Tour de France 2017: Arnaud Demare gewinnt vierte Etappe - Massensturz

Der Sieg des Franzosen Arnaud Demaré auf der vierten Etappe der Tour de France wird von einem Massensturz überschattet.
| sid
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Arnaud Demaré gewinnt die vierte Etappe bei der Tour.
dpa Arnaud Demaré gewinnt die vierte Etappe bei der Tour.

Der Sieg des Franzosen Arnaud Demaré auf der vierten Etappe der Tour de France wird von einem Massensturz überschattet.

Vittel - Peter Sagan legte André Greipel entschuldigend die Hand auf den Rücken, doch der deutsche Topsprinter lehnte die Friedenspfeife voller Zorn ab. "Hör auf! Du hast mich zum zweiten Mal beinahe umgebracht!", fauchte Greipel den slowakischen Superstar an. Einen Tag nach seinem grandiosen Sieg in Longwy war Sagan nach einer brutalen Attacke im Massensprint der vierten Etappe der Tour de France der große Buhmann.

Im chaotischen Finale nach 207,5 km in Vittel, wo der Franzose Arnaud Démare für den ersten Heimsieg bei der 104. Auflage sorgte und Greipel Dritter wurde, hatte Sagan, Kapitän des deutschen Teams Bora-hansgrohe, einen spektakulären Crash verursacht. Der 27-Jährige rammte den britischen Routinier Mark Cavendish stumpf in die Gitter, dieser flog dem Thüringer John Degenkolb vor das Rad, der ebenfalls übel zu Boden ging.

"Da fährt ein Typ im Weltmeister-Trikot, der meint, er könne sich alles erlauben", polterte Greipel. Der 34 Jahre alte Rostocker selbst, der schon beim Zwischensprint am Vortag mit "Peter Gnadenlos" aneinander geraten war, hielt sich zwar im Sattel, war aber ebenso chancenlos wie Marcel Kittel, der schon kurz zuvor den Anschluss verloren hatte.

Zuerst nur 30-Sekunden-Strafe für Sagan

Dass die Jury den Übeltäter Sagan, zunächst Etappenzweiter, mit 30 Sekunden Strafe belegte und auf Platz 115 zurückversetzte, Greipel damit vom ursprünglichen vierten Platz einen Rang vorrückte, war ein schwacher Trost.

Sagan sah zumindest seine Schuld ein und ging im Zielraum auf Entschuldigungs-Tour. Nach der missglückten Aussprache mit Greipel suchte er den Cavendish-Teambus auf und sagte sorry. "Ich habe Mark nicht gesehen, es tut mir leid", meinte Sagan. Sein Opfer Degenkolb gab Entwarnung: "Es geht mir den Umständen entsprechend gut."

Kittel, am Sonntag Sieger des ersten Massenspurts in Lüttich, war zurückgefallen, als ein erster Massensturz um den Gesamtführenden Geraint Thomas das Feld an der Ein-Kilometer-Marke dezimierte. "Es ist eng geworden, als alle vorne fahren wollten, da habe ich den Anschluss verloren", meinte Kittel, der das Grüne Trikot verlor.

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Waliser Thomas trotz des Sturzes mit zwölf Sekunden Vorsprung auf seinen britischen Teamkollegen und Kapitän Christopher Froome. Die fünfte Etappe am Mittwoch, die mit einer knackigen Bergankunft an der Planche des Belles Filles in den Vogesen endet, wird zum ersten Prüfstein für die Klassementfahrer.

"Das ist der erste große Test", sagte Thomas, der weiter keinen Zweifel an seiner untergeordneten Rolle im Team lässt: "Was auch immer das Team entscheidet, ich werde es mittragen. Ich stehe voll an der Seite von Froome und will mit ihm die Tour gewinnen."

Kittel war vor dem Sturz guter Dinge

Kittel, auf den erst am Donnerstag die nächste Sprintchance wartet, bestritt seinen zweiten Renntag im Grünen Trikot zunächst bester Laune, er hatte bei gemächlicher Fahrt reichlich Zeit zum Plausch mit den Kollegen. "Es ist sehr motivierend, sich auf einen zweiten Sprint vorzubereiten, wenn man schon einen Sieg in der Tasche hat", sagte der 29-Jährige vor dem Start - auf das folgende Chaos war er nicht vorbereitet.

Die erste Rennhälfte prägte am Dienstag der belgische Tour-Debütant Guillaume Van Keirsbulck vom Team Wanty-Groupe Goubert. Der Enkel des früheren Straßen-Weltmeisters Benoni Beheyt trat unmittelbar nach dem scharfen Start an, und da niemand folgte, fuhr der 26-Jährige eben in Eigenregie mehr als 13 Minuten Vorsprung heraus.

Erst nach 190 Kilometern war eine der längsten Alleinfahrten der Tour-Geschichte beendet, danach übernahmen die Sprintteams das Kommando.

Lesen Sie auch: Tour de France 2017 - Weltmeister Sagan gewinnt dritte Etappe in packendem Finale

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren