Rettet Kurz Hoffenheim?

Der Ex-Löwen-Coach übernimmt zum 1. Januar die TSG. Quasi im Alleingang durchgedrückt hat die Personalie Manager Andreas Müller.
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Stets engagiert an der Linie: Ex-1860-Coach Marco Kurz.
Bongarts/Getty Images Stets engagiert an der Linie: Ex-1860-Coach Marco Kurz.

Der Ex-Löwen-Coach übernimmt zum 1. Januar die TSG. Quasi im Alleingang durchgedrückt hat die Personalie Manager Andreas Müller, der mit dem früheren Profi befreundet ist.

 

ZUZENHAUSEN - Die Nachricht von der bevorstehenden Verpflichtung von Marco Kurz als Cheftrainer dürfte am Montag Abend bei der Weihnachtsfeier der TSG Hoffenheim im „Palazzo“ in Mannheim der Höhepunkt des Abends gewesen sein, trotz des unterhaltsamen Programms nebst kulinarischem Feuerwerk. Nachdem durchgesickert war, dass der frühere 1860-Profi und -Trainer einen leistungsbezogenen Vertrag bis 2014 erhalte, informierte Manager Andreas Müller die Hoffenheimer Profis gestern auf dem Gelände des Trainingszentrums in Zuzenhausen, als die zu einem letzten Training vor der Winterpause zusammen kamen. Am Nachmittag bestätigte der Klub seinen neuen Cheftrainer in einer Mitteilung: Co-Trainer wird der Österreicher Günther Gorenzel, mit dem Kurz schon auf seinen früheren Trainer-Stationen beim TSV 1860 sowie beim 1. FC Kaiserslautern zusammengearbeitet hat. Für Mittwoch setzte die TSG eine Pressekonferenz mit Kurz an.

Der zuletzt im März 2012 in Kaiserslautern beurlaubte Kurz steht nun vor der heiklen Aufgabe, den Klassenerhalt für den derzeitigen Tabellensechzehnten (12 Punkte) bei sieben Zählern Rückstand auf Rang 15 und nur drei Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu sichern. Am Saisonende könnte es dazu zu einem brisanten Wiedersehen mit Kurz’ ehemaligem Klub aus der Pfalz kommen, wenn der Bundesliga-Drittletzte in der Relegation auf den Dritten der zweiten Liga trifft. Im Dezember hatte sich Hoffenheim von Trainer Markus Babbel getrennt. Für zwei Spiele betreute U-23-Trainer Frank Kramer den TSG-Profikader.

Seit der Trennung von Ralf Rangnick am 2. Januar 2011 leistete sich Hoffenheim einen ungesunden Verschleiß an Trainern. Nach Marco Pezzaiuoli und Holger Stanislawski scheiterte auch Babbel. Der vierte Coach seit Rangnick stellt trotzdem eine Art Zäsur in einem Klub dar, der bisher vom Beraterumfeld um den mächtigen Mäzen Dietmar Hopp maßgeblich beeinflusst schien. Die Kurz-Verpflichtung geht, von Müller offensiv nach außen kommuniziert, allein auf die Rechnung des Managers. Mit der Botschaft, es sei angesichts sportlicher Not, notwendig die Richtung zu ändern, konnte sich Müller vorerst durchsetzen, obwohl sich viele in Hoffenheim einen klangvolleren Namen als Kurz gewünscht hätten, der mit Kaiserslautern in die Bundesliga aufstieg, im zweiten Jahr Siebter wurde und im dritten nach einer Niederlagenserie gehen musste und in der Krise am Ende recht ratlos wirkte. Bei 1860 hatte er zuvor von 2007 bis 2009 gearbeitet.

Müllers Schicksal ist nun eng mit der neuesten Personalentscheidung verknüpft. Das Duo muss den Klassenerhalt schaffen, sonst könnte deren Arbeitsverhältnis bereits im Sommer beendet sein. Als Treffer sollten sich ebenso die Neuverpflichtungen erweisen, die Müller für die Winterpause angekündigt hat. Die müssen für einen erfolgreichen Rückrundenstart am 19. Januar im Heimspiel gegen Mönchengladbach sorgen. „Wir haben keinen Zentimeter zu verschenken“, sagte Müller.

Der Manager unternimmt mit der Kurz-Verpflichtung auch den Versuch, sich von Hopp und dessen Umfeld zu emanzipieren. Er will nach den Erfahrungen von Babbel, andere Wege gehen. Babbel hatte nach seiner Beurlaubung eingestanden, zu bereitwillig auf Einflüsterungen reagiert zu haben, die in Hoffenheim einen Kader wachsen ließen, der mehr einem personellen Flickenteppich gleicht, denn nach Strategie ausschaut. Müller holte sich für diese Herkulesaufgabe mit Kurz einen engen Vertrauten an seine Seite. Die beiden sind seit ihrer gemeinsamen Profi-Zeit von 1995 bis 1998 bei Schalke 04 privat eng befreundet. Nun haben sie auch ihre beruflichen Schicksale gemeinsam verknüpft.

 

 

 

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