Hans Meyer steigt bei Abstieg aus

Die Lage beim 1. FC Nürnberg wird durch das Unentschieden gegen Rostock immer bedrohlicher. Sollten die Franken die Klasse nicht halten können, müssen sie sich im Sommer einen neuen Trainer suchen.
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Nie mehr zweite Liga: Hans Meyer
dpa Nie mehr zweite Liga: Hans Meyer

Die Lage beim 1. FC Nürnberg wird durch das Unentschieden gegen Rostock immer bedrohlicher. Sollten die Franken die Klasse nicht halten können, müssen sie sich im Sommer einen neuen Trainer suchen.

Von den Rängen hagelte es gellende Pfiffe, Sportdirektor Martin Bader spülte den Frust mit einer Flasche Bier herunter und Trainer Hans Meyer rang nach Worten - beim 1. FC Nürnberg läuten nach dem Tiefschlag im Kellerderby der Fußball- Bundesliga gegen Hansa Rostock die Alarmglocken. «Unsere Situation ist dramatisch schlechter geworden. Das trifft uns tief am Nerv», fasste Meyer nach dem bitteren 1:1 (1:1) die prekäre Lage beim DFB- Pokalsieger zusammen. Vom Abstieg sprach er nicht, doch Meyer hat sich für diesen Fall schon längst entschieden: Eine Klasse tiefer wird er kein «Club»-Trainer mehr sein.

«Sein Vertrag gilt nur für die erste Liga«

«Hans Meyer steht uns in der zweiten Liga nicht mehr zur Verfügung, sein bis 2009 laufender Vertrag gilt nur für die erste Liga», sagte Manager Bader am Sonntag. In Nürnberg solle es anders sein als in Freiburg oder Mainz, «wo mit einem Trainer abgestiegen wird, damit er das Team anschließend wieder nach oben führt. Das hat Meyer für sich bereits kategorisch ausgeschlossen.» In der «Welt» (Montag-Ausgabe) betonte Bader, dass es aber weder ein Ultimatum noch sonst irgendwelche Forderungen gebe.

Beim enttäuschenden Remis gegen Rostock verdarben eine hilflose und total verkrampfte «Club»-Elf und der kuriose Ausgleich der Hanseaten Jubilar Meyer das 75. Bundesliga-Spiel als FCN-Coach und machten der schlechtesten Auswärts-Mannschaft der Liga Hoffnung für die Zukunft. «Einer war für den anderen da. Nur so kann man im Abstiegskampf bestehen», sagte Hansa-Torschütze Christian Rahn.

«Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhören will»

Meyer hatte sich den Start ins neue Fußball-Jahr ganz anders vorgestellt. Der nicht erstliga-taugliche Auftritt gegen biedere Rostocker hat den Druck auf Meyer erhöht, doch Bader hält gar nichts von den Spekulationen um die Zukunft des Trainers. «Meyer ist 36 Jahre im Geschäft und weiß genau, wie die Dinge laufen. Wir brauchen uns nicht über Treueschwüre zu unterhalten, die wie bei Misserfolgen in die Tonne kloppen können», sagte der Sportdirektor. Der Trainer hatte kürzlich mit dem vorzeitigen Rücktritt kokettiert, stellte aber am Samstag klar: «Ich wollte nur sagen, dass bis Ende Februar eine Situation entstehen kann, in der ich aufhören muss. Ich habe nicht gesagt, dass ich aufhören will.»

Verzweiflung, wenn nicht gar schon Resignation stand dem Thüringer am Samstag ins Gesicht geschrieben. «Dass man an sich glaubt, der absolute Wille, all' das gelingt uns momentan nicht», sagte Meyer, der sich nicht lange über das erste Bundesliga-Tor des tschechischen «Club»-Neuzugangs Jan Koller (19. Minute) freuen konnte. Acht Minuten später drosch Hansa-Profi Thomas Rathgeb den Ball nach vorne, und die FCN-Abwehrspieler schauten wie angewurzelt zu, als Ex-Nationalspieler Rahn den Ball ins Tor lupfte.

Misimovic kritisiert Offensivspiel

«Das unglaublich ärgerliche Gegentor hat gezeigt, dass wir Nerven haben», meinte Meyer. Der Torschütze genoss nach dem Schlusspfiff die kuriose Szene. «Ich habe den Ball überragend angenommen und traumhaft verwandelt», schilderte Rahn schmunzelnd. Danach geriet der Gastgeber völlig von der Rolle, rannte ungestüm, aber wirkungslos nach vorne. «Im Moment sind wir nicht so stark, um mit dieser Situation souverän umgehen zu können», gestand Nürnbergs Kapitän Tomas Galasek, der wegen der fünften Gelben Karte in Bremen fehlen wird.

Zvjezdan Misimovic kritisierte das einfältige Offensivspiel seiner Mannschaft, die sich zu sehr auf den langen Koller verlasse: «Nur lange Bälle sind nicht das Erfolgsrezept.» Der Mittelfeldspieler war in der 2. Minute mit dem rechten Knöchel umgeknickt, zog sich dabei einen Bänderriss im linken Knöchel zu und fällt mehrere Wochen aus. (Gerd Münster, dpa)

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