Die Konkurrenz in der Bundesliga hofft auf einen Aussetzer des FC Bayern München

Am Freitag startet die 55. Saison der Fußball-Bundesliga mit dem Spiel zwischen Rekordmeister Bayern München und Bayer Leverkusen. Die Bayern sind wie immer der Top-Favorit auf den Titel.
| SID
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Bald rollt er endlich wieder, der Ball.
imago/Eibner Bald rollt er endlich wieder, der Ball.

Köln - Neue Trainer, neue Stars, alter Topfavorit: Wenn die Bundesliga am Freitag mit dem Match zwischen Rekordmeister Bayern München und Bayer Leverkusen (20.30 Uhr/Eurosport und ZDF) in ihre 55. Saison startet, ist der 28. Meistertitel insgesamt und der sechste in Folge für das Team von Trainer Carlo Ancelotti programmiert.

In einer SID-Umfrage tippten 14 der 18 Erstliga-Coaches auf den Branchenprimus, der in dem Kolumbianer James auch den bisherigen Königstransfer dieses Sommers in der deutschen Eliteliga getätigt hat. Verletzungsbedingt ist der von Real Madrid ausgeliehene WM-Torschützenkönig derzeit aber noch außer Gefecht.

Leipzig und Dortmund: die Bayern-Jäger

In Corentin Tolisso (Olympique Lyon/41,5 Millionen Euro) haben die Bayern auch den bis dato teuersten Sommerwechsel in der Bundesliga realisiert. Im Vergleich zu Neymar (für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain) oder Romelu Lukaku (für 100 Millionen vom FC Everton zu Manchester United) ist die Verpflichtung des Franzosen aber eher ein Schnäppchen.

Überraschungs-Vizemeister RB Leipzig, aber vor allem auch Borussia Dortmund, zuletzt 2012 deutscher Meister, dürften erneut in die Rolle des Bayern-Jägers schlüpfen. Pokalsieger BVB hat sich unter seinem neuen Trainer Peter Bosz eine Menge vorgenommen. "Natürlich wollen wir auch gerne Meister werden, aber wir wissen, dass davor noch eine ganz hohe Hürde steht, der FC Bayern", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke aber realistisch. Die Champions-League-Qualifikation sei von daher das erste Ziel, so der 58-Jährige.

Erstmals vier feste Startplätze für die Königsklasse

Das mit dem direkten Einzug in die Königsklasse wird in der Saison 2017/18, in der erstmals der Videobeweis den Schiedsrichtern als zusätzliches Hilfsmittel zur Verfügung steht, etwas leichter sein. Denn künftig qualifizieren sich die ersten Vier direkt für die Champions League.

Da die Bayern, die vergangene Saison nur einen von drei angepeilten Titeln gewannen, für die Königsklasse praktisch gesetzt sind, ist der Kampf um die anderen drei Plätze ebenso spannend wie der gegen den Abstieg. Während Vorjahresaufsteiger Leipzig, Dortmund und 1899 Hoffenheim wieder im oberen Drittel mitmischen wollen, haben auch Schalke 04 unter dem neuen Coach Domenico Tedesco und Bayer Leverkusen unter seinem neuen Cheftrainer Heiko Herrlich sowie Borussia Mönchengladbach ihre Ansprüche angemeldet.

Die drei Westklubs wollen nach ihrer jeweils verkorksten Vorsaison wieder an Konkurrenten wie FSV Mainz 05, der in Sandro Schwarz ebenfalls einen neuen Verantwortlichen auf der Bank hat, dem SC Freiburg, aber auch den Europa-League-Teilnehmern Hertha BSC und 1. FC Köln vorbeiziehen.

"Wir sehen das nicht olympisch und wollen nicht nur dabei sei", kündigte Bayer-Trainer Herrlich bereits vor dem Saisonstart vollmundig an und hofft, dass sich der Supercup-Sieger nach seiner durchwachsenen Vorbereitung vor Leverkusen fürchtet: "Bayern muss sagen: Mist, dass wir zum Auftakt gegen Bayer spielen müssen." In Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg streben zwei weitere ambitionierte Klubs das europäische Geschäft an.

Zwist in Hannover - Hamburg schon unter Druck

Im Tabellenkeller wird erneut ein verbissener Kampf um den Klassenerhalt stattfinden. Rückkehrer VfB Stuttgart mit Bundesliga-Eleve Hannes Wolf auf der Trainerbank und dem neuen Sportchef Michael Reschke am Regiepult haben den Ligaverbleib ebenso als primäres Ziel ausgegeben wie Mitaufsteiger Hannover 96, der sich nicht nur mit unbequemen Gegnern, sondern auch einem Großteil seiner Fans auseinandersetzen muss.

Die protestieren mit einem Stimmungsboykott gegen die Pläne von Klubchef Martin Kind, die Anteilsmehrheit an der Profigesellschaft zu übernehmen. Das Problem mit den eigenen Fans, primär den Ultras, fürchten nach den jüngsten Vorkommnissen aber nicht nur die Niedersachsen.

Erneut eine ungemütliche Saison steht offenbar Bundesliga-Urgestein und Relegations-Spezialist Hamburger SV bevor, der sich bei seinem Erstrunden-K.o. im DFB-Pokal bei Drittligist VfL Osnabrück bereits zum Gespött von Fußball-Deutschland gemacht hat. HSV-Coach Markus Gisdol ist bei bwin Favorit auf den ersten Trainer-Rauswurf der Saison.

Nicht viel besser als Hamburg erging es im DFB-Pokal dem FC Augsburg (0:2 bei Drittligist 1. FC Magdeburg). Die beiden Pokalversager treffen pikanterweise bereits am Samstag aufeinander.

Gewöhnen müssen sich die Fans in der Beletage des deutschen Fußballs nicht nur an neue Namen und neue Gesichter bei den Klubs, sondern auch an Bibiana Steinhaus als erste Schiedsrichterin in der Männerdomäne.

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