FCA in Liverpool: Für Keeper Hitz doppelt emotional

Kloppo, stell dir vor ... der FC Augsburg wirft am Donnerstag den FC Liverpool aus der Europa League. Vor dem Spiel an der Anfield Road träumen sie beim FCA: "Wir wollen die Sensation schaffen!"  
| az/dpa/sid
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Einen in Ehrfurcht erstarrten FC Augsburg erwartet Jürgen Klopp nicht. "Wir wollen in die nächste Runde, und das müssen wir auch zeigen."
sampics/Augenklick Einen in Ehrfurcht erstarrten FC Augsburg erwartet Jürgen Klopp nicht. "Wir wollen in die nächste Runde, und das müssen wir auch zeigen."

Kloppo, stell dir vor ... der FC Augsburg wirft am Donnerstag den FC Liverpool aus der Europa League. Vor dem Spiel an der Anfield Road träumen sie beim FCA: "Wir wollen die Sensation schaffen!"

Augsburg - Für den historischen Moment an der Anfield Road stellen die Spieler des FC Augsburg sogar ihr privates Glück hintenan.

Als sich die personell dezimierten Schwaben am Mittwoch in München mit dem Sonderflug DE 1970 nach Liverpool aufmachten, da war auch Torhüter Marvin Hitz mit an Bord der Boeing 757-300 – am Geburtstermin seines zweiten Kindes.

"Es ist alles abgesprochen", versicherte der Schweizer mit einem Lächeln, ehe er durch die Passkontrolle ging. Auf Hitz, seit Monaten in bestechender Form, wird es am Donnerstagabend (19 Uhr/Sky und Sport1) im Rückspiel der Zwischenrunde der Europa League ganz besonders ankommen.

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Wie seine Mannschaftskollegen will aber auch der Schweizer das vielleicht einmalige Erlebnis genießen. "Wir freuen uns alle darauf", betonte er, „es ist eine Reise mit vielen Emotionen für uns, es ist für uns alle etwas ganz Spezielles."

 

Max spürt "Rückenwind"

 

Das große Kribbeln bei den Augsburgern war spätestens beim Einchecken im Terminal 1 am Münchner Flughafen deutlich spürbar. "Es ist ein besonderes Erlebnis, an der Anfield Road zu spielen", betonte der weit gereiste Manager und Weltmeister Stefan Reuter, dessen Team in Liverpool von den Klängen der Anfield-Stadionhymne "You'll never walk alone" eingestimmt werden wird.

Wie staunende Touristen auf einer Sightseeing-Tour wollen die Schwaben aber nicht wahrgenommen werden. "Wir wollen mit Respekt, aber auch selbstbewusst auftreten", sagte Reuter, "wir müssen uns nicht verstecken."

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FCA-Trainer Markus Weinzierl formulierte seine Ambitionen so: "Da fährt der kleine FC Augsburg nach Liverpool, um da eventuell eine Sensation zu schaffen."

Er hätte auch sagen können: Kloppo, stell dir mal vor, Augsburg wirft euch am Ende tatsächlich aus der Europa League.

Nach dem 0:0 im Hinspiel gegen Jürgen Klopps Liverpool und dem wichtigen Sieg bei Hannover 96 (1:0) im Abstiegskampf der Bundesliga reisten die Augsburger gelöst an die "heilige" Fußball-Stätte. Er spüre "Rückenwind", sagte etwa Linksverteidiger Philipp Max.

"Wir haben den Kopf jetzt wirklich frei für Liverpool", ergänzte Hitz. Dabei fehlen dem FCA zahlreiche Stammspieler. Immerhin ging am Mittwoch Torjäger Raul Bobadilla mit großen roten Kopfhörern an Bord. Womöglich nur als moralische Unterstützung – oder doch mehr? Die Ausgangslage macht den Augsburgern jedenfalls viel Mut.

 

Klopp: "Dürfen das nicht einfach abschenken"

 

"Es ist für Liverpool ein gefährliches Ergebnis", betonte Weinzierl, "wir wissen, mit einem 1:1 sind wir weiter. Und wir wissen, wenn wir ein Tor schießen, muss Liverpool mindestens zwei machen."

Der Druck jedenfalls, glaubt Hitz, "liegt bei Liverpool". Im Hinspiel hatte Liverpool wahrlich nicht den Eindruck hinterlassen, unantastbar zu sein. "Augsburg kommt nicht nach Liverpool und gibt Vollgas, die werden genauso diszipliniert verteidigen und wollen uns auskontern", sagte Klopp.

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Mehr als 3000 Fans werden mit dem FCA in den Nordwesten Englands reisen. Allerdings: Nicht alle werden im Stadion sein, eine ganze Reihe Anhänger hat lediglich Flug und Unterkunft buchen können. Rund 2400 Tickets hat der FCA unter den Fans verlosen müssen, mehr rückte Liverpool nicht heraus.

"Wir wollen in die nächste Runde, und das müssen wir auch zeigen", sagte Klopp. Für sein Team geht es nicht nur um Weiterkommen und Prestige: Drei Tage vor dem Ligapokal-Finale gegen den künftigen Guardiola-Club Manchester City würde ein K.o. Turbulenzen schaffen.

Darum fordert Klopp volle Konzentration seiner Spieler auf Augsburg: "Wir dürfen das nicht einfach abschenken, weil wir am Wochenende ein Finale haben – dann haben wir den Titel nicht verdient. Wir müssen alles geben", sagte Klopp. "Wer mehr will, wird in die nächste Runde einziehen."

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