Kommt es nun zur großen Rotation? Gruppensieg der DFB-Elf steht fest
Der Montag war der Genießer-Tag im Lager der deutschen Nationalmannschaft. Einige der Spieler verbrachten den freien Tag mit ihren Familien und Freunden, die auch nach dem zweiten Gruppenspiel, dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste am Samstag, für zwei Nächte ins DFB-Quartier kommen und dort übernachten durften.
Wer keinen Besuch bekam, vertrieb sich die Zeit mit anderen Sportarten auf dem 55 Hektar großen Gelände des Hotels "The Graylyn Estate" in Winston-Salem – etwa auf dem Basketball-Platz, an der Tischtennis-Platte oder beim Wurfspiel Cornhole. Kai Havertz und Nick Woltemade spielten eine lockere Runde Federball.
Ein Tag Entspannung für die DFB-Elf bevor das dritte Gruppenspiel gegen Ecuador ansteht
Am Dienstag wird wieder trainiert auf dem Gelände der Wake Forest Universität, am Mittwoch geht es nach der Vormittagseinheit per Charterflieger nach Newark. Denn am Donnerstag steht das dritte Gruppenspiel in New Jersey gegen Ecuador (22 Uhr, ARD & MagentaTV) an. Man kann also schon mal reinschnuppern ins Finalstadion dieser Mammut-WM – etwas mehr als drei Wochen vor dem Endspiel am 19. Juli. Im legendären "MetLife-Stadium", gelegen in East Rutherford, New Jersey (also nicht in New York) spielen sonst die Football-Teams der New York Giants und New York Jets.

Nach den beiden Erfolgen in den ersten Partien kann das DFB-Team Spiel drei relativ locker angehen – der Sieg der Vorrundengruppe ist ihnen nicht mehr zu nehmen. Eine hübsche Parallele zur Sommermärchen-WM 2006, als man nach Siegen über Costa Rica (4:2) und Polen (1:0 – ebenfalls mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit, damals erzielt von Oliver Neuville) bereits vorzeitig für die K.o.-Runde qualifiziert war und im abschließenden Spiel gegen Ecuador lediglich noch um den Gruppensieg kämpfte – was mit einem 2:0 gelang. An diesem Donnerstag geht es hauptsächlich darum, erstens im Flow zu bleiben und mit einem weiteren Hurra-Erlebnis weiterzuziehen ins Sechzehntelfinale.
Wer sitzt für Ecuador auf der Bank?
Dennoch dürfte Bundestrainer Julian Nagelsmann einige Wechsel in der Anfangsformation vornehmen – nach zwei identischen Startaufstellungen gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1). Die knifflige Frage ist: Wie viele? Rotation im großen Stil? Dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung will man sich allerdings nicht aussetzen, da für die übrigen drei Gruppengegner von Platz zwei (sicher weiter), über drei (dann ist Zittern angesagt) bis vier (Ausscheiden) noch alles drin ist.
In welchen Mannschaftsteilen wie rotiert werden könnte:
Tor: Verzichtet Manuel Neuer freiwillig auf ein WM-Spiel? Kaum vorstellbar. Das war zuletzt bei seiner ersten WM 2010 in Südafrika der Fall, als Jörg Butt im Spiel um Platz drei gegen Uruguay ran durfte. Denkbar ist, dass Oliver Baumann als Dankeschön für sein loyales Verhalten gegenüber dem nur für die Endrunde zurückgekehrten Neuer das Ecuador-Spiel bekommt.
Abwehr: Antonio Rüdiger ersetzt den verletzten Nico Schlotterbeck als Nebenmann von Jonathan Tah in der Innenverteidigung. Rechtsverteidiger Joshua Kimmich will immer spielen, er ist der Kapitän. Auf der linken Abwehrseite dürfte David Raum anstelle von Nathaniel Brown auflaufen.

Mittelfeldzentrum: Aleksandar Pavlovic fiel gegen die Elfenbeinküste etwas ab, Felix Nmecha lief unermüdlich viel. Gut möglich, dass Leon Goretzka als einer der Sechser starten darf – ebenso wie Angelo Stiller. Routinier Pascal Groß könnte später ins Spiel kommen.
Offensives Dreieck: Im dritten Spiel dürfte der so umstrittene und damit polarisierende Leroy Sané durch Jamie Leweling ersetzt werden, der seine Sache als Rechtsaußen ebenso gut machte nach der Einwechslung am Samstag wie Nadiem Amiri auf der Zehnerposition. Erhält Jamal Musiala deshalb eine schöpferische Pause? Auf Linksaußen ist Florian Wirtz gesetzt, er könnte zumindest ab der zweiten Halbzeit von Maximilian Beier entlastet werden.

Mittelstürmer: Kai Havertz könnte eine Pause vertragen, für ihn müsste Nagelsmann ja jetzt Deniz Undav, den Matchwinner per Doppelpack gegen die Elfenbeinküste, bringen. Obwohl er ihn lieber als Joker sieht. Nick Woltemade, noch ohne WM-Einsatz, wäre ein Kandidat für eine halbe Stunde.
