Tradition vs. Moderne: Rangnick baut auf Nachhaltigkeit

Ralf Rangnick, Sportdirektor des Bundesliga-Aufsteigers RB Leipzig, äußerte sich zum Thema Geld und Nachhaltigkeit im Profifußball. Er selbst verfolgt bei Leipzig eine klare Strategie.
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"Tradition kann man nicht kaufen" - dieses Plakat zeigten Dynamo Dresden-Anhänger im Pokalspiel gegen RB Leipzig. Jetzt äußerte sich RB-Sportdirektor Ralf Rangnick zu dem Thema.
imago/dpa/AZ "Tradition kann man nicht kaufen" - dieses Plakat zeigten Dynamo Dresden-Anhänger im Pokalspiel gegen RB Leipzig. Jetzt äußerte sich RB-Sportdirektor Ralf Rangnick zu dem Thema.

Ralf Rangnick, Sportdirektor des Bundesliga-Aufsteigers RB Leipzig, hat sich in einer Talk-Runde zum Thema Geld und Nachhaltigkeit im Profifußball geäußert. Er selbst verfolgt bei Leipzig eine klare Strategie.

Leipzig - Schon lange gibt es die Diskussion um Tradition und Romantik im Fußball-Profibereich. Dreh- udn Angelpunkt dafür ist vor allem RB Leipzig.

Unterstützt von der Red Bull GmbH, arbeitete sich der Oberligist innerhalb von sieben Jahren in die erste Bundesliga hinauf. Das schmeckt vielen Fußball-Romantikern nicht, die währenddessen Traditionsklubs, wie den VfB Stuttgart oder Hannover 96, in die zweite Liga absteigen sehen. Für sie ist die Sache klar: Beim Eingreifen von RB Leipzig in den Fußball handelt es sich um Wettbewerbsverzerrung, da der Konzern Millionen von Euro in den Verein pumpt. Traditionsklubs gegen Vereine mit millionenschweren Investoren – gibt es hier ein "richtig oder falsch"?

Den letzten Aufreger gab es erst vor wenigen Tagen im DFB-Pokal. Im "Sachsenderby" traf RB Leipzig auf das traditionsbewusste Dynamo Dresden. Die Atmosphäre war hitzig – ihren traurigen Höhepunkt erlebte die Partie als ein abgetrennter Bullen-Kopf aus dem Dresdner Ultra-Block flog. RB Leipzig verlor das anschließende Elfmeterschießen, ein Segen für die Fußball-Romantiker in Deutschland. Die Tradition siegte über die Moderne – zumindest vorerst.

Nachhaltigkeit hat bei RB höchste Priorität

Jetzt äußerte sich Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick in "kicker.tv - der Talk" zur aktuellen Situation und stellte klar, dass die Verantwortlichen von RB vor allem auf Nachhaltigkeit bedacht seien. "Leipzig ist kein Projekt. Ein Projekt ist etwas zeitlich Begrenztes", sagte der 58-Jährige, der seit 2012 in Leipzig tätig ist. Die Nachhaltigkeit mache sich vor allem bei den getätigten Transfers bemerkbar. "Wir sind jetzt auch aus Transferverhandlungen ausgestiegen, weil wir da nicht mitmachen wollten, nicht weil wir nicht konnten." Leipzig war in der Transferphase unter anderem an einer Verpflichtung von Kevin Volland und Breel Embolo interessiert. Volland unterschrieb letztendlich in Leverkusen, Embolo beim FC Schalke 04.

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Trotz der schier unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten würden nicht Unsummen für einen Spieler gezahlt, was sich bei der Ablösesumme zeige. Rangnick: Wenn wir eine Ablösesumme für einen Spieler ausgeben, machen wir das nur, wenn der Spieler über die Entwicklung bei uns weiter an Marktwert gewinnt." Als spezielles Beispiel führt er hier Mario Gomez (31) an, der trotz seines relativ hohen Fußballer-Alters für sieben Millionen Euro zum VfL Wolfsburg wechselte. So einen Transfer schließe er aus, solange er bei RB Leipzig Verantwortung habe.

Verfechter der Traditionsklubs müssen sich wohl darauf einstellen, dass sich RB Leipzig in der Bundesliga etablieren wird – so schwer es ihnen auch fällt. Doch eines steht fest: Rangnick überzeugte mit seiner schlüssigen Argumentation – ob dieses Nachhaltigkeits-Vorgehen auch in den nächsten Jahren weiter Bestand hat, bleibt abzuwarten.

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