Jogi Löw und der feine Unterschied

Der Bundestrainer kann vor dem Österreich-Spiel zwischen vielen Kreativspielern wählen. Er will noch offensiver spielen lassen – und setzt Jungstar Mario Götze dennoch auf die Bank.
| Patrick Strasser
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Mesut Özil, hier im Hinspiel gegen Österreichs Baumgartlinger, ist nur einer von vielen kreativen Mittelfeldspielern des DFB-Teams.
Roland Schlager dpa Mesut Özil, hier im Hinspiel gegen Österreichs Baumgartlinger, ist nur einer von vielen kreativen Mittelfeldspielern des DFB-Teams.

Bundestrainer Joachim Löw kann vor dem Österreich-Spiel aus einer Vielzahl von Kreativspielern wählen. Er will noch offensiver als zuletzt spielen lassen – und setzt Jungstar Götze dennoch auf die Bank.

Düsseldorf - Das Hotel ist gebucht, klar. Und der Aberglaube, ein treuer Begleiter der Fußballer? Ach, fort damit! Man kann es sich nicht leisten, erst die Qualifikation für die EM im kommenden Sommer in Polen und der Ukraine abzuwarten. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat schon im Frühjahr das Fünfsternehotel Dwor Oliwski bei Danzig, gebaut in einem Hof aus dem 17. Jahrhundert, gebucht – bevor die Konkurrenz aus England, Spanien und Italien zuschlägt.

Der Aufenthalt an der Ostsee soll am Freitagabend (20.45 Uhr, ZDF live) mit einem Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich sicher gestellt werden. Da puste frischer Wind den Kopf frei, erklärte Bundestrainer Joachim Löw, das sei wichtig, wenn man so lange zusammen sei: „Da müssen Geist und Seele im Einklang sein.” Vorher kommt der Schweiß.
Und zwar die Österreicher. Nicht Brasilien. Ein Pflichtsieg wird erwartet, am besten ein Torfestival. Die Kür fand im August statt – beim 3:2 gegen Brasilien. Darauf wies Löw noch einmal hin, die Furcht vor den Großen, den angeblich Unschlagbaren ist weg. Sich klein machen? Den Underdog geben? Passé. Selbstvertrauen und Selbstverständnis sind seit der WM 2010 in Südafrika noch mehr angewachsen. Denn: Kaum ist ein Talent integriert, rückt schon das nächste nach. Solch eine Dichte an kreativen Spielern hat es selten gegeben in der Nationalelf.Die Nationalelf arbeitet nicht mehr Fußball, sie spielt. Schöner Kicken. Oder: Der feine Unterschied.

„Wir wollen vor allem fußballerisch überzeugen", sagte Löw, der es sich leisten kann, Dortmunds Shootingstar Mario Götze, den besten Mann gegen Brasilien, am Freitag auf die Bank zu setzen. Er hat andere – Spieler und Varianten. „Ich bin froh, dass wir diese Spieler mit diesem kreativen Potenzial haben”, erklärte Löw. Und so kann er es sich erlauben, eine neue, noch offensivere Taktik spielen zu lassen. Vor Mittelfeld-Organisator Bastian Schweinsteiger darf eine Viererkette zaubern. Mit Toni Kroos, davor Mesut Özil, rechts Thomas Müller und links Lukas Podolski, der noch einmal – als Test und Warnung zugleich – den Vorzug vor Götze oder André Schürrle bekommt. „Das macht Spaß, wenn man weiß, wen man da alles anspielen kann”, sagte Kroos. Nie war eine DFB-Elf offensiver. Für Abwehr-Routinier Per Mertesacker ist „diese Offensive eine Luxussituation, die ich so noch nie erlebt habe”.

Doch Löw will keinen Stillstand. Weiter zaubern, immer weiterzaubern: „Es hat die größte Priorität, dass wir uns auf diesem Weg weiterentwickeln und bei der EM auch." Keine Atempause, Hackentricks werden gemacht. Und Rekorde. Der achte Sieg im achten Qualifikationsspiel soll es sein. Schweinsteiger forderte: „Wir sollten das Ziel haben, mal eine komplette Qualifikationsrunde ohne Punktverlust zu überstehen.”

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