Lisicki:"Die große Bühne, die ich liebe"

Hier erklärt die deutsche Hoffnung Sabine Lisicki dem AZ-Reporter die Faszination Wimbledons.
| Jörg Allmeroth
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"Dieses Kribbeln, diese Gänsehaut". Sabine Lisicki über ihr Wimbledon-Gefühl.
firo Sportfoto/Augenklick "Dieses Kribbeln, diese Gänsehaut". Sabine Lisicki über ihr Wimbledon-Gefühl.

AZ: Frau Lisicki, schon wieder richten sich die Blicke der Tenniswelt in Wimbledon auf Sie. Am großen Achtelfinaltag treffen Sie auf Serena Williams - das war nach den letzten schweren Tourmonaten nicht zu erwarten.

SABINE LISICKI: Wimbledon gibt mir irgendwie eine besondere Kraft. Hier geschehen einfach großartige Dinge für mich. Ich weiß, dass ich hier immer noch etwas Besonderes schaffen kann. Hier habe ich einfach mehr Kraft, mehr Zutrauen, auch mehr Power. Das ist die große Bühne, die ich liebe, von ganzem Herzen.

Wie zeigt sich das besondere Lebensgefühl Wimbledons?

Wenn ich das erste Mal durch das Haupttor des Clubs auf die Anlage gehe, spüre ich dieses Kribbeln. Das ist so ein Gänsehaut-Moment, der Moment, wo du weißt: Jetzt ist das Turnier da, auf das du gewartet hast. Und bei dem du das Letzte und Beste aus dir herausholen willst.

Bei Ihren letzten Starts haben Sie jeweils die amtierende French-Open-Siegerin ausgeschaltet: Kusnetsowa 2009, Li Na 2011, Scharapowa 2012. 2013 hat Serena Williams in Paris gewonnen, jetzt Ihre Gegnerin im Achtelfinale.

Das ist schon eine verrückte Story und Serie. Ich glaube aber an mich und meine Chance. Und wir spielen auf dem Centre Court, meinem Lieblingsplatz, dem Platz, den ich mehr liebe als jeden anderen auf der Welt. Dieser Platz atmet Tradition, dieser Platz ist eine Kostbarkeit - und er macht Spieler zu großen Stars.

Nach Ihren vergangenen Centre Court-Auftritten taufte die britische Presse Sie „BumBum-Bine", „Doris Becker".

Fand ich ganz lustig. Die Namen haben sie mir ja nach dem Spiel gegen Li Na 2011 gegeben, als ich Matchbälle mit Assen abgewehrt und noch gewonnen habe. Das war ein Schlüsselspiel für mich, da habe ich zum ersten Mal gemerkt, was ich in Wimbledon leisten kann. Das war schon eine unheimlich schöne Erfahrung, diese Gewissheit, in den wichtigsten Momenten nicht ängstlich zu werden, sondern mit vollem Selbstbewusstsein draufgehen zu können.

Damals hat Wimbledon Ihnen sogar geholfen, die Folgen einer schweren Verletzung zu überwinden.

Wer weiß, wie es weitergegangen wäre, wenn ich nicht dieses tolle Comeback in Wimbledon gehabt hätte – bis ins Halbfinale hinein. Da ist auch eine große Dankbarkeit bei mir bis heute da. Wimbledon war immer gut zu mir, aber in jenem Jahr war das gute Ergebnis besonders wichtig.

Aber auch 2013 lief nicht berauschend bisher, Trainer kamen und gingen. Nun ist der Belgier Wim Fissette mit im Team Lisicki, einst auch Coach von Kim Clijsters.

Das ist jetzt eine gute Mannschaft, die wir haben. Wim ergänzt sich gut mit meinem Vater, das passt. Man muss als Profisportler auch mal nicht so schöne Erfahrungen machen, um zu wissen, was man wirklich braucht und will.

 

 

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