1860 nach der Arena: Der Stadion-Schlamassel

Raus aus der Allianz Arena, rein ins Grünwalder - und dann? Kehrt 1860 in den Profifußball zurück, stellt sich wieder die Stadionfrage. "Wenn der Erfolg da ist, muss man sich realistische Gedanken machen".
| M. Eicher, J. Buhl
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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Auch nach einer Rückkehr in den Profifußball würden die Löwen nicht mehr in der Allianz Arena auflaufen.
dpa Ein Bild aus vergangenen Tagen: Auch nach einer Rückkehr in den Profifußball würden die Löwen nicht mehr in der Allianz Arena auflaufen.

München - Sie war ein Dauerthema beim TSV 1860. Allgegenwärtig. Die leidige Stadionfrage. Zusammen mit dem großen FC Bayern entschlossen sich die Sechzger einst unter Präsidenten-Ikone Karl-Heinz Wildmoser, ein neues Fußballstadion zu bauen. Mit dem Abstieg 2004 hatte keiner gerechnet. Nun sind die Löwen endlich raus, doch die Stadionfrage ist noch längst nicht geklärt.

Im Gegenteil: Es geht wieder von vorne los. "Die Allianz Arena hat uns im Vergleich zum Grünwalder Stadion über eine Million Euro mehr als das Grünwalder Stadion gekostet. Um das klar und deutlich zu sagen: Ich hatte keine Mittel, um das abzudecken", erklärt Geschäftsführer Markus Fauser auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag über die Rückkehr ins Grünwalder, wo die Löwen gegen Wacker Burghausen (3:1) bereits ihr erstes Heimspiel bestritten haben.

Dort, wo die erste und einzige Meisterschaft 1966 gefeiert wurde. Eine zukunftsträchtige Spielstätte ist das altehrwürdige Sechzger jedoch nicht, kann es laut der Stadt nur auf gut 15.000 Zuschauer erweitert werden und bietet weder VIP-Logen noch Business Seats - beides im Fußball-Geschäft mittlerweile unumgänglich.

Heißt für die Giesinger: Auf den eigenen Höhen kann man ausschließlich in den niederen Gefilden der Regionalliga bleiben. Nicht erst, wenn Sechzig in den Profifußball zurückkehren sollte, stellt sich die Stadionfrage 2.0, sondern schon längst vorher. Während Präsident Robert Reisinger zuletzt für den Fall des (doppelten) Aufstiegs das Olympiastadion ins Spiel brachte, allerdings von "Zukunftsmusik" sprach, äußerte sich Marion Schöne, die Geschäftsführerin des Olympiaparks, im Gespräch mit der AZ konkreter - und erklärte, dass man bald Gespräche aufnehmen müsse.

Die emotionalsten Spiele im Sechzgerstadion

"Ich habe aus der Presse gehört, dass die Sechziger sich das vorstellen können", so Schöne zur AZ über einen möglichen Umzug ins Olympiastadion, denn in die Allianz Arena gibt es kein zurück. "Es hat sich aber noch immer niemand von 1860 bei uns gemeldet. Wenn bei 1860 ernsthafte Absichten in dieser Richtung bestehen, müssten wir zeitnah miteinander reden. Ihr Ziel muss es ja sein, wieder aufzusteigen." Zwischen 1973/74 und 2004/05 hatte Sechzig im Wechsel mit dem Grünwalder Stadion immer wieder dort seine Spiele ausgetragen.

Etwaige Nachrüstmaßnahmen brauchen ihre Zeit - wie Schöne bestätig: "Das Olympiastadion hat keine Rasenheizung, von daher ist es im Moment nicht bundesligatauglich." Sollte 1860 tatsächlich "eine Rückkehr in Erwägung ziehen", müsste man dies "rechtzeitig wissen und sich dann zusammensetzen". Der Grund: "Die Infrastruktur dafür zu schaffen, würde dauern." Das Bauwerk aus dem Jahre 1972, wo derzeit keine Fußballspiele, aber viele Konzerte ausgetragen werden, steht zudem unter Denkmalschutz, der Olympiapark als Ganzes unter Ensembleschutz. Ein weiteres Erschwernis für die Sechzger, das weitläufige Stadion (69.250 Plätze) inklusive Tartanbahn besser auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneidern.

Die Lösung der Stadionfrage soll nach dem Gusto der Blauen nach wie vor ein eigener Löwen-Käfig sein. Fauser dazu: "Ich sage es mal ganz vorsichtig: Es wünschen sich alle, dass man in einem eigenen Stadion spielt. Aber dafür muss man es auch finanzieren können." An diesem Punkt steht fest, dass es sich für eben "haarscharf vor der Insolvenz" geretteten Sechzger (Fauser) doch wieder um ebenjenes handelt, was Reisinger über die Stadionfrage sagte: Zukunftsmusik. Ganz sachte erklingt diese in Fausers Worten: "Wenn der Erfolg da ist, muss man sich realistische Gedanken machen: ein Stadion mit 30.000, 35.000 Zuschauern - das könnte vielleicht zu München passen."

Bevor dies angegangen werden kann, sollte sich Sechzig der etwas zeitnaheren Zukunftsmusik des Olympiastadions widmen.

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