Podolski: Für immer Kindskopf

Lukas Podolski gilt seit Jahren schon als Frohnatur des deutschen Fußballs, jugendlich und manchmal auch albern. Inzwischen ist er 25 Jahre alt und Vater eines Sohnes. Doch er bleibt sich treu.
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Hinter dem Fußball verbirgt sich: Lukas Podolski.
dpa Hinter dem Fußball verbirgt sich: Lukas Podolski.

Lukas Podolski gilt seit Jahren schon als Frohnatur des deutschen Fußballs, jugendlich und manchmal auch albern. Inzwischen ist er 25 Jahre alt und Vater eines Sohnes. Doch er bleibt sich treu.

CENTURION Man möchte es kaum glauben, aber Franz Beckenbauer und Lukas Podolski haben etwas gemeinsam. Nicht nur, weil beide das Bayern- sowie das Nationaltrikot getragen haben. Nein, anders. Der Franz und der Poldi sind die einzigen beiden deutschen Spieler, die es geschafft haben, bei einer WM zum „besten Jungprofi“ gewählt zu werden. Beckenbauer 1966 in England, Podolski vor vier Jahren bei der Heim-WM.

Damals ließ der Herzenskölner prominente Vertreter seines Faches hinter sich: den Argentinier Lionel Messi und Portugals Schönling Cristiano Ronaldo. Eine WM-Periode später: Der eine, Messi, spielt beim FC Barcelona, gewann zwischendurch die Champions League, wurde 2009 Weltfußballer. Ein Jahr zuvor gewann Cristiano Ronaldo diese Auszeichnung. Den Henkelpott der Champions League hat der Real-Star auch schon in Händen gehalten, 2008 mit Manchester United.

Und Poldi? Spielt beim 1. FC Köln. Größter Erfolg: den Abstieg verhindert.

Doch sein Name ist weltweit ein Begriff. Er und Bastian Schweinsteiger standen für das german wonder , das Sommermärchen. Bei der Pressekonferenz in Südafrika bekommt Podolski Fragen von australischen, mexikanischen und englischen Reportern gestellt. Podolski ist mittlerweile 25, hat 73 Länderspiele gemacht, 38 Tore erzielt. In der DFB-Statistik liegt er damit auf Rang neun. Zu Legenden wie Uwe Seeler (43 Tore), Karl-Heinz Rummenigge (45) und Klinsmann/Völler (je 47) fehlen nur ein paar Treffer.

Doch hat er sich verändert?

Aus Schweini, seinem Ex-Spezl und Blödel-Pendant, ist Herr Bastian Schweinsteiger geworden, wie der selbst immer wieder betont. Poldi ist immer noch Poldi: ganz der Alte, der alte Kindskopf.

Als er am Donnerstag auf dem Podium saß, klopfte er unentwegt Mediendirektor Harald Stenger mal auf die Schulter, mal auf den Oberschenkel, ruckelte an dessen Stuhl. Ständig grinste er, immer auf der Suche nach dem nächsten Flachs. Zwischendurch ein paar Antworten, eher flacher Natur. „Ich bin gut drauf, habe gut trainiert. Freue mich, dass es am Sonntag losgeht. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen, für uns gibt es nur einen Sieg. Wir wollen gut ins Turnier reinkommen.“ Oder auch: „Ich hoffe, dass Jogi Löw mit seinem Team auch über die Saison hinaus weitermacht.“ Zum dritten: „2006 sind wir gut ins Turnier gestartet, das wollen wir diesmal auch wieder. Die Mannschaft hat sich verändert, aber vom Grundsatz her ist alles gleich geblieben.“ So wie er selbst.

Oder gibt er nur nach außen noch den Clown? Im April 2008 ist er Vater geworden, sein Sohn heißt Louis. Auch das Interesse am Weltgeschehen scheint sich zu verändern.

Als die Mannschaft in den letzten Tagen über das Gastgeberland der WM und dessen Geschichte informiert wurde, ging Podolski später auf Stenger zu und bat: „Ich möchte bitte alles wissen über diesen Nelson Mandela."

Patrick Strasser

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