Englands Fußball-Boss: "Blatter muss gehen"

Es hagelt Rücktrittsforderungen für FIFA-Chef Joseph Blatter: Jetzt sagt auch Greg Dyke, Präsident des englischen Fußballverbands: "Blatter muss gehen." Weitere Stimmen und Reaktionen.
| az/dpa
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Englands Fußball-Boss Greg Dyke (links) und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach
dpa Englands Fußball-Boss Greg Dyke (links) und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

Es hagelt Rücktrittsforderungen für FIFA-Chef Joseph Blatter. Jetzt sagt auch Greg Dyke, Präsident des englischen Fußballverbands: "Blatter muss gehen." Weitere Stimmen und Reaktionen.

London - Wie lange kann sich Joseph Blatter noch auf seinem FIFA-Thron halten? Wie lange bleibt "der Pate" ("Bild") noch unantastbar? Nun hat sich auch Greg Dyke, der Boss des englischen Fußballverbands, zu Wort gemeldet.

"Sepp Blatter muss als FIFA-Präsident gehen",  sagte Dyke der britischen Nachrichtenagentur Press Association. Blatter habe eine Erklärung veröffentlicht, in der es heiße, es sei Zeit, das Vertrauen in die FIFA wiederherzustellen. Solange Blatter da sei, gebe es keinen Weg, das Vertrauen in die FIFA wiederherzustellen, betonte Dyke.

Am Mittwoch hatten Ermittler sieben FIFA-Funktionäre auf Antrag der US-Justiz in Abschiebehaft genommen. Ihnen werden organisiertes Verbrechen und Korruption vorgeworfen. Als Höchststrafe drohen in den USA 20 Jahre Haft. Insgesamt ermittelt das US-Justizministerium, das die Schweizer Behörden um Amtshilfe ersucht hatte, gegen 14 Personen.

Lesen Sie hier: WM-Neuvergabe gefordert

Sie sollen seit Anfang der 90er Jahre Schmiergelder von mehr als 150 Millionen Dollar von Vermarktern für die Vergabe von Fußballturnieren erhalten haben. 110 Millionen Dollar sollen allein für Vermarktungsrechte für die Copa America 2016 in den USA geflossen sein. Bestechungsgelder sollen auch vor der WM-Vergabe an Südafrika 2010 gezahlt worden sein.

Unabhängig von den US-Ermittlungen stellten Schweizer Behörden in der FIFA-Zentrale elektronische Daten und Dokumente sicher. Die zuständige Bundesstaatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren im Zusammenhang mit den WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022. Nach Behördenangaben geht es um den Verdacht der Geldwäscherei.

"Das ist außergewöhnlich! Die FIFA zerbricht. Das Beste, das diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann", schreibt der englische Ex-Nationalspieler Gary Lineker via Twitter über die Festnahmen von FIFA-Funktionären - und fordert Blatters ebenfalls zum Rücktritt auf.

 

 

Weitere Reaktionen...

Bundesliga-Präsident Reinhard Rauball: "Sepp Blatter - obgleich offensichtlich persönlich nicht betroffen - sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen. So kann es nicht weitergehen. Sollten sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, würde dies die FIFA und den gesamten Weltfußball in den Grundfesten erschüttern."

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Es ist schockierend und schädlich für den gesamten Fußball, was sich in Zürich abspielt. Es wäre erschütternd, wenn sich die im Raum stehenden, schweren Vorwürfe gegen Mitglieder der Fifa als richtig herausstellen. In der Uefa werden wir angesichts dieser Vorkommnisse beraten, wie wir uns auf dem bevorstehenden Fifa-Kongress verhalten."

FIFA-Kommunikationschef Walter de Gregorio: "Warum soll er (Blatter) zurücktreten? Er wird nicht verdächtigt. [...] Das ist gut für die FIFA. Es ist nicht gut für das Image, wegen des Rufes. Im Sinne der Transparenz, dass es bereinigt wird, ist es gut."

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Das ist ein großer Sumpf. Das Problem ist nicht damit erledigt, dass man Sepp Blatter als Präsident verhindert. Der Fehler liegt im System der FIFA. Es können sich zu viele bedienen."

Brasiliens Fußball-Weltmeister Romário: "José Maria Marin (Brasiliens Ex-Fußballboss) ist eine der Ratten, die ich schon oft beschuldigt habe. Das ist die Person, die mit (Brasiliens) Präsidentin Dilma (Rousseff) während der Fußball-WM Staatschefs empfangen hat. [...] Diebe müssen ins Gefängnis. Glückwunsch ans FBI und die Schweizer Polizei. [...] Die Festnahme von José Maria Marin ist, glaube ich, schon der Beginn einer großen Zukunft für unseren Fußball und besonders für die größte und korrupteste Instanz im Fußball (FIFA)."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière: "Korruption und Geldwäsche sind schwere Vorwürfe, eine umfassende Aufklärung ist das Gebot der Stunde. Hier ist auch die FIFA gefordert. Sportereignisse wie die Fußball-WM begeistern die Menschen in der ganzen Welt. Deshalb brauchen wir eine saubere Vergabe solcher Wettkämpfe."

Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein: "Er (Blatter) war der Präsident und muss verantwortlich gemacht werden. Wenn ich Präsident werde, werde ich für alle Aktionen Verantwortung übernehmen", sagte der derzeitige Vizechef des Fußball-Weltverbandes am Dienstag bei einer Pressekonferenz in London.

 

 

 

 

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