Mick Schumacher: Der Mensch, der Fahrer

Nun ist es offiziell: Mick Schumacher, Sohn von Motorsport-Ikone Michael Schumacher, fährt kommende Saison in der Formel 1. "Ich bin unglaublich glücklich und einfach sprachlos", sagt er.
| Julius Zirngibl
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Mick Schumacher fährt ab der neuen Saison in der Formel 1.
Matthias Schrader/dpa Mick Schumacher fährt ab der neuen Saison in der Formel 1.

Knapp dreißig Jahre ist es her, dass der Name Schumacher das erste Mal in der Formel 1 für Aufsehen sorgte. Damals gab Michael im Spätsommer 1991 beim Großen Preis von Belgien sein Debüt.

Nun, sieben Weltmeistertitel später und gut acht Jahre nach Schumis Karriereende, tritt dessen Sohn Mick in seine Fußstapfen. Er hat den Aufstieg in die Königsklasse geschafft. Ab kommender Saison geht der 21-Jährige als Stammpilot beim Haas-Team an den Start. Dort hat er einen Vertrag für mehrere Jahre unterschrieben. "Die Aussicht, nächstes Jahr in der Formel 1 zu sein, macht mich unglaublich glücklich und ich bin einfach sprachlos", sagte der junge Schumacher.

Mick Schumacher: "Möchte meinen Eltern meine Liebe aussprechen"

Seine Eltern nahmen bei seinem Aufstieg eine große Rolle ein. Sie förderten sein Talent und ermöglichten ihm immer mal Extrarunden auf eigens gemieteten Rennstrecken. "Ich möchte meinen Eltern meine Liebe aussprechen - ich weiß, dass ich ihnen alles schulde", so Mick. Seinen eigenen Weg will er in der Formel 1 dennoch gehen, auch wenn die Erwartungshaltung dem großen Namen geschuldet hoch sind. Die AZ stellt Mick Schumacher, die wichtigsten Personen in seinem Leben und seinen Werdegang genauer vor.

Der Sohn von Michael und Corinna Schumacher wurde am 22. März 1999 geboren. Mit Gina-Maria hat er eine knapp zwei Jahre ältere Schwester. Seine Familie war es, die als Erstes von seinem Cockpit in der Formel 1 erfuhr. "Wir freuen uns alle auf das kommende Jahr", sagte Mick Schumacher.

Mick Schumacher stieg schon mit drei Jahren ins Kart

Abgeschirmt vom Medienrummel, wuchs er im schweizerischen Vufflens-le-Château, später in Gland am Genfersee auf. Sein Talent zeichnete sich früh ab. Im Alter von drei Jahren machte Mick erste Rennerfahrungen im Kart, ab 2008 fuhr er in Meisterschaften. Um sich einen eigenen Namen zu machen, begann er seine Karriere unter dem Pseudonym Mick Betsch, dem Mädchennamen seiner Mutter.

Auch neben der Rennstrecke mag es der 21-Jährige rasant. In seiner Freizeit dreht sich alles um schnelle Sportarten, sei es Rennrad, Ski, Mountainbike, Wakeboard oder Motocross. Aber nicht nur Michael und Mick, sondern auch die Frauen der Familie haben sportlich Einiges drauf: Corinna krönte sich 2010 zur Europameisterin im Western-Reiten. Gina-Maria ist ebenfalls erfolgreiche Western-Reiterin, holte 2017 Goldmedaillen bei der WM der Jungen Reiter mit der Mannschaft und im Einzelreiten.

Mit Stolz begleitete Michael den Werdegang seiner Kinder - bis zu seinem tragischen Ski-Unfall am 29. Dezember 2013 in den französischen Alpen. Was folgte, war nur Angst um Michaels Leben. Die Familie hält sich über Michaels Zustand nach dem schweren Schädel-Hirn-Trauma bedeckt. Mick Schumacher war damals erst 14 Jahre alt.

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Der tragische Vorfall tat seiner Motorsport-Karriere allerdings keinen Abbruch. Zu Verdanken hat er das unter anderem Sabine Kehm, der Managerin der Familie. Im Jahr nach dem Unfall wird Mick jeweils Zweiter in der Welt- und Europa-Kartmeisterschaft. 2015 folgt der Schritt in den Formel-Sport.

Mick Schumacher hat einen steilen Aufstieg hinter sich

Von da an ging es steil bergauf: Nach zwei Jahren in der Formel 4 startete Mick 2017 in der Formel 3. In seiner zweiten Saison holte er sich den ersten großen Titel - und als Belohnung ein Cockpit in der Formel 2. In seinem zweiten Jahr dort steht Mick wieder kurz vor dem Titelgewinn. "Er hat gezeigt, dass er das hat, was man braucht, um einer der Großen in diesem Sport zu werden", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Seine Beförderung in die Königsklasse verwundert nicht. Schon vor zwei Jahren weckten seine starken Leistungen das Interesse der großen Rennställe und führten zur Aufnahme in die Fahrer-Akademie von Ferrari. Die Frage ist eher, ob er der hohen Erwartung, die mit dem Namen Schumacher einhergeht, gewachsen ist oder ob dieser wie ein Zusatzgewicht wirkt. Ihm gebührt das Schlusswort. "Ich bin im Hier und Jetzt und freue mich, dass ich nächstes Jahr Formel-1-Fahrer bin. Was die Zukunft bringt, müssen wir dann sehen."

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