FSV Mainz 05: Trainer Martin Schmidt muss um seinen Job zittern

Trainer Martin Schmidt vom FSV Mainz 05 steht vor "seinem Finale". Der Schweizer braucht am Samstag in Freiburg einen Sieg, sonst ist er seinen Job los.  
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Vor Kurzem galt er noch als umworbener Coach: Martin Schmidt. Sein Vertrag in Mainz läuft noch bis 2018.
dpa Vor Kurzem galt er noch als umworbener Coach: Martin Schmidt. Sein Vertrag in Mainz läuft noch bis 2018.

Trainer Martin Schmidt vom FSV Mainz 05 steht vor "seinem Finale". Der Schweizer braucht am Samstag in Freiburg einen Sieg, sonst ist er seinen Job los.

Mainz - Immerhin liegt der Austragungsort "seines Endspiels" nahezu optimal für Martin Schmidt. Wenn der Trainer des 1. FSV Mainz 05 am Samstag (15:30 Uhr/Sky) mit seiner Mannschaft nicht beim SC Freiburg gewinnt, hat er zwei Optionen für seinen Heimweg.

Der Schweizer kann die 270 Kilometer nach Mainz reisen oder die exakt gleiche Strecke ins heimische Wallis in Angriff nehmen. Ohne drei Punkte im Gepäck sollte der 49-Jährige das Navi wohl besser auf seine Heimatdresse in den Bergen programmieren.

"Martin wird in Freiburg unser Trainer sein", sagte FSV-Sportchef Rouven Schröder nach dem 2:3 (0:0) der abstiegsbedrohten Rheinhessen gegen RB Leipzig - doch die Jobgarantie für Schmidt nach der vierten Niederlage in Folge gilt nur für eine Partie: "Es ist klar, dass wir in Freiburg drei Punkte holen müssen."

Kombi aus Rückendeckung und Ultimatum

Schon direkt im Anschluss an die Pleite gegen den Tabellenzweiten hatte alles nach Abschied ausgesehen. Schröder und Schmidt führten noch auf dem Rasen ein langes Gespräch, der sichtlich angeschlagene Coach schüttelte seinen Schützlingen die Hände und winkte beim Gang in die Kabine ins Publikum.

Doch kurz darauf überraschte Schröder mit seiner Kombination aus Rückendeckung und Ultimatum. Als der Trainer auf "sein Endspiel" angesprochen wurde, blockte er ab. "Wir haben noch sieben Spiele. Insofern stellt sich die Frage nicht", äußerte Schmidt, der vor Kurzem noch als umworbener Coach galt und dessen Vertrag bis 2018 läuft.

Und: "Für mich ist entscheidend, was ich intern höre - und da hört es sich anders an als drumherum. Ich spüre die Rückendeckung zu 100 Prozent. Die Mannschaft hat sich gegen die Niederlage gestemmt, sie lebt."

"Noch ist nichts verloren"

Tatsächlich war die Pleite in der zeitweise überharten Partie - zehn Gelbe Karten und ein Platzverweis für den Mainzer Jean-Philippe Gbamin (89.) - unglücklich. Vor 26.379 Zuschauern machten die Profis nicht den Eindruck, dass sie Schmidt die Gefolgschaft verweigern.

Das Spiel, in dem Marcel Sabitzer (48.), Timo Werner (52.) und Naby Keita (81.) für Leipzig sowie Jairo Samperio (69.) per Foulelfmeter und Yoshinori Muto (90.+1) für Mainz trafen, hätte durchaus auch anders ausgehen können.

Dennoch trennt den FSV nur noch die bessere Tordifferenz vom Relegationsplatz - und das Restprogramm, das unter anderem eine Partie beim FC Bayern vorsieht, hat es in sich. Auch deshalb hatten Durchhalteparolen in Mainz Konjunktur.

"Noch ist nichts verloren. Wir können es aus eigener Kraft schaffen", sagte Schröder: "Den Kopf in den Sand stecken kann jeder. Wir müssen den Kopf nach oben nehmen." Das hätten die Mainzer besser schon vor einigen Monaten getan.

Schließlich hat das entstandene Machtvakuum nach dem Abgang von Manager Christian Heidel und der Entmachtung von Präsident Harald Strutz mit zur Talfahrt beigetragen - genau wie der unnötige Verkauf von Spielmacher Yunus Malli im Winter.

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