Kolumne

EM-Kolumne von Marie Lang: Tränen in den Augen

Die Kickbox-Queen ist ein Teil des Kolumnisten-Sixpacks der AZ. In ihrer ersten Kolumne schreibt sie über den Eriksen-Schock.
| Marie Lang
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AZ-Kolumnistin während der Fußball-Europameisterschaft 2021: Kickboxerin Marie Lang.
AZ-Kolumnistin während der Fußball-Europameisterschaft 2021: Kickboxerin Marie Lang. © Sven Hoppe/dpa, Martina Bogdahn/ho

Eigentlich dachte ich, dass ich meine erste Kolumne für die AZ darüber verfassen würde, wie toll es ist, dass wieder Fans in den Stadien sind, dass Fußball wieder ein farbenfrohes Fest ist.

Auch die Mitspieler hatten Tränen in den Augen

Bis zu dieser 43. Minute des Spiels zwischen Dänemark und Finnland, bis Christian Eriksen zusammenbrach und noch auf dem Platz wiederbelebt werden musste. Ich saß mit Tränen in den Augen da und konnte gar nicht glauben, dass man sehen muss, dass da ein Mensch um sein Leben kämpft. Dank der tollen Geste der dänischen Spieler, die einen Sichtschutz bildeten, sah man zum Glück nicht zu viel. Aber das Wissen allein hat mich schwer mitgenommen.

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Die Gesichter seiner Mitspieler, die selber Tränen in den Augen hatten, machten mehr als klar: Hier spielt sich eine unfassbare Tragödie ab. Ich hatte als reiner - und eigentlich emotional unbeteiligter - Zuschauer so viele Gedanken in meinem Kopf, so viele verwirrende Emotionen in mir. Wie kann das sein? Schafft er es? Kann mir das als Leistungssportlerin auch passieren? Wie soll es da in diesem Moment erst den Mitspielern ergangen sein?

Der Sport wurde zur unwichtigsten Sache der Welt

Ich finde auch nicht, dass man das Spiel wieder hätte anpfeifen dürfen. Ich war überrascht - ja eher schockiert -, dass die Partie fortgesetzt wurde. Ich weiß, dass es der Wunsch der Mannschaften und auch von Eriksen gewesen sein soll, dass zu Ende gespielt wird. Ich finde nicht, dass sich die UEFA als Veranstalter in dem Moment aus der Verantwortung stehlen darf und sagt: Die Entscheidung überlassen wir den Spielern. Für mich hätte man die Spieler notfalls vor sich selber schützen müssen.

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Denn Sport war in diesem Moment nicht nur eine Nebensache, sondern die unwichtigste Sache der Welt.

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