Russen-Ausschluss gefordert: Biathletin Gabriela Koukalova wüst beschimpft

Nach ihrer Forderung nach einem Olympia-Ausschluss für alle russischen Athleten bei den Winterspielen in Pyeongchang wird die tschechische Biathletin Gabriela Koukalova im Internet wüst beschimpft und bedroht.  
| dpa/sid
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"Mir tun alle ehrlichen Sportler aufrichtig leid, die unschuldig in diese für sie nicht leichte Situation geraten sind", reagierte Gabvriela Koukalova auf die Einwände.
dpa "Mir tun alle ehrlichen Sportler aufrichtig leid, die unschuldig in diese für sie nicht leichte Situation geraten sind", reagierte Gabvriela Koukalova auf die Einwände.

Nach ihrer Forderung nach einem Olympia-Ausschluss für alle russischen Athleten bei den Winterspielen in Pyeongchang wird die tschechische Biathletin Gabriela Koukalova im Internet wüst beschimpft und bedroht.

Östersund - Die tschechische Biathlon-Weltmeisterin Gabriela Koukalova sieht sich aufgrund ihrer Forderung nach einem russischen Komplett-Ausschluss von den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) eindeutigen Drohungen ausgesetzt.

Dies legen zumindest Kommentare auf ihrer Facebook-Seite nahe, auf der sie zuvor ihre Meinung kundgetan hatte. "Russland wird dich beim Weltcup in Tjumen erwarten", schrieb ein Nutzer. In einem weiteren Kommentar wurde die 28-Jährige als Faschistin bezeichnet, sie habe nun "Hunderte Millionen Feinde" und müsse "überall sehr, sehr vorsichtig sein".

"Sie sind eine tschechische Prostituierte, die wie im Delirium redet", schrieb ein User am Donnerstag auf der Facebook-Seite der 28-Jährigen. "Als Sportlerin vielleicht gut, aber als Mensch erbärmlich", meinte ein anderer zur zweimaligen Weltmeisterin. Es gebe keine Beweise für Doping, hieß es in zahlreichen Kommentaren.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Mittwoch drei weitere Russen lebenslang für Olympia gesperrt, die Zahl der vom IOC ausgeschlossenen Athleten stieg damit auf 22. Am Dienstag wird auf Grundlage der Ergebnisse einer Untersuchungsgruppe die Frage beantwortet, inwieweit russische Politiker und Behörden an dem Betrugssystem bei den Spielen 2014 in Sotschi beteiligt waren und ob das Riesenreich vom IOC komplett von den Winterspielen ausgeschlossen wird.

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Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Erik Lesser (Frankenhain) jedenfalls hofft auf "eine ordentliche Strafe", auch wenn er sich einen Ausschluss aller russischer Wintersportler nicht vorstellen kann. "Es wäre schon schwer, jemanden zu sperren, bei dem man keine positive Dopingprobe vorliegen hat.

Rein juristisch wird das nicht ganz haltbar sein", mutmaßte der 29-Jährige, der betonte, "dass die komplette Sportgemeinschaft in Sotschi beschissen wurde". Wie gespalten das Biathlon-Lager ist, verdeutlicht die Meinung des sechsmaligen Gesamtweltcup-Siegers Martin Fourcade.

Der Franzose gilt als ein Vorkämpfer gegen Doping, war in der Vorsaison der Wortführer der Skijäger, die sogar einen Weltcup-Boykott in Betracht gezogen hatten. Nun sagte Fourcade der französischen Nachrichtenagentur AFP aber: "Wenn es bewiesen ist, dass es institutionelles Doping gab und dass alle Sportler in Sotschi (bei den Winterspielen 2014/d. Red.) davon profitiert haben, sollten diese Athleten nicht nach Pyeongchang fahren. Sind es nur wenige, dann müssen wir diese Individuen bestrafen und nicht die gesamte russische Nation."

Lesen Sie hier: Hildebrand knackt halbe Olympia-Norm

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