Effe: "Rooney kann uns auffressen"

Vor dem Achtelfinal-Schlager Deutschland gegen England am Sonntag warnt der Ex-Nationalspieler und Champions-League-Sieger mit den Bayern die DFB-Elf vor zu viel Offensive und vor Wayne Rooney: "Er kann uns auffressen".
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Stefan Effenberg findet, dass Miro Klose, hier gegen Serbiens Subotic, bei der WM noch wertvoll werden kann für die DFB-Elf.
dpa Stefan Effenberg findet, dass Miro Klose, hier gegen Serbiens Subotic, bei der WM noch wertvoll werden kann für die DFB-Elf.

MÜNCHEN - Vor dem Achtelfinal-Schlager Deutschland gegen England am Sonntag warnt der Ex-Nationalspieler und Champions-League-Sieger mit den Bayern die DFB-Elf vor zu viel Offensive und vor Wayne Rooney: "Er kann uns auffressen".

Stefan Effenberg spricht klare Worte: "Die WM-Spiele sind zum Einschlafen, Arne Friedrichs Körpersprache unangebracht, Wayne Rooney gefräßig und Samuel Eto'o eine "arme Sau". Am Sonntag spielt Deutschland gegen England - vorher spricht der Ex-Bayern-Star und "Sky"-Experte über ...

...die deutsche Mannschaft:

"Es war zwar vieles wackelig in der Vorrunde, aber das Gesicht der Mannschaft gefällt mir. Es beeindruckt mich, wie ruhig und harmonisch die Mannschaft auftritt. Aber das ist natürlich nur vom Erfolg abhängig, gewinnst du, wirst du umjubelt. Verlierst du, bist du der Depp.

Das Spiel nach vorne ist positiv, die Jungs sind ballsicher und laufstark. Aber die Abwehr gefällt mir nicht. Da muss man sich verbessern, vor allem, weil man weiß, dass der Titel nur über eine gute Defensive zu gewinnen ist. Du darfst dir da keine Blöße geben, gegen Ghana war das kein Problem, aber England macht aus zwei Chancen zwei Tore. Vor allem die Zusammenarbeit des zentralen Mittelfelds mit der Abwehr muss besser werden."

...das Spiel gegen England:

"Es wird hart, Deutschland sollte das offensive Spiel beibehalten. Man muss etwas wagen, Mut haben, aber dabei vorsichtig sein. Vor allem das Zentrum muss dicht sein. Wenn wir die Mitte nicht zumachen, kann England einen auseinandernehmen. Vorne würde ich Miro Klose wieder aufstellen, wir brauchen ihn für die Duelle in der Luft. Ich freue mich so wie jeder andere Fan auf das Spiel. Toll, dass es jetzt schon so ein packendes Duell gibt. Und es soll ja alles passen, 30 Grad, kurze Hosen, ein bisschen Grillen. Bei der Nationalhymne stehe ich wie eine Eins, manchmal singe ich auch mit."

...die englische Mannschaft:

"Von der Qualität einiger Einzelspieler sind die Three Lions Deutschland überlegen, bei uns gibt es keinen Rooney, keinen Gerrard, keinen Lampard. Doch sie sind kein Team. Würden sie als solches funktionieren, wären sie nicht zu stoppen. Genau deswegen ist auch Rooney so ungefährlich, er hat nicht so viel Platz wie im Verein. Er würde lieber allein vorne spielen. Außerdem fehlt ihm immer noch die Fitness. Trotzdem wird er heiß sein, Deutschland rauszuschmeißen. Man muss aufpassen, er kann uns auffressen."

...die linke Verteidigerposition im DFB-Team:

"Am besten wäre es doch, Philipp Lahm nach links zu ziehen und Boateng rechts hinten spielen zu lassen. Dort habe ich ihn für den HSV schon sehr gute Spiele machen sehen. Aber Joachim Löw sollte ihn auf jeden Fall wieder bringen, er braucht Boateng auch wegen dessen Körpergröße. Denn in der Luft wird es viele entscheidende Duelle geben. Von Badstuber kommt mir dort zu wenig nach vorne, aber das ist ja auch bekannt. Seine Zukunft liegt in der Mitte. Man braucht als Außenverteidiger heute einen, der nach vorne richtig Musik machen kann, der fast schon Mittelfeldspieler ist. Badstuber hat nun mal eine lange Saison hinter sich, man muss als Trainer richtig reagieren und so jemand dann auch mal schützen."

...Arne Friedrich:

"Viele sind ja überrascht von seinen souveränen Leistungen, aber ich finde, er ist noch nicht richtig gefordert worden. Die Big Boys kommen erst noch. Aber mir gefällt seine Körpersprache überhaupt nicht. Immer wenn er am Ball ist, breitet er seine Arme aus und signalisiert, dass er keine Anspielstation hat. Das muss er sein lassen. Uns hat Jupp Heynckes schon vor 20 Jahren gesagt, „lasst die Arme weg“. Damit signalisiert man nur, dass keine Bewegung im Spiel ist."

...die WM-Vorrunde:

"Manche Spiele waren so langweilig, dass ich dabei eingeschlafen bin. Nur wenige Partien haben Spaß gemacht. Die Enttäuschung überwiegt. Ich bin froh, dass das Herumgeschiebe jetzt vorbei ist und dass es jetzt in jedem Spiel um alles geht."

...die afrikanischen Mannschaften:

"Ich hätte gedacht, sie würden es den Gegnern schwerer machen. Aber die spielen alle so unorthodox. Das ist bis zum Strafraum ganz nett, aber mehr auch nicht. Man hat dann immer das Gefühl, die spielen keinen Fußball, sondern Football. Sie wollen den Ball ins Tor tragen. Die Afrikaner können alle nicht schießen. Und wenn man deren Trainer sieht, dann fragt man sich: Was habt Ihr in den letzten Jahren gemacht? Die Mannschaften sind zwar alle fit, aber technisch und taktisch machen sie viel zu viel falsch. Das sind alles Dinge, die man trainieren kann. Wenn man zum Beispiel einen Samuel Eto’o sieht, die arme Sau. Der kriegt vorne keine Bälle und muss sich fragen, „was mache ich hier eigentlich?“ Ich hoffe, dass bei den Afrikanern künftig Trainer arbeiten, die auch was draufhaben."

Marco Plein

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