löwen das Hausverbot auf. Der Presseboykott bleibt aber vorläufig bestehen.
Am 6.12 heben die Löwen dann den Medienboykott doch wieder auf. "Natürlich begrüßen wir weiterhin kritische Berichterstattung", begründet Präsident Cassalette, macht jedoch auch klar: "aber nicht, wenn sie unsachlich, unfair und unter der Gürtellinie ist. Was wir nicht zulassen, sind Beleidigungen gegenüber unserem Hauptgesellschafter Hasan Ismaik."
Rauchensteiner/Augenklick 15 Am 6.12 heben die Löwen dann den Medienboykott doch wieder auf. "Natürlich begrüßen wir weiterhin kritische Berichterstattung", begründet Präsident Cassalette, macht jedoch auch klar: "aber nicht, wenn sie unsachlich, unfair und unter der Gürtellinie ist. Was wir nicht zulassen, sind Beleidigungen gegenüber unserem Hauptgesellschafter Hasan Ismaik."
Im Dezember wird Vitor Pereira neuer Cheftrainer. Mit ihm ändert sich auch die medialen Gepflogenheiten. Beim Traininsglager in Portugal im Januar dürfen die Journalisten nur noch 15 Minuten der Einheiten sehen, im Gegensatz zu den Fans, die die Einheiten voll sehen dürfen.
dpa 15 Im Dezember wird Vitor Pereira neuer Cheftrainer. Mit ihm ändert sich auch die medialen Gepflogenheiten. Beim Traininsglager in Portugal im Januar dürfen die Journalisten nur noch 15 Minuten der Einheiten sehen, im Gegensatz zu den Fans, die die Einheiten voll sehen dürfen.
Ende Januar spitzt sich der Konflikt weiter zu. Den Zeitungen Bild, tz und Merkur wird die Dauerakkreditierung entzogen: "Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, da wir aufgrund der Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten derzeit keine Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sehen", begründet Anthony Power.
Rauchensteiner/Augenklick 15 Ende Januar spitzt sich der Konflikt weiter zu. Den Zeitungen Bild, tz und Merkur wird die Dauerakkreditierung entzogen: "Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, da wir aufgrund der Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten derzeit keine Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sehen", begründet Anthony Power.
Der Einzug der Dauerakkreditierung stellt lediglich eine Schikane dar, denn Tageskarten können immer noch akkreditiert werden. Aber es geht noch drastischer: Bildreporterin Kristina Ellwanger wird im März die Akkreditierung für das Spiel gegen St. Pauli komplett verweigert.
bild 15 Der Einzug der Dauerakkreditierung stellt lediglich eine Schikane dar, denn Tageskarten können immer noch akkreditiert werden. Aber es geht noch drastischer: Bildreporterin Kristina Ellwanger wird im März die Akkreditierung für das Spiel gegen St. Pauli komplett verweigert.
Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) wettert gegen den Ausschluss der Reporterin. „Wir appellieren an die Solidarität der Presse, eine Berichterstattung insgesamt zu boykottieren, sollte der Verein weiter an seiner Haltung festhalten und Medienvertreter einzelner Medien nicht zum Spiel zulassen“, heißt es in einer offiziellen Stellungsnahme.
bjv.de 15 Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) wettert gegen den Ausschluss der Reporterin. „Wir appellieren an die Solidarität der Presse, eine Berichterstattung insgesamt zu boykottieren, sollte der Verein weiter an seiner Haltung festhalten und Medienvertreter einzelner Medien nicht zum Spiel zulassen“, heißt es in einer offiziellen Stellungsnahme.
Der kicker fährt daraufhin seine Berichterstattung zurück. Das Sportmagazin kündigt an, keine Interviews mehr mit Vereinsverantwortlichen mehr zu führen.
kicker.de 15 Der kicker fährt daraufhin seine Berichterstattung zurück. Das Sportmagazin kündigt an, keine Interviews mehr mit Vereinsverantwortlichen mehr zu führen.

München - Erst wird die Presse ausgesperrt, dann berichtet das Fußballmagazin kicker nicht mehr über den TSV. Gäste-Fans werden ausgesperrt, die DFL schaltet sich ein und die Leistung der Mannschaft rückt in den Hintergrund. Bei den Löwen schlagen die Wellen hoch.

Lesen Sie auch: St.-Pauli-Boss im AZ-Interview -

Viele Anschuldigungen stehen ihm Raum, die Vereinsführung der Sechzger spricht von einem Missverständnis. Aber wie konnte es eigentlich so weit kommen?

Die AZ zeigt eine Chronologie der Ereignisse in Bildern.

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