Matthäus über den DFB: „Ich sehe uns als Nummer 1“

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, der 1990 in Italien die WM gewann, über den deutschen Angstgegner – und seine Aussichten für Brasilien 2014.
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Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, der 1990 in Italien die WM gewann, über den deutschen Angstgegner – und seine Aussichten für Brasilien 2014.

Mailand - Auf einen Auftritt der „attaccanti tedeschi“ hatten sie in Italien gehofft, auf einen Vergleich ihrer Nationalmannschaft mit den deutschen Stürmern, die ihr Gehalt in der Serie A verdienen. Doch das Duell der Azzurri gegen die Ex-Bayern Miro & Mario, gegen die Legionäre Klose (Lazio Rom) und Gomez (AC Florenz) fiel aus, beide sind nach Verletzungen in der Reha.

Also ist Oliver Bierhoff der einzig Verbliebene mit Italien-Bezug im deutschen Tross, der in Mailand zum Freundschaftsländerspiel  gegen Italien antritt, zugleich immer ein Prestige-Test. Beim AC Milan hat der DFB-Teammanager einst gespielt, in der Mode-Metropole waren zuletzt der jetzige Sportvorstand des FC Bayern Matthias Sammer (Inter) und Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann (Milan) engagiert, jeweils nur für ein unglückliches halbes Jahr. Lang, lang ist’s her.

Eine DFB-Elf in Mailand – das verknüpft man gedanklich sofort mit: Der Weltmeisterschaft 1990, magische Nächte im „San Siro“: Franz Beckenbauer als tobender und zeternder Teamchef an der Seitenlinie, Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus als stürmender Mittelfeld-Imperator in der Form seines Lebens, dazu die teutonischen Blondschöpfe Jürgen Klinsmann & Andreas Brehme, damals alle drei bei Inter. Der Grundstock zum WM-Titel. Inklusive Viertelfinale bestritt die DFB-Elf die ersten fünf Partien sämtlich im „Giuseppe-Meazza“-Stadion, so der neue Name.

„Was für Luciano Pavarotti die Mailänder Scala war, das war und bleibt für mich das San Siro. Weil mich mit dieser tollen Arena große Erfolge und ganz, ganz starke Emotionen verbinden. Hier habe ich mich während meiner vier Jahre als Spieler bei Inter Mailand vom ersten Tag an sicher und auch zu Hause gefühlt. Wenn Boris Becker Wimbledon als sein Wohnzimmer bezeichnen darf, dann gilt dies in meinem Fall für San Siro“, sagt Lothar Matthäus bei „dfb.de“, mit 150 Länderspielen weiterhin Deutschlands Rekordnationalspieler.

Nie wird der heutige „Sky“-Experte den Start in die WM 1990 mit dem grandiosen 4:1-Sieg über Jugoslawien vergessen können, als er im wohl besten seiner vielen Länderspiele zwei Tore erzielte. Es folgten drei Siege und ein Remis, die Italiener feierten die Deutschen in der lombardischen Metropole. 23 Jahre später nun also die Rückkehr unter Bundestrainer Joachim Löw, ganze 73 Jahre schon ist ein Vergleich mit den Italienern in Mailand her: am 5. Mai 1940 setzte es ein 2:3. Die Italiener sind Angstgegner und Angstmacher zugleich: Gegen keine andere der großen Fußballnationen Europas weist die DFB-Elf eine derart negative Bilanz aus: 15 Niederlagen in 31 Spielen bei nur sieben Siegen und neun Unentschieden.

Der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 1995, in den letzten fünf Duellen gab es vier Pleiten und ein Remis. Ganz besonders schmerzvoll: Das 0:2 nach Verlängerung im WM-Halbfinale von Dortmund 2006 und der Semifinal-K.o. bei der EM 2012 in Warschau. „Sie sind Meister der Anpassung, clever und abgebrüht“, sagt Löw. „In der Vergangenheit kamen wir mit der italienischen Spielweise nie so recht klar wie gegen andere, sogar spielstärkere Mannschaften“, sagt Matthäus. Kompaktheit, taktische Effizienz, Balotelli – das Italo-Triple.

„Deswegen sagt man, Italien sei unser Angstgegner“, erklärt Matthäus. Dies ohne Grund, findet er: „Weil wir das größeres Potenzial, eine insgesamt höhere Qualität der Mannschaftsteile und in der Summe der Einzelspieler deutliche Vorteile haben. Mit unserem Gesamtpaket, der Liga und der Nationalmannschaft, halte ich uns jetzt für die stärkste Fußballnation der Welt. Ich sehe uns heute schon als Nummer eins weltweit, stärker auch als Brasilien.“ Was dann 2014 – bei der WM in Brasilien – zu beweisen wäre.

 

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