FC Liverpool gegen Manchester United: Jürgen Klopp vs. José Mourinho

Die Rivalität zwischen Manchester United und dem FC Liverpool ist eine der ältesten des Fußballs. Das Spiel am Sonntag ist mehr als "nur" das Duell der Teammanager José Mourinho und Jürgen Klopp.
| sid
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Jürgen Klopp und José Mourinho (rechts).
Imago Jürgen Klopp und José Mourinho (rechts).

Manchester/Liverpool - Am Freitagmorgen hatte Jürgen Klopp das Derbyfieber längst gepackt. "Als ich aufgewacht bin, habe ich mich gefragt, warum es mir so gut geht", sagte der Teammanager des FC Liverpool. "Dann ist es mir wieder eingefallen: Es sind nur noch zwei Tage."

Manchester United gegen Liverpool, der Rekordmeister gegen seinen verhassten Vorgänger, das Duell des Enfant terrible José Mourinho gegen den nicht minder emotionalen Klopp: Das brisante Aufeinandertreffen der beiden traditionsreichen Teams am Sonntag (17.00 Uhr) lässt auch den ehemaligen Dortmunder Meistertrainer nicht kalt. Natürlich nicht.

"Das Spiel ist sehr groß", sagte Klopp: "Es ist eine schwierige Aufgabe. Nicht nur wegen der Punkte, sondern auch wegen der weichen Faktoren. Wir freuen uns darauf." So wie auch sein Gegenüber: "Jeder liebt große Spiele", erklärte Mourinho. Es wird eine schwierige Reise für Klopp und sein Team ins gerade einmal 34 Meilen (54,7 Kilometer) entfernte Manchester.

United hat jedes seiner vergangenen neun Pflichtspiele gewonnen, ist seit 15 Pflichtspielen ungeschlagen - allerdings weiter immer noch nur auf Platz sechs der Liga, fünf Punkte hinter Liverpool. Gewinnt Liverpool, ist der Rekordmeister erst einmal abgehängt, im Falle einer Niederlage könnte Spitzenreiter Chelsea auf acht Punkte enteilen.

Es geht um viel im ohnehin schon brisanten Duell. Mourinho darf gegen den Erzrivalen auf die Rückkehr des zuletzt erkrankten Zlatan Ibrahimovic hoffen. "In den letzten eineinhalb Monaten haben wir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte der Schwede, der in der Liga bisher 13-mal traf.

Und er fügte mit seinem ihm ganz eigenen Selbstbewusstsein an: "Ich habe keine individuellen Ziele mehr, weil ich bereits alles erreicht habe: Ich habe England erobert - in nur drei Monaten."

Für ihn so, Ibrahimovic, zählten nur noch Titel. Doch die Rivalität zwischen beiden Städten ist größer als das Duell zwischen Mourinho und Klopp, größer als das Ego von Ibrahimovic oder größer als die Frage, ob Wayne Rooney mit einem weiteren Treffer zum United-Rekordtorschützen wird.

Zuletzt gab's keine Tore im direkten Duell

Denn die Konkurrenz der Städte war längst ausgebrochen, bevor es 1894 überhaupt zum ersten Fußball-Spiel zwischen dem FC Liverpool und United kam, das damals noch FC Newton Heath hieß. Die Rivalität sei "nicht die Rivalität zweier Fußballvereine, sondern die Geschichte zweier Städte" erklärte der FC Liverpool selbst.

Diese begann zu Zeiten der Industriellen Revolution - mit dem Bau eines 58 Kilometer langen Schiffskanals, der Manchester mit der irischen See verbindet. Lange hatte Liverpool mit seinem Hafen als Hauptumschlagsplatz für Waren aus Manchester gedient, durch den Bau des Kanals verlagerten sich Einfluss und Geld nach Manchester.

Es ist der Ursprung der Konkurrenz, die sich noch heute auswirkt. Natürlich auch auf den Fußballplatz. Dass bei aller Rivalität und Brisanz nicht immer herausragender Fußball zu sehen ist, zeigte sich beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Klubs in der Liga: Das Spiel endete 0:0.

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