Start in den Biathlon-Weltcup: Franziska Hildebrand knackt halbe Olympia-Norm

Das erste Einzelrennen der neuen Biathlon-Saison endet ohne einen Podestplatz für die deutschen Skijägerinnen. Während Laura Dahlmeier zu Hause auf der Couch die Daumen drückt, wird Franziska Hildebrand 13. Es siegt eine Weißrussin.
| sid/dpa
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Franziska Hildebrand hatte in der Saisonvorbereitung mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die zweimalige Weltcupsiegerin überdehnte sich bei einem Trainingsunfall im Sommer die Außenbänder im rechten Knöchel, und das Syndesmoseband war angerissen.
dpa Franziska Hildebrand hatte in der Saisonvorbereitung mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die zweimalige Weltcupsiegerin überdehnte sich bei einem Trainingsunfall im Sommer die Außenbänder im rechten Knöchel, und das Syndesmoseband war angerissen.

Das erste Einzelrennen der neuen Biathlon-Saison endet ohne einen Podestplatz für die deutschen Skijägerinnen. Während Laura Dahlmeier zu Hause auf der Couch die Daumen drückt, wird Franziska Hildebrand 13. Es siegt eine Weißrussin.

Östersund - Das Lächeln fiel Franziska Hildebrand bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt schwer. So schwer, dass erst der Blick auf die Ergebnistafel ihre Miene ein wenig aufhellte.

"Es ist wirklich schön, dass der 13. Platz schon mal auf der Habenseite steht", sagte die 30-Jährige, die beim Biathlon-Weltcup in Östersund als beste Deutsche über die 15-Kilometer-Distanz immerhin die halbe Olympia-Norm knackte: "Ich denke und hoffe, dass es nun so weitergeht."

Eine Podestplatzierung, vielleicht sogar ein deutscher Sieg, war in Abwesenheit der erkälteten Überfliegerin Laura Dahlmeier praktisch ausgeschlossen gewesen. Dass Staffel-Weltmeisterin Hildebrand aber das erfreulichste Resultat für den Deutschen Skiverband (DSV) liefern würde, kam ziemlich überraschend.

Schließlich hatte sie im Sommer mit einer Knöchelverletzung zu kämpfen gehabt, konnte deshalb lange Zeit nur dosiert trainieren - das Fragezeichen vor dem ersten Auftritt im olympischen Winter war dementsprechend groß. "Ich habe im Rennen aber eigentlich gar nichts gemerkt", sagte Hildebrand, der die raue Polarluft in Mittelschweden viel mehr am Schießstand Probleme bereitete.

"Es war ja das erste Mal so richtig kalt in diesem Winter. Jeder kämpft mit kalten Händen, das macht das Schießen umso schwieriger", sagte die Sportsoldatin vom WSV-Clausthal-Zellerfeld mit Blick auf Temperaturen von Minus elf Grad. Von insgesamt 20 Schüssen verfehlte die Deutsche allerdings nur einen, der dummerweise direkt mit einer Strafminute sanktioniert wurde.

Herrmann mit der besten Laufzeit

Die drei Athletinnen auf dem Podest - es siegte überraschend Nadeschda Skardino aus Weißrussland vor Synnoeve Solemdal (Norwegen) und Juliia Dzhima (Ukraine) - blieben allesamt ohne Fehlschuss. Der Erfolg von Dahlmeier (Partenkirchen) im Vorjahr bleibt damit zum Auftakt einer Saison der einzige aus den vergangenen zehn Jahren.

Die siebenmalige Weltmeisterin, die in Hochfilzen im Februar unter anderem im Einzel triumphiert hatte, fehlt in Mittelschweden wegen eines Infekts. Sie wird voraussichtlich beim nächsten Weltcup in Hochfilzen (8. bis 10. Dezember) ihren Einstand geben.

Ohne die 24-Jährige war Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) auf Rang 19 hinter Hildebrand zweitbeste Deutsche. Denise Herrmann (Oberwiesenthal/23.), Franziska Preuß (Haag/30.), Maren Hammerschmidt (Winterberg/35.) und Vanessa Hinz (Schliersee/46.) enttäuschten. Am Freitag geht es bei den Frauen mit dem Sprint über 7,5 Kilometer weiter.

Herrmann legte zwar die beste Laufzeit aller 102 Starterinnen vor, leistete sich aber vier Schießfehler. "Ein, zwei Fehler weniger wären ganz gut gewesen. ich weiß aber, dass ich gut in Schuss bin und freue mich auf den Sprint", sagte die ehemalige Langläuferin.

Preuß sprach nach monatelanger, krankheitsbedingter Pause von einem "soliden Rennen. Ich schaue jetzt, dass ich von Rennen zu Rennen mehr in Schwung komme." Mit seinen besten Athleten wird der DSV am Donnerstag beim Klassiker der Männer über 20 Kilometer vertreten sein.

Auch Massenstart-Weltmeister Simon Schempp (Uhingen), der in den Mixed-Staffeln noch geschont worden war, will dann den ewigen Rivalen und sechsmaligen Gesamtweltcup-Sieger Martin Fourcade (Frankreich) herausfordern. "Ich bin noch immer so ehrgeizig und hungrig wie zuvor", sagte Schempp, der in diesem Februar in Hochfilzen seine erste Einzelmedaille gewonnen hatte: "Wie die Form ist, weiß man aber leider so wirklich erst, wenn das erste Rennen absolviert ist."

Lesen Sie hier: Der Biathlon-Tüv mit Fritz Fischer

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