"Hier erlernen Sie Fingerspitzengefühl"

Neben der Playstaion ist Tischtennis das beliebteste Freizeitvergnügen im DFB-Team. Jetzt hat Europameister Timo Boll mit den Nationalspielern an der Platte trainiert. Im Interview erzählt er, wie es um seine Fußballfähigkeiten steht und von welchem Verein er schwärmt.
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Training an der Platte: Timo Boll (r.) mit den Nationalspielern Arne Friedrich (l.) und Heiko Westermann.
AP Training an der Platte: Timo Boll (r.) mit den Nationalspielern Arne Friedrich (l.) und Heiko Westermann.

Neben der Playstaion ist Tischtennis das beliebteste Freizeitvergnügen im DFB-Team. Jetzt hat Europameister Timo Boll mit den Nationalspielern an der Platte trainiert. Im Interview erzählt er, wie es um seine Fußballfähigkeiten steht und von welchem Verein er schwärmt.

AZ: Herr Boll, Sie haben am Dienstag im Ballsaal des Mannschaftshotels der Nationalelf Nachhilfe an der Platte gegeben. Wie haben sich die DFB-Stars geschlagen?

TIMO BOLL: Gar nicht so schlecht. Das sind keine Anfänger, die spielen ja öfter mal in ihren Vereinen.

Wer hat's richtig drauf?

Arne Friedrich. Auch Heiko Westermann hat ein gutes Feingefühl, er hat ein internes Turnier gewonnen. Leider war Philipp Lahm nicht da. Der Lukas Podolski hat mir erzählt, dass Lahm der Tischtennis-Profi hier ist und sich bei Bayern immer mit Bastian Schweinsteiger duelliert.

Immer wenn Sie in die Ballwechsel eingegriffen haben, war bald Feierabend.

Na ja, ein paar meiner Aufschläge haben sie sogar zurückbekommen. Ich war überrascht, dass manch einer mit ziemlichem Spin spielt.

Was bringt einem Fußballer, einem Zweikampfsportler eine filigrane Sportart wie Tischtennis?

Die Fußballer verlangen doch immer nach Fingerspitzengefühl bei den Schiedsrichtern, hier können sie es selbst erlernen. Außerdem beansprucht Tischtennis fast alle Muskeln, die Beinarbeit ist mit das Wichtigste.

Wie sieht bei Ihnen aus? Kicken Sie ab und zu – und wie gut?

TIMO BOLL: Zum Aufwärmen spielen wir ab und zu mal Fußball. Aber das nutzen wir und die Trainer lediglich als Konditionseinheiten, wir haben ja keinerlei taktisches Verständnis dafür, wir laufen ja alle nur wild dem Ball hinterher (lacht). Außerdem müssen wir vorsichtig sein. Es ist ja – im Gegensatz zu Tischtennis, da haben wir ja selten Zweikämpfe mit Körperkontakt – eine nicht ungefährliche Sportart. Da habe ich ziemlichen Respekt vor, beim Gaudi-Kick soll natürlich nichts passieren.

Haben Sie als Kind früher gekickt? Ein Bolzplatzheld?

Ja, in meinem Heimatverein TSV 1875 Höchst im Odenwald, meinem Geburtsort. Bis zur D-Jugend, ich war Stürmer. Einmal sogar Torschützenkönig. Dann habe ich mich aber später für Tischtennis entschieden, das kann ich doch besser.

Und als Hesse sind Sie Eintracht-Frankfurt-Fan?

Nein, ich bin BVB-Fan. Irgendwann mal, ganz lange her, habe ich ein Spiel im Stadion gesehen, da haben die Dortmunder die Eintracht klar geschlagen. Ich glaube 4:0, da war’s passiert.

Sind Sie am Mittwochabend beim Länderspiel im Stadion?

Ich weiß noch nicht, mal sehen. Es ist ja ein Prestige-Duell, ich tippe auf ein 2:1 für Deutschland.

Hier in Berlin treten Sie gerade bei den German Open an. Wie schaut’s aus?

Bei Turnieren in der Heimat ist die Motivation natürlich besonders groß. Ich bin an Nummer eins gesetzt, dennoch wird das für mich kein Selbstläufer.

Interview: Patrick Strasser

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