TSV Herrsching: Der geilste Club der Welt gibt den Borat

Herrschings Volleyballer sorgen mal wieder mit einer verrückten Aktion für Aufsehen – halbnackt im Ammersee.
| Lasse Berger
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Herrschings Sebastian Prüsener als Borat.
Fotomontage: TSV Herrsching Herrschings Sebastian Prüsener als Borat.

Die Volleyballer  des TSV Herrsching sorgen mal wieder mit einer verrückten Aktion für Aufsehen – halbnackt im Ammersee.

Herrsching - Sie nennen sich „geilsterclubderwelt“, haben das Training zwischenzeitlich auf die Straße verlegt und sind zum Auswärtsspiel nach Friedrichshafen getrampt. Demnächst droht der ganzen Mannschaft sogar ein Sprung in den kalten Ammersee – im Borat-Badeanzug! Die Volleyballer des TSV Herrsching sind alles, nur kein gewöhnlicher Verein.

In der Bundesliga steht hinter dem achten Rang zwar die Bezeichnung TSV Herrsching, doch der Verein ist unter einem anderen Akronym mindestens genauso bekannt. Die Bezeichnung GCDW („geilsterclubderwelt“), die im ersten Moment eine Spaßtruppe eines Hobbyturniers vermuten lässt, ist mehr als ein ulkiger Spitzname. „Der Begriff ist entstanden als wir noch in der Landesliga spielten: Im Volleyball ist es üblich, dass man als Vereinslied singt, dass der eigenen Klub, der geilste der Welt ist. Wir haben gemerkt, dass diesen Namen als Marke noch keiner entdeckt hat und haben ihn uns schützen lassen“, erklärt Benedikt Doranth, der den TSV Herrsching als Kapitän nach oben geführt hat.

Der Bundesliga-Neuling hat mit dem Aufstieg Saison seinen beeindruckenden Ligen-Durchmarsch vollendet: Noch vor fünf Jahren befanden sich die Herrschinger in der Bayernliga Süd. In ihrer Premierensaison in der Bundesliga musste der Aufsteiger somit auch bei Rekordmeister Friedrichshafen (zwölfmaliger Champion) ran. Doch anstatt mit Kleinbussen anzureisen, stieg der TSV auf ein anderes Transportmittel um. „Wir haben letztes Jahr gesagt, wenn wir aufsteigen, trampen wir zu einem Auswärtsspiel“, erklärt Doranth, gibt aber zu: „Wir haben das schon ein bisschen mit den Fans abgesprochen, die uns dann mitgenommen haben.“
Das Tramper-Event ist nicht die einzige verrückte Aktion, mit der das Team von Trainer Max Hauser für Aufsehen sorgt: Aktuell sammelt der Verein unter dem Motto „Herrsching geht Baden“ bis zum 28. Februar Likes für seine Facebook-Seite. Sobald die 3000er-Marke überschreiten ist, springt ein Spieler am 1. März in den Ammersee, für alle weiteren 1000 Likes muss ein weiterer Akteur ins kalte Wasser. Ab 15 000 geht das Team im körperbetonten Elasthan-Schlüpfer, der infolge des Films „Borat“ als gewagtes Männeraccessoire Berühmtheit erlangte, schwimmen.

„Wir wollen so auf unsere Probleme aufmerksam machen“, sagt Doranth und meint das geringe Interesse am Volleyball und die schlechten Trainingsbedingungen. Dass diese Aktionen keinen sofortige Wirkung entfalten, weiß Dornath. Er hofft auf längerfristige Erfolge: „Je mehr Fans wir haben, desto interessanter werden wir auch für größere Sponsoren – da fehlt uns noch der dicke Fisch.“

Was finanzielle Schwierigkeiten für Folgen haben können, musste die Volleyballer aus Unterhaching erfahren. Als Hauptsponsor Generali ausstieg, musste sich der Verein im Juli 2014 aus der Bundesliga zurückziehen. Während Unterhaching in der Bayernliga Süd gelandet ist, stehen für Herrsching die Pre-Playoffs an. Herrsching kämpft gegen CV Mitteldeutschland um den Einzug in die Playoffs (4./7./11. März). „Wenn wir das schaffen, würden wir dann auf Friedrichshafen oder Berlin treffen. Dann gilt es, eine gute Show abzuliefern und die Großen vielleicht ein bisschen zu ärgern“, sagte der Doranth, der wie fast die komplette Mannschaft aus der Region stammt – nur einer fällt aus diesem Raster: Luke Smith.

Der Nationalspieler von Australien vertrat sein Land schon bei den Olympia 2012 „Der Kontakt ist auf dem Oktoberfest entstanden, als Luke vor ein paar Jahren in München war und sich ein Bundesligaspiel anschauen wollte. Da Unterhaching an dem Wochenende auswärts spielte, war Herrsching die nächste Adresse.“ Beim TSV fühlte sich Smith wohl, und ist nun der erste ausländische Nationalspieler beim „geilstenclubderwelt“.  

 

 

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