Posse und Machtkampf: Der DFB legt sich erneut mit der Fifa an

Der DFB legt sich erneut mit der Fifa an. Weil bei der Pressekonferenz vor der Spanien-Partie keine Spieler anwesend sind, droht nun eine Geldstrafe.
| Patrick Strasser
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Alleiniger Auftritt: Entgegen der Regularien des Weltverbandes Fifa ist bei der Pressekonferenz vor der Spanien-Partie kein Nationalspieler, sondern nur Bundestrainer Hansi Flick anwesend.
Alleiniger Auftritt: Entgegen der Regularien des Weltverbandes Fifa ist bei der Pressekonferenz vor der Spanien-Partie kein Nationalspieler, sondern nur Bundestrainer Hansi Flick anwesend. © dpa

Einen Tag vor dem wichtigen zweiten WM-Gruppenspiel gegen Spanien in Al Khor hat der DFB erneut richtig Stress mit dem Weltverband Fifa - und probt einen Machtkampf. Diesmal jedoch geht es nicht noch einmal um die "OneLove"-Kapitänsbinde.

Keine Spieler bei der Pressekonferenz

Der Hintergrund: Entgegen der Regularien des Weltverbandes schickte die deutsche Nationalelf zur verpflichtenden Pressekonferenz an diesem Samstag lediglich Bundestrainer Hansi Flick und keinen Spieler wie vorgeschrieben in Artikel 44 der Turnier-Ordnung.

Beim DFB hatte man gehofft, die Abschluss-PK im eigenen Medienzentrum in Al-Shamal in der Nähe des Mannschaftshotels "Zulal Wellness Center" abhalten zu können. Alle finalen Medienrunden am Tag vor einem Spiel finden jedoch im Main Media Center von Doha statt.

Hotelwechsel vor dem Spiel

Die Fahrt dorthin vom Teamcamp dauert jedoch rund eine Stunde - mindestens, je nach Verkehr. Vor dem ersten Spiel gegen Japan (1:2) hatte Joshua Kimmich neben Flick an der Pressekonferenz teilgenommen. In der Nacht auf Mittwoch hatte der DFB-Tross allerdings in Doha übernachtet, hatte wegen der ansonsten zu langen Anreise vor dem Nachmittagsspiel (Anpfiff 16 Uhr Ortszeit) das Hotel gewechselt.

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Ein DFB-hausgemachtes Problem

Die nun drohende Geldstrafe durch die Fifa nimmt der DFB in Kauf. Allerdings war das Problem lange klar aufgrund der Quartierwahl der Deutschen soweit außerhalb im Norden des Landes. Ein DFB-hausgemachtes Problem, schließlich hätte man ja auch in Dohas Zentrum ziehen können. Und überhaupt: Aufgrund des dichten Verkehrs in Katars Hauptstadt brauchen andere Nationen auch oft bis zu 45 Minuten, um zum internationalen Medienzentrum zu gelangen.

Keine Extrawurst

Die Regeln gelten für alle 32 Teams - warum glaubt der DFB, eine Extrawurst bekommen zu können? "Wir wollen einfach keinem Spieler zumuten, so lange zu fahren. Wir sitzen fast drei Stunden im Auto, haben ein wichtiges Spiel vor uns", sagte Flick und erklärte: "Alle Spieler sind wichtig, von der Nummer eins bis zur Nummer 26. Sie sollen sich in dieser wichtigen Phase aufs Training vorbereiten."

Merkwürdige Umkehrung der Dinge

Der 57-Jährige meinte zu Beginn der Pressekonferenz weiter: "Wir sind schon enttäuscht. Ich denke, dass wir ein richtig gutes Medienzentrum haben. Das hätte man auch gut dort machen können". Eine merkwürdige Umkehrung der Dinge, die eine schwarz-rot-goldene Überheblichkeit und Hybris ausdrückt. Fühlt man sich nun beim DFB als Opfer in dieser Posse? Klingt ganz danach.

"Es ist halt so", meinte Flick, "das müssen wir akzeptieren - wie so vieles." Und da schwang ein beleidigter Unterton mit sowie der Verweis auf den Streit um das Tragen der "OneLove"-Binde inklusive der Fifa-Androhung, dies im Fall der Fälle sanktionieren zu wollen.

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Sané trainiert wieder

Im Anschluss an die PK musste sich Flick beeilen. Sonst wäre er nicht rechtzeitig zum Abschlusstraining am Abend (19.30 Uhr Ortszeit) wieder bei seiner Mannschaft gewesen. Eine Trainingseinheit bei der Bayern-Profi Leroy Sané nach seinen Knieproblemen wieder mitmischen konnte. Flick schaffte es. So gesehen: Endlich mal ein Erfolgserlebnis für den DFB in diesen turbulenten WM-Tagen...

Ob der deutsche Verband und seine Nationalelf zuletzt mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt gewesen sei, wurde Flick von einem englischen Reporter gefragt. Flicks Antwort: "Nein, überhaupt nicht. No!" Nun ja: Die einen sagen so, die anderen so...

 

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