Interview

Timo Werner: "Im Fußball muss man sich manchmal opfern"

Mit Königsklassen-Power in die EM. Im Interview spricht Chelsea-Star Timo Werner über den Triumph in der Champions League, sein erstes Jahr in London und was er an Bundestrainer Löw besonders schätzt.
| Interview: Maximilian Koch
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Chelsea-Stürmer Timo Werner.
Chelsea-Stürmer Timo Werner. © David Klein/CSM via ZUMA Wire/dpa

Interview mit Timo Werner: Der deutsche Nationalspieler (25) hat gerade mit dem FC Chelsea die Champions League gewonnen.

Herr Werner, auf welcher Position können Sie der deutschen Mannschaft bei der EM am meisten helfen?
TIMO WERNER: Gute Frage (lacht). Ich bin ja später im Trainingslager angekommen und konnte noch nicht komplett überblicken, welches System wir spielen wollen und wie wir aufgestellt sind. Aber klar: Grundsätzlich sind die drei Positionen im Angriff Optionen für mich. Wir sind variabel aufgestellt.

Timo Werner über Champions-League-Sieg: "Es war einfach eine schöne Geschichte"

Fühlt sich so ein gelungener Laufweg wie von Ihnen vor Kai Havertz' Treffer im Champions-League-Finale gegen Manchester City eigentlich genauso gut an wie ein eigenes Tor?
Ich würde mal sagen: In einem normalen Spiel - nein. Da will man selber treffen. In diesem Finale war es aber egal. Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass es nicht wichtig ist, wer das Tor schießt, sondern, dass wir überhaupt ein Tor schießen - und gewinnen. Dass es dann Kai war, ist für ihn umso besser gewesen. Es war einfach eine schöne Geschichte. In diesem Spiel haben Kleinigkeiten entschieden. Dass mein Laufweg so wichtig sein würde, habe ich in dem Moment noch gar nicht gewusst. Aber als ich mich dann umgedreht und Kais Tor gesehen habe, war es umso schöner. Im Fußball gehört es dazu, dass man sich manchmal opfert und mit Laufwegen Räume öffnet. Wenn es dann auch noch zum Champions-League-Sieg führt - umso besser.

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Wie haben Sie Ihre erste Saison bei Chelsea erlebt? Haben Sie etwas gelernt, was sie bei RB Leipzig noch nicht draufhatten?
Das körperliche Spiel hat mir in Leipzig schon noch gefehlt. Da habe ich mich manchmal aus Situationen herausgestohlen, das geht in der Premier League nicht. Da muss man robust spielen, mit dem Körper spielen. Das war das Wichtigste, was ich gelernt habe. Mein erstes Jahr hat generell sehr gut begonnen, dann war es zwischendrin sehr schleppend mit vergebenen Chancen, fehlendem Selbstvertrauen, immer mal wieder mit einer Entscheidung gegen mich, als zum Beispiel meine Schulter vor einem Tor im Abseits war. Es gab Sachen, die mich zurückgeworfen haben, aber gegen Ende konnte ich dem Team einige Vorlagen beisteuern.

"Es gab viele besondere Momente mit Jogi Löw"

Mit dem Königsklassen-Triumph als Krönung. . .
Der Champions-League-Sieg war ein glorreicher Abschluss einer Saison, die für mich insgesamt okay war. In Sachen Selbstvertrauen und Glück hätte ich mir vielleicht ein anderes erstes Jahr gewünscht, dass die großen Chancen auch gleich reingehen. Meine Zahlen waren am Ende nicht schlecht (zwölf Treffer, 15 Assists, Anm. d. Red.), auch wenn es mehr Tore hätten sein müssen. Aber ich hatte meine Chancen und weiß, welcher der fehlende Baustein war, um sie dann auch zu verwerten. Daran werde ich arbeiten.

Jetzt geht es erstmal zur EM, für Bundestrainer Joachim Löw ist es das letzte Turnier. Welchen Moment mit Löw haben Sie besonders in Erinnerung?
Ich glaube, dass wir nicht komplett den Kontakt verlieren werden, Jogi ist ja nicht aus der Welt. Ich werde ihn immer noch anrufen können. Ich wünsche ihm nur das Beste und dass er in seiner weiteren Trainerlaufbahn genauso erfolgreich ist wie bei der Nationalmannschaft. Es gab viele besondere Momente mit ihm. An was ich mich besonders erinnere, ist eine Szene nach einem meiner ersten Länderspiele gegen Norwegen 2017 in meiner Heimat Stuttgart (6:0, d. Red.), als ich einen Doppelpack erzielt habe. Das war die Zeit mit den Schwalben-Anfeindungen gegen mich, als das überhandgenommen hat. Ich saß mit Jogi auf der Pressekonferenz - und er hat mich öffentlich in Schutz genommen. Er hat gesagt, dass man sich nicht auf die Schwalben konzentrieren soll, sondern auf das, was ich heute geleistet habe. Das war ein Moment, in dem ich wusste: Jogi steht immer hinter seinen Spielern. Das ist etwas, was ich sehr an ihm schätze.

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