Schalke droht Champions-League-Aus

Der Trainerwechsel bei Schalke 04 droht zu verpuffen. Nach dem 2:4 bei Sporting Lissabon beginnt das große Zittern. Es droht das erste Aus in der Gruppenphase seit neun Jahren.
| sid
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Bekommt die Abwehr nicht stabilisiert: Schalke-Coach Roberto di Matteo.
dpa Bekommt die Abwehr nicht stabilisiert: Schalke-Coach Roberto di Matteo.

Lissabon - Nach seiner ersten Champions-League-Pleite mit Schalke 04 bat Roberto Di Matteo um Geduld, doch sein Kapitän schlug bereits Alarm. "Jetzt ist das schlimmste Szenario eingetreten", sagte Weltmeister Benedikt Höwedes nach dem 2:4 (1:1) bei Sporting Lissabon.

Der Trainerwechsel hat noch nicht den gewünschten Effekt: Den Königsblauen droht unter ihrem neuen Coach das Aus bereits in der Gruppenphase - wie zuletzt vor neun Jahren. "Es braucht Zeit", mahnte Di Matteo und behauptete: "Wir haben Fortschritte gemacht." Im Estadio José Alvalade, in dem der Bundesliga-Achte bereits den entscheidenden Schritt Richtung Achtelfinale hätte gehen können, war davon wenig zu sehen: Das Defensivkonzept des Italieners, in der Bundesliga relativ erfolgreich, ging nicht auf.

Lektion eins des Champions-League-Siegers von 2012, die "defensive Organisation", hat offenbar längst noch nicht jeder verstanden. "Wir haben ein paar Fehler gemacht", gab Di Matteo zu, "die uns viel gekostet haben." Torjäger Klaas-Jan Huntelaar diagnostizierte ein mentales Problem: "Die Angst zu verlieren war größer als der Wille zu gewinnen."

Mit fatalen Folgen: Noch hat Schalke als Tabellenzweiter zwar einen Zähler Vorsprung. Punkten die Gelsenkirchener im vorletzten Gruppenspiel am 25. November gegen den Topfavoriten FC Chelsea aber nicht, könnte selbst ein Sieg zum Abschluss beim Außenseiter NK Maribor zu wenig sein. "Dann könnte Chelsea gegen Sporting mit einer C-Mannschaft antreten", befürchtet Sportvorstand Horst Heldt.

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Dass Schalke in diese knifflige Lage geraten ist, kreidet Kapitän Höwedes nicht dem neuen Coach Di Matteo an, sondern eher dessen Vorgänger. Unter Jens Keller sei zu wenig an der Fitness gearbeitet worden, ließ der Weltmeister durchblicken: "Da hätten wir mehr machen können. Wir müssen schon noch ein bisschen was aufholen. Wir können nicht jedes Spiel in dieser intensiven Phase über 90 Minuten gehen." Offensichtlich ist aber auch, dass es Di Matteo in seinem ersten Monat als Schalke-Trainer noch nicht gelungen ist, die Defensive dauerhaft zu stabilisieren.

In der Bundesliga kassierten die Königsblauen zwar in drei Spielen nur ein Gegentor, in den beiden Champions-League-Duellen mit Sporting in zwei Partien allerdings gleich sieben Treffer. "Das hat mit der Qualität des Gegners zu tun, aber auch mit den Fehlern, die wir gemacht haben", sagte der 44-Jährige. Nach der glücklichen Führung durch ein Eigentor von Islam Slimani (17.) passten die Schalker zunächst bei einem Kopfball von Naby Sarr (26.) nicht auf. Dann ließen sie Jefferson unbedrängt das vorentscheidende 2:1 erzielen (52.), ehe sich die Abwehr bei Nanis Treffer völlig aus den Angeln heben ließ (72.).

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Nach Dennis Aogos 2:3 (88.) war Innenverteidiger Roman Neustädter bei Slimanis Sprint zu langsam (90.+1). Neben den Abwehrschwächen ärgerte Huntelaar auch die mangelhafte Offensivleistung. "Wir sind fußballerisch nicht in der Lage, sehr viel Druck auf den Gegner auszuüben", klagte der Niederländer, der zum ersten Mal in dieser Saison in der Champions League ohne Tor blieb: "Wir haben erst angefangen zu spielen, als wir hinten lagen."

Die größte Chance, die Niederlage noch abzuwenden, hatte Chinedu Obasi. Der Ersatz für den verletzten Weltmeister Julian Draxler blieb nach Huntelaar-Pass am Fünfmeterraum aber an Torhüter Rui Patricio hängen (66.). Schon vor der Pause hätte Jungstar Max Meyer Schalke nach der schönsten Kombination des Spiels in Führung bringen können (36.). "Hätte, hätte, Fahrradkette", meinte Heldt.

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