Hans Meyer: Wird er jetzt Theater-Schauspieler?

Im Hause Meyer kommt keine Langeweile auf: Er besucht seine Enkel in Belgien, schaut die Play-Offs der Ice Tigers oder geht mit dem Hund Gassi. Und vielleicht kommt bald ein Engagement am Theater, in der Rolle eines „lustigen Hausmeisters“.
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Bei Hans Meyer kommt keine Langeweile auf.
dpa Bei Hans Meyer kommt keine Langeweile auf.

Im Hause Meyer kommt keine Langeweile auf: Er besucht seine Enkel in Belgien, schaut die Play-Offs der Ice Tigers oder geht mit dem Hund Gassi. Und vielleicht kommt bald ein Engagement am Theater, in der Rolle eines „lustigen Hausmeisters“.

NÜRNBERG Der Abstieg käme auch ihn teuer zu stehen. Hans Meyers Vertrag (Juni 2009) gilt nur für die Erste Liga, der beurlaubte FCN-Coach müsste auf geschätzte 1,2 Millionen Euro verzichten. Am 11.Februar war der 65-Jährige beurlaubt und durch Thomas von Heesen ersetzt worden. Doch Langeweile dürfte im Hause Meyer, unterhalb der Nürnberger Burg, seitdem nicht aufgekommen sein.

Kürzlich war Meyer zu Gast bei der „Gala der Köche“ im Hotel „HerzogsPark“ in Herzogenaurach, bei den Playoff-Spielen der Icetigers gegen die Metro Stars aus Düsseldorf war er mit Lebensgefährtin Maren Zimmer in der Eis-Arena zu Gast, aber kein Glücksbringer.

Zwischendrin führt er seinen Hund am Tiergärtnertor „Gassi“, oder er besucht Kinder und Enkelkinder in Belgien. Am vergangenen Freitag trat Meyer bei einer Diskussion im Marmorsaal der Nürnberger Akademie am Gewerbemuseumsplatz mit Schauspieldirektor Klaus Kusenberg erstmals öffentlich auf, übte den Spagat zwischen Kunst und Kicken. Motto: „Komm, wir spielen“.

Am Samstag saß er im Berliner Olympiastadion auf der Tribüne und verfolgte den Sieg der Bayern im Pokalfinale, am Sonntag war er am Münchner Flughafen in der DSF-Sendung „Doppelpass“ zu Gast.

Ex-Trainer-Kollege und DSF-Experte Udo Lattek fasste Meyers Ausführungen dort zusammen: „Er hat lange geredet, aber nichts gesagt.“ So gab es vom Noch-FCN-Angestellten Meyer ein klares Jein zu seiner persönlichen Zukunft. Auf die Frage, ob er nochmals den Club übernehme: „Lassen Sie uns übers Essen reden. Wir können fast davon ausgehen, dass Nürnberg das Ende von Trainer Hans Meyer war.“ Fast, aber eben nicht endgültig.

Wie seinerzeit in Gladbach, wo er 2003 seinen Vertrag aufgelöst hatte. „Das hatte persönliche Gründe. Ich dachte, ich bekomme sie in den Griff. Das ist schief gegangen.“ Und endete mit der Trennung von Ehefrau Annelore 2006.

Meyers Umgang mit Journalisten und Spielern, von Club-Chef Michael A. Roth angesprochen („der eine oder andere Spieler hat seinen Humor als Beleidigung aufgefasst“) und neben der Erfolglosigkeit mit als Beurlaubungs-Grund angeben, ließ Meyer im „Doppelpass“ unbeantwortet. „Lassen wir das mal so stehen.“ Dafür empfand Meyer Mitleid mit seinem Nachfolger. „Wenn du einen neuen Trainer holst, hoffst du auf einen kurzfristigen Effekt. Aber der Zeitpunkt mit den Spielen in Lissabon und Bremen war ungünstig.“ Sein Rauswurf beim Club war für Meyer nachvollziehbar. „Von der Tabellensituation her hatte der Club Grund, mich zu entlassen.“ Schauspielchef Kusenberg könnte sich Meyer nun als „lustigen Hausmeister“ im Stück „Meisterklasse“ vorstellen.

Seit seiner Beurlaubung hat Meyer kein Club-Spiel mehr live verfolgt, will das aber ändern, „wenn der Club zwei-, dreimal hintereinander gewonnen hat.“ Immerhin: „Hans Meyer fiebert von ganzem Herz mit, damit der Club es noch schafft“, sagt er. Kein Wunder, schließlich verdient er mit und kann als prima bezahlter Rentner im „Flocke“-Buch schmökern, dass er nach der Gesprächsrunde mit Kusenberg geschenkt bekam. Matthias Hertlein

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