Kickbox-Queen Marie Lang: So hart war meine Titelverteidigung

Weltmeisterin Marie Lang, die sich vegan auf den Kampf vorbereitet hat, verteidigt ihren Titel, muss aber im Ring richtig leiden. Eine schwere Erkältung hat sie geschwächt. "Ein Totalzusammenbruch."
| Matthias Kerber
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Hoch das Bein! Kickbox-Queen Marie Lang verteidigt ihren Titel gegen Ajla Lukac und bleibt Weltmeisterin.
Halil Tosun/ho Hoch das Bein! Kickbox-Queen Marie Lang verteidigt ihren Titel gegen Ajla Lukac und bleibt Weltmeisterin.

Seit Montagmittag ist Marie Lang ganz offiziell keine Veganerin mehr. Die Münchner Kickbox-Queen hatte sich auf ihre Titelverteidigung gegen die Serbin Ajla Lukac, ebenfalls Weltmeisterin, erstmals in ihrer Karriere vegan vorbereitet und seit Jahresanfang auf tierische Produkte verzichtet. Nach dem klaren Punktsieg im Münchner Showpalast, der die Vorbereitungs-odyssee erfolgreich zu Ende brachte, mutierte Lang wieder zur Fleischfresserin.

"Ich habe mir einen Rindertartar-Burger gegönnt, als ich mit meiner Familie am Viktualienmarkt essen gegangen bin", sagte die 33-jährige Championesse der fliegenden Fäuste und Füße der AZ, "ich werde aber in Zukunft sicher weniger und viel bewusster Fleisch essen. Es ist gut möglich, dass ich mich auf den nächsten Kampf wieder vegan vorbereite, denn eigentlich habe ich mich bombastisch gefühlt."

Absage des Kampfes wurde diskutiert: Erstes Training erst am Mittwoch

Eigentlich. Denn am 6. Februar, also zehn Tage vor dem Kampftag, kratzte es plötzlich ganz kräftig im Hals von Lang. Eine Erkältung, das Schreckgespenst aller Sportler, war im Anflug.

Und es erwischte die Weltmeisterin so richtig. Tränende Augen, laufende Nase, Husten, Schnupfen. Mehrere Tage musste sie das Bett hüten, sogar eine Absage des Kampfes wurde intern diskutiert.

"Es ging Marie wirklich sehr schlecht. Ich war nicht sicher, ob sie es durchstehen würde, erst am Mittwoch vor dem Kampfabend am Sonntag konnte sie wieder ganz leichtes Training machen", sagte ihr Coach Mladen Steko der AZ, "wir haben uns aber entschlossen, es durchzuziehen, und haben es geheimgehalten."

Lang im Kampf: "Ich wusste, dass ich Luft für viel mehr hatte"

Doch im Ring haben Geheimnisse, die die eigene Schwäche verbergen sollen, nur eine überschaubare Halbwertszeit. Drei Runden dominierte Lang ihre Gegnerin klar in diesem WM-Kampf, Lukac setzte mehr auf Provokationen und Mätzchen als echte Aktionen.

Doch in der vierten Runde war es vorbei mit der Herrlichkeit. "Das war wie ein Totalzusammenbruch. Ich kriegte keine rechte Luft mehr", gestand Lang, "ich habe echt mit brennender Lunge gekämpft. Das hatte ich noch nie, denn ich wusste, dass ich eigentlich Luft für viel mehr hatte. Gerade in der Vorbereitung war das echt mega. Zum Glück habe ich mich in der letzten Runde wieder gefangen, aber natürlich habe ich mich geärgert, dass es so gelaufen ist."

Am Ende war es aber trotzdem ein klarer und einstimmiger Punktsieg für Lang, die sich jetzt erstmal eine Woche Erholungspause gönnt.

Besser und klarer machte es Kickbox-Weltmeister Pascal Schroth. Bei seinem zweiten Kampf seit seinem doppelten Genickbruch, den er am 20. Oktober 2018 bei einem Fight in China erlitten hatte, deckte er seinen Gegner Giannis Boukis von Anfang an mit Schlägen und Tritten ein – und nach einem Körperhaken in der zweiten Runde lag Boukis am Boden. Schroth vollführte dementsprechend Freuden- und Siegersprünge. "Er ist brutal abgeklärt im Ring", sagte Trainer Steko, "man sieht sein Potenzial – und dass Kämpfen einfach sein Leben ist."

Lesen Sie auch: Kickboxerin Marie Lang und das etwas andere Feigenblatt

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