Leverkusen muss nach Leno-Blackout zittern

Mit hängenden Köpfen suchten Superstar Javier Hernandez und seine Kollegen von Bayer Leverkusen das Weite, derweil ließen sich die Underdogs von BATE Borissow von ihrer Anhängerschaft für eine couragierte Leistung feierten.
| SID
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Baryssau - Die Werkself hatte durch das mickrige 1:1 (0:1) beim weißrussischen Serienmeister ihr Ziel klar verfehlt und muss mehr denn je um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League zittern.

Auf dem Rückflug von Minsk nach Köln musste das Team von Trainer Roger Schmidt hoffen, dass Rom am späteren Abend nicht bei Topfavorit FC Barcelona einen Überraschungscoup landet. Titelverteidiger Barcelona war durch das Remis zuvor bereits vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert. Bayer drohte das erste Scheitern in einer Gruppenphase seit 15 Jahren und sechs erfolgreichen Anläufen.

"Die erste Hälfte war sehr schwach. Das war der Schlüssel. Leider haben wir die Tore nicht gemacht. Fast ist der Worst Case eingetreten, aber so bleiben wir wenigstens Dritter. Das ist in dieser Gruppe keine Schande.", sagte ein enttäuschter Bayer-Sportchef Rudi Völler nach dem Abpfiff. Weltmeister Christoph Kramer kritisierte indirekt seine Mitspieler in der Offensive: "Hätten wir heute einen Thomas Müller dabei gehabt, hätte er am Fünfer an fünf Leuten vorbei ins Tor getroffen."

Admir Mehmedi kann er nicht gemeint haben. Der Schweizer Nationalspieler hatte Bayer nach einem erneuten Blackout von Torhüter Bernd Leno zumindest eine ordentliche Ausgangsposition für das Überwintern im Europacup gewahrt. Mehmedi rettete mit seinem herrlichen Ausgleichstreffer in der 68. Minute Bayer immerhin noch einen Punkt, wodurch Leverkusen vor dem letzten Gruppen-Spieltag auf Rang drei liegt, der zumindest die Teilnahme an der Europa League als Trostpreis sichern würde.

Eine bessere Ausgangsposition verhinderte ein fataler Schnitzer von Leno, der zuletzt zweimal für die A-Nationalmannschaft nominiert war. Der 23-Jährige ließ vor 12.601 Zuschauern einen harmlosen Schuss von Michail Gordeitschuk nach 68 Sekunden "durch die Hosenträger" rutschen. Es war in dieser Saison bereits der dritte grobe Patzer mit direkter Torfolge des Bayer-Torhüters. "Er ist geknickt, das ist klar. Aber Bernd ist trotzdem ein toller Torwart", sagte Völler und stand seinem Keeper zur Seite.

Während Leno akut seine EM-Teilname gefährdet, dürfte selbst ein komplettes Ausscheiden aus dem Europacup für Trainer Roger Schmidt keine Folgen haben: Geschäftsführer Michael Schade hatte ihm bereits vor der Partie eine Jobgarantie erteilt. Mehmedi entwickelt sich unterdessen mehr und mehr zum Mann für die wichtigen Tore, er hatte unter anderem in den spektakulären Partien gegen AS Rom (4:4) und den VfB Stuttgart (4:3) jeweils das vierte Tor erzielt.

Bayer musste in Borissow ohne ein halbes Dutzend Stammkräfte auskommen, darunter die beiden gesperrten Innenverteidiger Ömer Toprak und Kyrgiakos Papadopoulos, Kapitän Lars Bender und den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling - und wurde prompt kalt erwischt. Die Unordnung in der Defensive und ein Stellungsfehler von Giulio Donati hatte Gordeitschuk in Position gebracht, seinen Schuss hätte Leno aber halten müssen.

Bayer startete umgehend ein Powerplay und schnürte Borissow in der eigenen Hälfte ein, verfiel aber auch viel zu früh in Hektik. Die leidenschaftlich kämpfenden Weißrussen um den abwanderungswilligen Ex-Stuttgarter Alexander Hleb fingen viele unsauber gespielte Bälle - vor allem von Kramer - meist schon weit vor dem Strafraum ab.

Trotz 70 Prozent Ballbesitz kam der Bundesligist erst Sekunden vor der Pause zur ersten Großchance - und diese vergab ausgerechnet der von den Bayer-Fans nach zehn Toren in den vorherigen sieben Spielen zum "Fußball-Gott" beförderte Chicharito aus drei Metern kläglich. Nach der Pause wurde Bayer zielstrebiger. Doch zum Ausgleich kam Bayer erst, als Borissow die Kräfte schwanden.

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