England, Portugal und Frankreich zittern

Die Schweiz und Belgien haben das WM-Ticket schon gelöst. Andere Fußball-Großmächte müssen noch bangen.
| Thomas Becker
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München – Während Belgien und die Schweiz ihr WM-Ticket in der Tasche haben und auch Titelverteidiger Spanien und Russland mit dem Trip zum Zuckerhut planen dürfen, müssen Fußball-Großmächte wie England, Portugal und Frankreich weiter zittern.

England kann im Gruppen-Finale gegen Polen aus eigener Kraft die direkte Qualifikation perfekt machen. „Wir haben erst die Hälfte erledigt“, warnte Teamchef Roy Hodgson nach dem 4:1 gegen Montenegro, „die Spieler lechzen nach der WM-Teilnahme“.

Ohne Glanz kam Welt- und Europameister Spanien der Endrunde einen Schritt näher. Die Zeitung „Marca“ mäkelte nach dem 2:1 gegen Weißrussland: „Entscheidender Sieg, Spiel zum Vergessen“. Auch „El País“ sah ein „völlig farbloses Spanien“. Zum Abschluss reicht gegen Georgien ein Remis, um Frankreich in die Relegation zu schicken.

Dieser Umweg droht auch Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo nach dem 1:1 gegen Israel. Drei Zähler beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Russland, der mit einem Remis in Aserbaidschan sicher durch wäre. Um das vierte noch freie Direktticket in Europa liefern sich Bosnien und Griechenland in der Gruppe G ein Fernduell.

Dagegen ist in Österreich die Luft raus. Das 1:2 in Schweden bedeutete das Ende aller Hoffnungen und sorgte für Tristesse. „WM-Traum dahin: Österreich scheitert an Ibrahimovic“, titelte die Zeitung „Die Presse“. Schwedens Stürmerstar hatte den Gästen mit seinem Siegtor in der 86. Minute den K.o. versetzt. „Die Enttäuschung ist riesig“, sagte Bayern-Profi David Alaba, der nach dem Führungstreffer durch den Stuttgarter Martin Harnik die Chance zum 2:0 hatte. „Ich bin noch nie in einer Kabine gesessen, in der es nach einem Spiel so leise war“, sagte Bremens Abwehrspieler Sebastian Prödl.

Ungarns Trainer Sándor Egervári nahm nach dem 1:8 gegen die Niederlande seinen Hut, obwohl die Magyaren noch eine Minimalchance auf das Erreichen der Relegation haben. Unumstritten ist Ottmar Hitzfeld, der die Schweiz zum dritten Mal nacheinander zur WM führte. Der 64-Jährige sieht sich und sein junges Team noch nicht am Ende des gemeinsamen Weges. „Wir haben an uns hohe Erwartungen. Die Mannschaft ist sich bewusst, dass sie auch gegen gute Teams bestehen kann“, sagte Hitzfeld. Er baut in der Zukunft vor allem auf Bayern-Profi Xherdan Shaqiri, der beim 2:1 in Albanien das erlösende Führungstor schoss. „Shaqstarke Nati fährt nach Brasilien. WM, wir kommen!“, titelte die Online-Ausgabe der Boulevardzeitung „Blick“.

Jubel herrschte in Belgien, wo tausende Fans nach dem 2:1 in Kroatien die Nacht zum Tage machten. Erster Gratulant: König Philippe, der Trainer Marc Wilmots unmittelbar nach dem Abpfiff anrief. „Er hat mir gesagt, dass er stolz auf meine Spieler ist“, sagte Wilmots und startete in einen Party-Marathon: „Wir werden zwei Tage feiern.“ In der Stunde des Erfolgs verkündete er das WM-Motto seiner Truppe: „Wir wollen nicht als Touristen nach Brasilien reisen.“

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