Havertz im DFB-Angriff gesetzt: Was macht Nagelsmann jetzt mit Undav?

Mit Kai Havertz stößt der letzte fehlende Akteur zum DFB-Team. Der Arsenal-Star ist Elfmeterschütze Nummer eins und die zentrale Offensiv-Figur – nur wo genau? Die Optionen: Neuer, Zehner, Rechtsaußen.
von  Maximilian Koch
Deutschlands Stürmer Nummer eins: Kai Havertz.
Deutschlands Stürmer Nummer eins: Kai Havertz. © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

Die Ankunft von Kai Havertz im Mannschaftshotel in Chicago wurde schon herbeigesehnt. Am Dienstagabend checkte der Stürmer des FC Arsenal kurz nach dem DFB-Tross in der edlen Unterkunft Waldorf Astoria ein, Havertz klatschte mit seinen Teamkollegen ab, Bundestrainer Julian Nagelsmann umarmte ihn.

Havertz als Schlüsselspieler im DFB-Sturm

"Die Vorfreude war das ganze Jahr schon da. Und persönlich war es für mich wichtig, so früh wie möglich zur Mannschaft zu stoßen", sagte Havertz bei einer Medienrunde vor Ort. Der 26-Jährige, der für Arsenal im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain zur 1:0-Führung traf, soll eine Schlüsselrolle im DFB-Team einnehmen. Er ist Elfmeterschütze Nummer eins und die zentrale Figur im Angriff. Kai, der Unersetzliche.

Sicherer Elfmeterschütze: Havertz.
Sicherer Elfmeterschütze: Havertz. © IMAGO/Bahho Kara

"Es ist schade, dass er das Finale nicht gewonnen hat", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Aber sein Tor war außergewöhnlich und wird ihm zusätzlich Auftrieb geben." Trotz der Niederlage gegen PSG im Elfmeterschießen. "Wer im Finale genau hingeschaut hat, der konnte sehen, was Kai für eine Bedeutung für seine Mannschaft hat", ergänzte Nagelsmann: "Er fällt nicht nur durch sein Tor auf, sondern auch durch seinen Fleiß, seine brutale Kopfballstärke, auch bei defensiven Standards. Wir brauchen Kai."

Lob vom Bundestrainer

Auch menschlich schätzt der Bundestrainer Havertz enorm. "Kai ist ein sehr guter Mensch, ein sehr guter Typ", sagte er. Urlaubstage nach dem Finale wollte Havertz trotz der langen Saison übrigens nicht haben. "Er war so lange weg aus unserem Kreis, er brennt darauf, zur Mannschaft zu kommen", ergänzte Nagelsmann. Havertz war wegen einer Knieblessur und mehrerer Muskelverletzungen ausgefallen.

In Topform: DFB-Angreifer Deniz Undav (r.).
In Topform: DFB-Angreifer Deniz Undav (r.). © IMAGO/Norbert SCHMIDT

Doch jetzt ist er wieder topfit und angriffslustig vor der WM. "Jeder Spieler muss bereit sein, defensive Wege zu gehen", sagte Havertz und ergänzte zum Konkurrenzkampf im Sturm: "Da wird es kein Drama geben. Wir haben viele Optionen. Es ist gut, so ein Problem zu haben. Lieber mehr gute Spieler als zu wenige."

Positionspuzzle vor letztem WM-Test

Am Samstag im letzten WM-Testspiel gegen die USA (20.30 Uhr/ZDF) wird Havertz starten. Die Frage ist nur: Auf welcher Position? Der Angreifer kann sowohl als Neuer, Zehner oder Rechtsaußen spielen. Ganz vorne im Sturmzentrum hat sich Deniz Undav mit zwei Toren und einer Vorlage gegen Finnland für die Anfangsformation empfohlen. Auch Nick Woltemade ist eine Option.

"Deniz hat immer gefährliche Situationen in der Box gehabt. Er war an drei Toren beteiligt, von dem her war es ein sehr gutes Spiel", lobte Nagelsmann den Stuttgarter, der eigentlich als Joker eingeplant war: "Wenn du zwei Tore machst und dann noch einen vorlegst, spielst du dich nie aus der Mannschaft."

Undav als Herausforderer

Undav und Havertz zusammen - das klingt doch gar nicht so schlecht. Die wahrscheinlichste Variante ist allerdings, dass Havertz ganz vorne spielt, Florian Wirtz links, Jamal Musiala zentral und Lennart Karl rechts in der Offensivreihe. Dann wäre Undav nur Joker.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.