Nürnberg? Allmächd!

Kläglicher Kick: 0:2-Schlappe für den 1. FC Nürnberg im Auswärtsspiel beim Aufsteiger KSC. So steigt der Club ab – und Trainer Hans Meyer spricht schon jetzt davon.
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Nürnberg - Kläglicher Kick: 0:2-Schlappe für den 1. FC Nürnberg im Auswärtsspiel beim Aufsteiger KSC. So steigt der Club ab – und Trainer Hans Meyer spricht schon jetzt davon.

Die Narren bevölkern derzeit die Straßen. Zwar nicht lustig, aber richtig närrisch war auch das, was die Cluberer im Karlsruher Wildpark veranstalteten. Nach der verdienten 0:2- (0:0)-Pleite beim Aufsteiger, dem Platzverweis von Abwehrchef Andreas Wolf und dem kläglich verpassten ersten Schritt weg von den Abstiegsrängen folgten vorzugsweise Durchhalteparolen. Hätten diese Sätze auch die freudetrunkenen und hämischen KSC-Fans gehört, sie hätten die Cluberer noch mehr ausgelacht. Nürnberg? Allmächd!

„Unsere Lage hat sich nicht großartig verändert“, meint Marco Engelhardt. Stimmt. „Wir stecken genauso tief in der Bredouille wie zuvor“, weiß auch Trainer Hans Meyer. Aber nur, weil die Gegner im Abstiegskampf ebenfalls dilettierten oder durch Dritte um den Lohn gebracht wurden (Seite 12). „Theoretisch stehen wir sogar besser da, weil die Konkurrenz zu Hause nicht gewonnen hat“, erklärt Meyer. Aha.
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"Jetzt zählt nur der Kampf"

„Unsere Niederlage hätte auch höher ausfallen können“, räumt Dominik Reinhardt ein. „Wir sind eine Mannschaft, die jederzeit über das spielerische Element kommen kann. Jetzt zählt aber nur der Kampf“, weiß der Abwehrrecke. Ob es mit der Umsetzung schon nächsten Samstag gegen Rostock klappt? In der Vorbereitung waren gute Ansätze zu registrieren. Übrig geblieben ist davon nichts. Das kurzzeitig aufflammende Miteinander, das bedingungslose Ausbügeln der Fehler anderer, die nötige Ordnung in der Defensive – alles wieder weg. Der KSC nutzte die 25-minütige Schwächephase, erzielte seine Tore eiskalt in Überzahl. Durch Rechtsverteidiger(!) Christian Eichner und den beim Club nicht ansatzweise so aufspielenden Joshua Kennedy.
Nürnberg? Allmächd!

"Die letzten Sechs spielen eigene Meisterschaft"

„Die letzten Sechs in der Tabelle spielen eine eigene Meisterschaft aus“, sagt Meyer. „Wir haben dabei den Vorteil, dass wir neun Heimspiele, die aber nur sieben haben.“ Zusatz: „Das garantiert uns aber keinen Selbstläufer, wenn wir auswärts unsere Bilanz nicht ausgleichen.“ Tomas Galasek warnt schon etwas frustriert wirkend: „Dass wir alles über die Heimspiele wieder gutmachen, das ist Blödsinn.“
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„Wenn wir gegen Rostock und Cottbus verlieren“, blickt Meyer auf die nächsten Hausaufgaben, „weiß jeder, dass wir absteigen.“ Und der Trainer, fürstlich mit 1,8 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr dotiert, müsste dann im Mai vorzeitig und nicht erst wie geplant 2009 in Rente gehen. „Oder früher“, versucht sich Manager Martin Bader halb flachsend. Meyer ernst: „Das hängt allein von den Resultaten ab.“
Nürnberg? Allmächd!

Eine Trainerdiskussion hilft derzeit (noch) nicht weiter. Für Narren ist ja bekanntlich am Aschermittwoch alles vorbei. Und für den Club?

Markus Löser

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