Hitzfeld suspendiert Demichelis

Martin Demichelis wollte nicht mehr im Mittelfeld spielen. Mit einem Wutanfall hat er zwar seinem Frust Luft gemacht, aber auch seine Suspendierung provoziert. „Mir blieb nichts anderes übrig, als Martin nicht mit nach Cottbus zu nehmen und ihn bis auf Weiteres vom Training zu suspendieren", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.
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Bayern-Coach Hitzfeld wirft Demichelis raus.
firo/Augenklick Bayern-Coach Hitzfeld wirft Demichelis raus.

MÜNCHEN - Martin Demichelis wollte nicht mehr im Mittelfeld spielen. Mit einem Wutanfall hat er zwar seinem Frust Luft gemacht, aber auch seine Suspendierung provoziert. „Mir blieb nichts anderes übrig, als Martin nicht mit nach Cottbus zu nehmen und ihn bis auf Weiteres vom Training zu suspendieren", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.

Es lief wunderbar beim FC Bayern zuletzt – das ärgerliche, aber sportlich nicht relevante 1:2 gegen den RSC Anderlecht am Mittwoch einmal ausgenommen. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld rotierte seine Stars nach Belieben rein und raus, eilte von Sieg zu Sieg. Und die Spieler waren zufrieden mit ihren Teilzeitjobs. Der Erfolg heiligte die Mittel.

Doch nun reichte es dem ersten Star. Am Freitag flippte Martin Demichelis (27) aus. Er suchte nach dem Abschlusstraining das Gespräch mit Hitzfeld. Weil der Coach in der Innenverteidigung auf Abwehrchef Lucio und den zuletzt starken Daniel van Buyten vertraut, musste Demichelis – in der Hinrunde noch unumstrittener Stammspieler – nach seiner Zwangspause wegen eines Muskelfaserrisses ab ins Mittelfeld. Man könnte sagen, Hitzfeld habe extra einen Platz (erstmals vor zwei Wochen beim 1:0 in Schalke) für den Argentinier gesucht – doch Demichelis sah es als Abschiebung. Er wollte nicht mehr. Und als ihm Hitzfeld ankündigte, er solle auch am Samstag bei Energie Cottbus (15.30 Uhr, Premiere live) im defensiven Mittelfeld für den gesperrten Mark van Bommel antreten, tobte Demichelis.

„Herr Hitzfeld hat mich zwei Mal gebeten, der Mannschaft zu helfen. Das habe ich getan", sagte Demichelis der AZ, „doch nun finde ich, dass es berechtigt ist, dass ich dort spielen möchte, wo ich am stärksten bin." Bei der Wahl seiner Worte gegenüber Hitzfeld dürfte er nicht so sachlich gewesen sein. „Dem Spieler sind leider die Nerven durchgegangen", sagte der Trainer. Seine Reaktion: „Mir blieb nichts anderes übrig, als Martin nicht mit nach Cottbus zu nehmen und ihn bis auf Weiteres vom Training zu suspendieren." Ein Rausschmiss wegen Arbeitsverweigerung.

„Ein Spieler kann sich nicht aussuchen, auf welcher Position er spielen möchte. Das ist hier kein Wunschkonzert", sagte Hitzfeld. Eine Geldstrafe für Demichelis werde es aber nicht geben. „Das ist kein Problem des Vereins, sondern eines zwischen Martin Demichelis und mir", sagte Hitzfeld. Wie schon im Dezember, als der Coach Kapitän Oliver Kahn wegen seiner Kollegenschelte und dem vorzeitigen Verlassen der Weihnachtsfeier für die Partie in Berlin (0:0) suspendiert hatte, griff er gnadenlos durch. Wie der 59-Jährige mehrfach angekündigt hatte: „Ich muss härter werden." Gesagt, getan.

Opfer Demichelis zeigte am Nachmittag nur bedingt Reue. „Mein Herz schlägt für den FC Bayern, ich fühle mich als Sohn des Vereins. Ich will mich bei den Fans für diese Aktion entschuldigen und Ottmar Hitzfeld nicht kritisieren", sagte er: „Aber ich bin Stammspieler in Argentinien und möchte auch hier auf meiner angestammten Position spielen. Ich bin kein Kind, ich bin alt genug." Nun hofft er auf ein Gespräch mit dem Trainer in der nächsten Woche.

Einsichtig zeigte er sich kaum. Demichelis zur AZ: „Die Strafe und die Reaktion des Trainers empfinde ich als zu hart. Ich habe die Anerkennung von der gesamten Bundesliga, einer der besten auf dieser Position zu sein."

P. Strasser, D. Martinez

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