Günter Bosch wird 80: "Günzi-Baby" macht alles für die große Liebe

Günther Bosch, der Boris Becker entdeckt hat, feiert seinen Ehrentag im kleinen Kreis. "Wenn sich Boris meldet, umso schöner. Wenn nicht, ist es auch okay. "Ich weiß, was ich für seinen Erfolg geleistet habe."
| sid/az
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"Boris war kein Trainings-Weltmeister", sagt Günther Bosch über Becker, den er 1985 zum Triumph in Wimbledon geführt hat.
Rauchensteiner/Augenklick "Boris war kein Trainings-Weltmeister", sagt Günther Bosch über Becker, den er 1985 zum Triumph in Wimbledon geführt hat.

München - Günther Bosch schlägt sich für seine große Liebe noch heute die Nächte um die Ohren. "Ich sehe mir alles über Tennis an, egal, auf welchem Kontinent gespielt wird. Ich lese alles und höre alles. Tagtäglich - und auch nachts", sagte der langjährige Wegbegleiter von Boris Becker und verwies auf seine Papierberge auf dem Tisch: "Da stehen alle Turniere drauf, die stattgefunden haben. Und alle, die derzeit laufen."

"Ich verfolge die Matches am Computer", meinte der Becker-Entdecker. Und man merkt, dass das Feuer noch brennt bei "Günzi". Andrea Petkovic müsse "variabler" spielen - und Angelique Kerber "endlich ihren zweiten Aufschlag" verbessern, kritisierte Bosch.

Am Mittwoch (1. März) allerdings wird der Platz vor dem PC leer bleiben. Bosch feiert seinen 80. Geburtstag. Im "engsten Kreis", wie er sagt, mit Frau Rodica und Tochter Christina, weiteren Familienmitgliedern und Freunden. "Mit allen eben, die mir ermöglicht haben, meinen Beruf als Tennistrainer auszuüben - und die sich dafür geopfert haben."

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Das Handy wird in Griffweite liegen. Ob Becker anruft, der Mann, der dreimalige Wimbledonsieger, der das Leben von Bosch so nachhaltig geprägt hat, weiß Bosch nicht. Vielleicht bleibt das Telefon stumm, eventuell denkt "der Boris" aber dran und ruft in den Hörer: "Happy Birthday, Günzi-Baby!"

"Wenn sich Boris meldet, umso schöner. Wenn nicht, ist es auch okay", sagte Bosch: "Ich weiß, was ich für seinen Erfolg geleistet habe. Darauf bin ich stolz." Man spürt noch heute: Die Trennung, knapp zwei Jahre nach Beckers erstem Wimbledonsieg im Juli 1985, hat ihre Spuren hinterlassen.

"Boris war kein Trainings-Weltmeister"

1982 hatte Bosch auf Wunsch von Karl-Heinz und Elvira Becker die individuelle Betreuung ihres Sohnes übernommen. "Man musste Boris von morgens bis abends von allem überzeugen", erzählte Bosch: "Boris war kein Trainings-Weltmeister."

Doch noch immer ist jeder dieser goldenen Tage mit dem Jahrhundertgenie Becker so präsent wie eh und je. "Es hat außer ihm nie einen mit diesem unglaublichen Willen, dieser Leidensfähigkeit und dieser grenzenlosen Liebe zum Spiel gegeben", sagte der "Mann, der meine Mutter war" (Becker über Bosch).

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Für Bosch bleibt der Erfolg von Becker einmalig. Einem etwaigen Engagement seines Ex-Schützlings Becker beim Deutschen Tennis Bund steht Bosch skeptisch gegenüber: "Da geht es um Politik, weil viele Landesfürsten mitmischen. Ob das das Richtige für Boris ist, weiß ich nicht..."

Ein großes Lob sprach er Becker aber für dessen Arbeit als TV-Kommentator aus: "Das war ein Genuss. Es war etwas Außergewöhnliches." So wie Boschs Zusammenarbeit mit Becker.

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