Presse vernichtet Italien - Kommt jetzt Ancelotti?

Die Blamage der Italiener und das Verpassen der WM lässt die heimische Presse wüten. Im Team gibt es zahlreiche Rücktritte. Carlo Ancelotti wird als Nationaltrainer gehandelt.
| AZ/mb
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Gianluigi Buffon vergießt Tränen der Enttäuschung nach der verpassten WM. Kommt jetzt Carlo Ancelotti?
dpa Gianluigi Buffon vergießt Tränen der Enttäuschung nach der verpassten WM. Kommt jetzt Carlo Ancelotti?

Mailand - Erstmals seit 1958 verpasst Italien durch das 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Schweden die WM. Nun muss ein Neuanfang her.

Torwart-Legende Gianluigi Buffon verkündete nach Schlusspfiff seinen Rücktritt - weitere Spieler werden in den nächsten Tagen folgen. Auch Trainer Gian Piero Ventura ist wohl nur noch wenige Stunden Nationaltrainer.

Die Sportzeitung Gazzetta dello Sport startete bereits eine Umfrage, wer den Neuaufbau der Squadra Azzura betreuen soll. Die Fans sprachen sich mit 67,4 Prozent für Carlo Ancelotti aus. Nach seiner Entlassung beim FC Bayern soll der Italienier das Nationalteam wieder auf Kurs bringen. 

Bald Gespräche mit Ancelotti?

Nach Informationen der Sport Bild ist am Wunsch der Fans sogar etwas dran. Wie das Blatt berichtet, will der italienische Verband zeitnah Gespräche mit Ancelotti führen. Italiens Verbandspräsident Tavecchio kündigte bereits Konsequenzen an: "Wir sind zutiefst betrübt und enttäuscht wegen der verpassten Weltmeisterschafts-Qualifikation, das ist ein sportlicher Misserfolg, der eine gemeinsame Lösung braucht."

Die italienische Presse kannte keine Gnade mit Italiens WM-Versagern ab. So titelte die Gazzetta dello Sport: "Ende! Das ist die Apokalypse. Italien nach 60 Jahren ohne WM. Italien erlebt sein Jahr Null." Der Corriere della Serra schrieb: "Finsteres Italien." Auch international fand das WM-Aus der Italiener große Beachtung. Auch international ist man sich der Tragweite der Nicht-Qualifikation bewusst: "Herzschmerz für Italien. Buffon und Co. in Tränen, als Italien erstmals seit 60 Jahren die WM gegen das schwedische Bollwerk verpasst", titelte die englische Daily Mail.

DFB als Vorbild

Eine knallharte Abrechnung, die auch den Verbandsverantwortlichen vor Augen führt, welch historisches Ausmaß das Verpassen der WM hat. Während die heimische Serie A seit etwa drei Jahren einen Aufschwung erlebt, ist die Squadra Azzurra am tiefsten Tiefpunkt angekommen.

Nun muss ein Neuanfang her, vergleichbar mit dem des DFB nach der EM 2004, als die Talentförderung intensiviert wurde und die jungen Spieler auch wichtige Erfahrungen im Nationalteam sammeln durften. Mit dem 18-jährigen Gianluigi Donnaruma haben die Italiener zweifelsohne eines der größten Torwart-Talente in ihren Reihen, aber auch in der Abwehr bedarf es einer Blutauffrischung. Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Leonardo Bonnuci, die am Montag für Italien aufliefen, haben allesamt die 30-er Marke schon überschritten. 

Mit einem Neuaufbau können auch die eingefahrenen Machtstrukturen im Team neu geordnet werden. Medienberichten zufolge, soll Buffon Trainer Ventura die Taktikansprache abgenommen haben. Auch die erfahrenen Verteidiger sollen ihre taktischen Vorlieben als Bedingung gestellt haben.

Mit dem erforderlichen Neuanfang können all diese alten Zöpfe abgeschnitten werden. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Italien wieder in die Weltspitze zurückkehrt.

Lesen Sie hier: Schweden bei der WM - Feiert Ibrahimovic jetzt sein Comeback?

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren