Umstellungen: So will die DFB-Elf im Confed Cup gegen Mexiko bestehen

Joachim Löw blickt beim Confed Cup dem Halbfinale gegen Mexiko am Donnerstag optimistisch entgegen. Aber: Die Lateinamerikaner bewiesen im Turnierverlauf mehrmals gute Moral.
| sid/dpa
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"Wir treffen auf einen extrem starken Gegner, sehr selbstbewusst, sehr laufstark, mit technisch sehr, sehr guten Spielern, die nicht einfach zu berechnen sind", sagte Bundestrainer Joachim Löw über den Kontrahenten Mexiko.
dpa "Wir treffen auf einen extrem starken Gegner, sehr selbstbewusst, sehr laufstark, mit technisch sehr, sehr guten Spielern, die nicht einfach zu berechnen sind", sagte Bundestrainer Joachim Löw über den Kontrahenten Mexiko.

Sotschi - "Mein Bauchgefühl ist St. Petersburg", antwortete der Bundestrainer am Mittwoch auf die Frage, wie es für den Fußball-Weltmeister nach der Partie weitergehe, zum Endspiel nach St. Petersburg oder zum Spiel um Platz drei nach Moskau.

"Unsere Spieler sind hungrig und heiß, wir wollen ins Finale", verkündete Löw vor der Weltpresse in Sotschi. Die "aufsässigen" Mexikaner seien jedoch ein "extrem starker Gegner", sagte Löw. Das wichtigste Ziel ist für ihn mit Blick auf die WM 2018 aber unabhängig vom Turnierausgang erreicht: "Wir haben mehr Alternativen und mehr Konkurrenzkampf in unserem Team geschaffen."

Beim Deutschland-Gegner Mexiko steigt die Vorfreude auf die Vorschlussrunden-Partie am Donnerstag (20 Uhr MESZ/ARD und im AZ-Liveticker) in Sotschi stündlich. Mexikos Torjäger Javier Hernandez will den Weltmeister leiden lassen, Trainer Juan Carlos Osorio verspricht guten mexikanischen Fußball, und auch die Fans in der Heimat sind heiß auf den Finaleinzug.

Da konnte auch eine zehnminütige Tonstörung bei der Pressekonferenz die gute Laune nicht beeinträchtigen. "Es wird uns gelingen, gegen den Weltmeister zu bestehen. Wir sind glücklich, dass wir dieses Confed-Halbfinale spielen dürfen und wollen ins Endspiel, dafür sind wir hier", sagte der Leverkusener Chicharito Hernandez.

Lobeshymne für deutsche Elf

Einen Vorteil aus seinen Bundesliga-Erfahrungen bei Bayer kann der Angreifer allerdings angeblich nicht ziehen: "Ich weiß jetzt ein bisschen was über Deutschland, aber das ist nicht wichtig. Wir haben großen Respekt vor der deutschen Mannschaft, aber wir wissen auch, wie wir sie leiden lassen können."

Die sechs Tore von El Tri in der Gruppenphase wurden von sechs verschiedenen Spielern erzielt. Und was die Confed-Cup-Erfahrung angeht, sind die Lateinamerikaner ohnehin mit sieben Teilnahmen zusammen mit Rekord-Weltmeister Brasilien spitze.

Aber bei allem Optimismus bewundert Coach Osorio auch den Jugendstil seines Kollegen Joachim Löw. "Man kann mit 22 Jahren genau so viel Routine haben wie jemand mit 30. Die deutschen Spieler sind keine unerfahrenen Leute, auch wenn sie jung sind", analysierte der Kolumbianer, der erst zwei von 27 Länderspielen mit seinen Schützlingen verloren hat.

"Diese Mannschaft kann ein Vorbild für uns sein. Warum? Weil auch wir an Prozesse glauben", sagte der 55 Jahre alte Kolumbianer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Sotschi.

"Es gibt auch andere Nationalmannschaften auf der Welt, die mit anderen Modellen Erfolg haben. Argentinien und Brasilien zum Beispiel sind auch erfolgreiche Teams. Aber meiner Meinung nach haben sie ihre Spieler in den letzten Jahren nicht richtig entwickelt. Die deutsche Mannschaft dagegen bewundern alle." Osorio hält es aus deutscher Sicht für genau den richtigen Schritt, ein Jahr vor der WM in Russland ein junges Perspektivteam zum Confed Cup zu schicken.

Ergebnisse, die den enormen Kampfgeist der Mexikaner belegen, eine Tugend, die sie auch in der Confed-Cup-Vorrunde unter Beweis stellen konnten. Viermal wurde ein Rückstand aufgeholt, am Ende standen sieben Punkte aus drei Spielen zu Buche. Und auch das einzige personelle Problem glaubt man lösen zu können, Mannschaftskapitän Andres Guardado (früher Leverkusen) fehlt nach der zweiten Gelben Karte.

Löw plant Umstellungen

"Ich werde nicht mit der gleichen Mannschaft spielen wie gegen Kamerun, es gibt Veränderungen", sagte Löw am Mittwoch. Im Tor hat sich Marc-André ter Stegen festgespielt, das bestätigte Löw erneut. In der abermals davor erwarteten Dreierkette dürfte Matthias Ginter seinen Platz an Shkodran Mustafi verlieren. Auf der linken Außenbahn wird Stammspieler Jonas Hector wieder für Marvin Plattenhardt in die Mannschaft kommen.

Die Offensivreihe wird aller Voraussicht nach wieder um den gegen Kamerun geschonten Leon Goretzka ergänzt. Als Sturmspitze ist wohl der zweifache Torschütze Lars Stindl erste Wahl, der gegen Kamerun ebenfalls pausieren durfte.

Voraussichtliche Aufstellungen

Deutschland: ter Stegen (25 Jahre/FC Barcelona/12 Länderspiele) - Süle (21/TSG 1899 Hoffenheim/5), Mustafi (25/FC Arsenal/19), Rüdiger (24/AS Rom/15) - Kimmich (22/FC Bayern/18), Rudy (27/TSG 1899 Hoffenheim/18), Can (23/FC Liverpool/13), Hector (27/1. FC Köln/31) - Goretzka (22/FC Schalke 04/7), Draxler (23/Paris St. Germain/33) - Stindl (28/Borussia Mönchengladbach/4)

Mexiko: Ochoa (31/FC Granada/85) - Diego Reyes (24/Espanyol Barcelona/48), Araujo (25/Santos Laguna/18), Moreno (29/PSV Eindhoven/83), Layun (29/FC Porto/54) - Herrera (27/FC Porto/57) - Giovani Dos Santos (28/LA Galaxy/98), Alanis (28/Guadalajara/18) - Lozano (21/Pachuca/17), Hernandez (29/Bayer Leverkusen/94), Vela (28/Real Sociedad/57)

Schiedsrichter: Néstor Pitana (Argentinien)

Lesen Sie hier:

Deutscher Confed-Cup-Kader: Perspektive ist alles

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