Interview

Gold-Kanutin Ricarda Funk im Interview: "Ich habe richtig Bock"

Nach dem Olympia-Gold in Tokio tritt Ricarda Funk nun bei der Weltmeisterschaft im Kanu-Slalom an. Im Interview mit der AZ blickt die 29-Jährige auch schon auf das Heimspiel 2022 in Augsburg voraus.
| Martin Wimösterer
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Erfolg im Zeichen der Ringe: Ricarda Funk ist seit knapp zwei Monaten Olympiasiegerin. Jetzt tritt sie bei der Weltmeisterschaft an.
Erfolg im Zeichen der Ringe: Ricarda Funk ist seit knapp zwei Monaten Olympiasiegerin. Jetzt tritt sie bei der Weltmeisterschaft an. © Jan Woitas/dpa

AZ-Interview mit Ricarda Funk: Die 29-Jährige gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio kürzlich Gold im Kanu-Slalom.

AZ: Frau Funk, die Weltmeisterschaft im Kanu-Slalom in Bratislava beginnt.
RICARDA FUNK: Da gehe ich jetzt an den Start. Ich möchte natürlich daran anknüpfen, was ich vorher gezeigt habe. Ich habe dort schon zehn Tage trainiert, die Strecke wurde nochmals umgebaut. Das Wildwasser ist dort eher wuchtig. Es wird sicher eine Herausforderung, aber ich habe richtig Bock auf diese neue Challenge.

Kanu-Slalom bekommt Aufmerksamkeit

Ihr Olympiasieg ist knapp zwei Monate her. Wie hat er sich auf Sie ausgewirkt?
Es freut mich vor allem, dass Kanu-Slalom Aufmerksamkeit bekommen hat. Das kann nicht schaden mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Augsburg.

Was für Sie eine Heim-Heim-WM werden wird...
Quasi. Augsburg ist seit 2011 mein Lebensmittelpunkt. Ich ging für den Sport dorthin und studierte dort Medien- und Kommunikationswissenschaften. Die Universität ist eine Partnerhochschule des Spitzensports. Es gab spezielle Regelungen, dafür bin ich dankbar. Ich habe den Bachelor abgeschlossen und überlege, ob ich noch den Master anhänge.

"Tanz auf dem Wasser": So sieht Ricarda Funk ihre Sportart, den Kanu-Slalom. Zuletzt probierte sie die neue Disziplin Boater-Cross aus.
"Tanz auf dem Wasser": So sieht Ricarda Funk ihre Sportart, den Kanu-Slalom. Zuletzt probierte sie die neue Disziplin Boater-Cross aus. © Jan Woitas/dpa

Augsburg ist als Kanu-Stadt bekannt. Sind Sie als Olympiasiegerin dort nun bekannt wie ein bunter Hund?
Es hält sich in Grenzen. In der Szene kennt man mich schon, darüber hinaus - da bin ich mir nicht ganz so sicher.

Haben Sie nach Tokio neue Sponsoren gewonnen?
Sagen wir so: Das ist in Arbeit. Ich bin seit 2011 in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.

Sie waren zuletzt in Frankreich. Im Urlaub?
Ich war im Trainingslager. In Pau fand ein Weltcup statt. Leider nicht in meiner angestammten Disziplin, dem Kanu-Slalom, sondern im Boater- Cross, das bei den Spielen 2024 erstmals olympisch sein wird.

Trend zu modernen Sportarten

Der Trend geht bei den Olympischen Spielen ja in diese Richtung, moderne Sportarten einzubauen.
Ja, darum haben sie Boater- Cross aufgenommen. Dort fährt man in Wildwasserbooten aus Hartplastik. Man startet von einer Rampe und tritt gegeneinander an, wie beim BMX. Das ist noch actionreicher. Es war mein erster Versuch.

Dann könnten Sie 2024 in Paris ja in zwei Disziplinen an den Start gehen.
Theoretisch, ja. Tatsächlich wissen wir die genauen Vorschriften noch nicht und warten noch auf die Meldung.

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Was reizt Sie am Kanu-Slalom? Das Boxen des Kanus gegen die Wellen?
Ich würde es als Tanz auf dem Wasser bezeichnen. Es ist eine sehr komplexe Sportart. Wasser in Bewegung verhält sich zu jeder Zeit anders. Dazu braucht man Erfahrung. Man muss lernen, Wasser zu lesen, zu verstehen und darauf zu reagieren. Die Augen spielen eine große Rolle. Es geht um peripheres Sehen: Man muss die Stange, um möglichst eng dran vorbeizufahren, im Blick haben, aber auch das Wasser.

Kommt es vor, dass auch eine Olympiasiegerin mit dem Kanu baden geht?
Wenn man im Training die Grenzen auslotet, geht man schon mal über sie hinaus. Das gehört dazu.

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