Schwabl über 3. Liga: "Das ist eine seelische Grausamkeit"

Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching spricht über die Relegation und die Zukunft der Spielvereinigung.
| J. Schnabl
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Die Spieler von der SpVgg Unterhaching kämpfen in der Relegation jetzt um den Aufstieg in die dritte Liga.
Rauchensteiner/Augenklick/AZ Die Spieler von der SpVgg Unterhaching kämpfen in der Relegation jetzt um den Aufstieg in die dritte Liga.

Unterhaching - Die AZ hat mit Manfred Schwabl gesprochen. Der 51-jährige Ex-Nationalspieler war unter anderem für den FC Bayern und den TSV 1860 aktiv. Seit 2012 ist er Präsident der SpVgg Unterhaching, die nun gegen Elversberg um den Aufstieg in die 3. Liga spielt.

AZ: Herr Schwabl, Glückwunsch zur Meisterschaft in der Regionalliga Bayern. Wieviel ist dieser Titel wert?
MANFRED SCHWABL: Soviel wie eine Herbstmeisterschaft des FC Bayern.

Die SpVgg hat eine überragende Saison gespielt, 83 Punkte, nur eine Niederlage in 34 Spielen – und steigt trotzdem nicht direkt auf. Wohl und Wehe einer Saison hängen nun an zwei Spielen. Das nervt, oder?
So ist es halt, wir wussten vor der Saison, dass es diese Aufstiegs-Relegation gibt. Wenn wir jetzt jammern, dann bräuchten wir nicht antreten. Dass es fragwürdig ist, wenn ein Erster nicht direkt aufsteigt, darüber diskutiert ja ganz Fußballdeutschland. Wir wollen das Positive mitnehmen und gewinnen.

Jetzt geht es gegen die SV Elversberg, die sich in der starken Regionalliga Südwest durchgesetzt hat.
Mei, es gibt keine Lieblingsgegner, das ist immer eine 50:50-Sache. Grundsätzlich ist die Regionalliga Südwest von der Dichte her mit am besten. Aber es wird auf Kleinigkeiten ankommen.

Wie planen Sie eigentlich für die nächste Saison, in der es je nachdem im Profi- oder Amateurbereich weitergeht?
Das ist schwierig, wenn man erst am 31. Mai Bescheid weiß, wo man spielen wird. Das ist eigentlich schon seelische Grausamkeit. Drei Wochen später beginnt ja schon wieder das Training. Andererseits muss man sich den Dingen stellen, wir haben für beide Ligen den Großteil des Kaders zusammen. Schwieriger wird es im Umfeld, in Sachen Werbepartner und so weiter.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Würzburger Kickers, die den Durchmarsch von der 4. in die 2. Liga geschafft haben?
Da machen wir uns jetzt gerade wenig Gedanken. Wir haben immer gesagt: Das Ziel ist, innerhalb von drei bis fünf Jahren an die 2. Liga anzuklopfen. Wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln sowie die Strukturen rundherum. Vor allem finanziell, da gibt es noch großen Nachholbedarf – bei Zuschauerzahlen und Werbepartnern.

Spricht man im Verein noch viel über die Erstliga-Zeit, als man etwa die Bayern am letzten Spieltag im Jahr 2000 zum Meister machte?
Da wird man immer drauf angesprochen. Wenn es um Haching geht, redet man über drei Dinge: Bayern zum Meister gemacht, die tolle Jugendarbeit und einen Biergarten direkt vorm Stadion. Aber das sind ja drei schöne Sachen, oder?

Vor allem die gute Jugendarbeit...
Ja klar, im nächsten Jahr haben wir die fantastische Situation, dass alle Jugendmannschaften in der jeweils höchsten Liga spielen.

Darauf kann man aufbauen.
Absolut! Wir müssen erst ein solides Fundament bauen hier im Haus, dann können wir nach oben schauen. Das sportliche Fundament ist gut, im finanziellen Bereich ist der Beton noch sehr weich.

Wie wichtig wäre Liga 3?
Mittelfristig ist sie wichtig, ob schon im nächsten Jahr, sei dahingestellt. Wir wollen wieder in den bezahlten Fußball. Aber da meine ich die 2. Liga, nicht die 3. Die ist genauso eine seelische Grausamkeit.

Die 3. Liga nur als Durchgangsstation?
So muss es sein, alles andere ist wirtschaftlich nicht machbar. Die 3. Liga ist ein Draufzahlgeschäft wie die Regionalliga. Das große Geld wird erst ab Liga 2 verteilt, also wollen wir auch da hin.

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