Türkei: Verfahren gegen Ex-U-21-Nationalspieler Deniz Naki eingestellt

Das Verfahren gegen den Fußballprofi Deniz Naki wegen Terrorpropaganda in der Kurdenmetropole Diyarbakir ist kurz nach Prozessbeginn überraschend eingestellt worden.
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Deniz Naki spielte unter anderem für den FC St. Pauli und den SC Paderborn.
dpa Deniz Naki spielte unter anderem für den FC St. Pauli und den SC Paderborn.

Hamburg - Der frühere deutsche U21-Nationalspieler Deniz Naki (27) muss nicht ins Gefängnis. Die türkische Staatsanwaltschaft zog ihre Anklage wegen der "Verbreitung von Terrorpropaganda" am Dienstag in Diyarbakir überraschend zurück; das Verfahren wurde eingestellt.

Dem Ex-Profi des FC St. Pauli und des SC Paderborn hätte bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren gedroht. "Ich bin einfach glücklich. Damit habe ich nicht so schnell gerechnet. Ich hatte die Befürchtung, dass das Verfahren in die Länge gezogen wird und ich vielleicht sogar eingebuchtet werde", sagte Naki der "Bild"-Zeitung.

"Ich wusste immer, dass ich im Recht bin. Ich bin froh, dass der Staat mir das bestätigt hat", ergänzte Naki, der sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren will.

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"Auch zu unserer Überraschung hat die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gefordert, weil Nakis Aussagen von der Meinungsfreiheit gedeckt waren", sagte Martina Renner von der Partei "Die Linke".

Die Abgeordnete des Deutschen Bundestages war bei dem Prozess in Südostanatolien vor Ort und ist sicher, dass auch die große Wahrnehmung des Falls in der Öffentlichkeit und der "mediale Druck" zu dem Ergebnis führten. Naki hatte eigenen Angaben zufolge "mit dem Schlimmsten" gerechnet.

"Lasse mich nicht mundtot machen"

Dem Fußballer, der für den Drittligaklub Amed SK aus Diyarbakir spielt, wurde konkret vorgeworfen, über Twitter und Facebook für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geworben zu haben. Er werde als "Staatsfeind, als Terrorist angesehen", gab er vor dem Termin am Dienstag an.

"Aber ich gehe diesen Weg weiter, lasse mich nicht mundtot machen - auch wenn es schlimm enden sollte für mich", sagte er kürzlich. Eine Flucht nach Deutschland hatte der gebürtige Dürener für sich nicht in Betracht gezogen.

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