Schwabl über Hachings Pokalcoup: "Ein brutales Ausrufezeichen"

Manni Schwabl spricht im AZ-Interview über Hachings Sensationssieg gegen Leipzig – und die Party danach. Jetzt wünscht er sich seinen Ex-Verein 1860: „Das wäre was.“
| Julian Buhl
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Hachinger Jubeltraube: Die Spielvereinigung aus Unterhaching hat den favorisierten Zweitligisten RB Leipzig aus dem Pokal geworfen.
Rauchensteiner, Augenklick Hachinger Jubeltraube: Die Spielvereinigung aus Unterhaching hat den favorisierten Zweitligisten RB Leipzig aus dem Pokal geworfen.

AZ: Herr Schwabl, ganz ehrlich: Haben Sie, als Sie gestern aufgewacht sind, noch so richtig glauben können, was da am Dienstagabend in Unterhaching passiert ist?

MANNI SCHWABL: (lacht) Ich muss es ja glauben. Und an meinem Kopfweh vom Weißbier merke ich schon, dass ein bisserl was passiert sein muss.

Falls es Erinnerungslücken geben sollte: Unterhaching hat RB Leipzig mit einem 3:0-Sieg aus dem Pokal geworfen. 

Das ist ein brutales Ausrufezeichen, das wir da gesetzt haben. Ich habe unmittelbar nach dem Spiel über 100 SMS bekommen, wahnsinnig viele Reaktionen aus ganz Fußball-Deutschland. Das freut uns schon, dass die Leute weiterhin auf Haching schauen.

Wie haben Sie gefeiert?

Wir waren nach dem Spiel im VIP-Haus, das war proppenvoll. Die Mannschaft, Sponsoren, Sympathisanten des Vereins und die Familien der Spieler waren da. Da war schon eine sehr, sehr gute Stimmung. So etwas war ja nicht unbedingt geplant.

Wie ging der Abend weiter?

Die Mannschaft ist in die Stadt gefahren. Dazu brauchen die den Präsidenten und den Trainer nicht. Wir sind früher auch immer ohne die Verantwortlichen losgezogen. Ich habe noch ziemlich lange mit dem Trainer zusammen gesessen. So einen Moment muss man einfach genießen.

Das sagt Unterhachings Trainer Claus Schromm im AZ-Interview über dem Pokalcoup

Klingt nach einer kurzen Nacht.

Wann die Mannschaft wieder zu Hause war, weiß ich nicht. Ich war so gegen vier vielleicht wieder daheim. Wenn man a bisserl Bier trinkt – da kannst du eh nicht gleich einschlafen. Da ist man ja eh noch so aufgewühlt. Ich habe in der Nacht dann noch die ganzen SMS beantwortet.

Gab es Nachrichten, über die Sie sich besonders gefreut haben?

Markus Weinzierl war einer der ersten Gratulanten. Offenbar freuen sich viele mit uns.

Um zwölf Uhr musste die Mannschaft gestern antreten.

Das ist ja selbstverständlich, selbst wenn sie bis neun in der Früh gefeiert hätten. Schließlich geht es ja in der Liga weiter. Wir sind früher auch nicht ums Training herumgekommen.

Und in welchem Zustand stand die Mannschaft gestern auf dem Platz?

Wir haben ja eine junge Mannschaft, die vertragen ja noch nix. Die trinken ja nicht so viel. Mit dem Thomas Miller und Jens Jeremies haben wir es damals bei 1860 schon krachen lassen. Aber selbst, wenn einer ein bissel schief gelaufen wäre, hätte heute auch keiner etwas gesagt. Wichtig war es, dass sich gestern auf dem Spielfeld keiner verlaufen hat.

3:0 klingt souverän. Haben Sie denn von Anfang an an einen Sieg gegen Leipzig geglaubt?

So ab der 60. Minute habe ich mich langsam getraut, mit dem Gedanken zu spielen, dass es etwas werden könnte. Ich habe schon genug erlebt. Wenn der Anschlusstreffer fällt, kann so ein Spiel ja ganz schnell kippen. Nach dem 3:0 habe ich gedacht: „Jetzt wird’s lustig.“

Markus Einsiedler hat nach seinen beiden Toren gegen Ingolstadt wieder den ersten Treffer gemacht.

Dafür haben wir ihn ja geholt aus Rosenheim.

Also hat er nur seine Aufgabe erfüllt?

Ja klar. Genauso wie ein Torhüter auch mal die Null hält. Das habe ich zu dem Marinovic gestern auch gesagt: „Sonst brauchen wir dich ja auch nicht reinstellen.“

War da wieder der alte Geist von Haching zu spüren?

Die Stimmung war schon besonders. Wenn man gesehen hat, wie die Fans die Jungs angepeitscht haben, das hat mich schon sehr berührt. Nach dem Abstieg haben wir ja auch nicht gewusst, was uns in der vierten Liga erwartet.

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Was bedeutet so ein Sieg für den Verein?

Das zeigt, dass Haching lebt. Und finanziell beschleunigt das natürlich auch unseren Konsolidierungsweg. Es bringt uns in die Lage, die Mannschaft zusammenzuhalten. Wir wollen an einer Mannschaft basteln, um irgendwann den Angriff wieder in Richtung 3. Liga zu starten.

Drei Münchner Vereine sind noch im Pokal-Wettbewerb. So ein Derby im Achtelfinale hätte schon was, oder?

Sechzig ist mein Wunschkandidat, ganz klar. Ich habe noch gute Verbindungen dorthin. Das wäre was. Ein volles Haus in Haching, 1860 als Gegner.

Bayern würden Sie zur Not aber auch akzeptieren?

Bayern würden wir auch nehmen. Da hatte ich auch eine super Zeit. Mit Nürnberg ist ja auch noch ein dritter Ex-Verein von mir mit in der Verlosung. Wir nehmen alles.

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